Bro­se Bam­berg zu Gast bei Ham­bur­gern im Aufwind

symbolbild basketball

Bro­se Bam­berg gas­tiert am 22. Spiel­tag der easy­Cre­dit Bas­ket­ball Bun­des­li­ga bei den Veo­lia Towers Ham­burg. Spiel­be­ginn ist am Frei­tag um 19 Uhr. Magen­taSport über­trägt wie gewohnt live und exklu­siv auf sei­nen Platt­for­men. Kom­men­ta­tor in und aus der edel-optics.de-Arena ist Arne Malsch.

Die Veo­lia Towers Ham­burg sind zu Beginn der Woche in die Schlag­zei­len gera­ten, da sie sich von ihrem bis dato Tops­corer Kend­a­le McCul­lum getrennt haben. Der US- Ame­ri­ka­ner kam in bis­lang 20 BBL-Spie­len zum Ein­satz und erziel­te rund 16 Punk­te im Schnitt. Dass ein Abschied im Raum stand, wur­de bereits seit Län­ge­rem in Ham­bur­ger Medi­en spe­ku­liert. Und auch die Ver­pflich­tung von Jor­dan Davis vor gut zwei Wochen pass­te hier­zu gut ins Bild. Der spiel­te zuletzt drei Jah­re für UCAM Mur­cia in der spa­ni­schen ACB. Deut­schen Fans ist der Com­bo Guard even­tu­ell aus sei­ner Zeit bei RAS­TA Vech­ta ein Begriff. Für die Nie­der­sach­sen absol­vier­te er in der Spiel­zeit 2018/2019 elf Par­tien. Der 25-Jäh­ri­ge soll der Mann­schaft von Ben­ka Bar­losch­ky mehr Ener­gie und Dyna­mik geben. Die war vor allem zu Sai­son­be­ginn nur eher mäßig vor­han­den, wur­de aller­dings in den letz­ten Spie­len vor der Pau­se defi­ni­tiv und end­gül­tig gefun­den. Einem Heim­sieg gegen Bay­reuth folg­te ein ful­mi­nan­ter 89:70-Erfolg beim FC Bay­ern Mün­chen Bas­ket­ball und die Erkennt­nis, dass das Team viel bes­ser ist, als es der aktu­ell 13. Tabel­len­platz ver­mu­ten lässt.

Nun hat­te Bar­losch­ky, der vor eini­gen Wochen Raoul Kor­ner als Chef­trai­ner ablös­te, rund drei Wochen Zeit, um sein Team sich wei­ter fin­den zu las­sen. Haupt­au­gen­merk lag sicher­lich auf der Neu­in­te­gra­ti­on von Jor­dan Davis und der noch bes­se­ren Ein­pas­sung von Antho­ny Poli­te. Der kam Mit­te Janu­ar vom fran­zö­si­schen Meis­ter und Euro­Le­ague-Teil­neh­mer Vil­leur­ban­ne und avan­cier­te in sei­nen bis­lang sechs absol­vier­ten Par­tien für die Ham­bur­ger direkt zum siche­ren Punk­te­ga­ran­ten mit im Schnitt erziel­ten 13,3 Zäh­lern. Ihm folgt in der inter­nen Scorer­sta­tis­tik Natio­nal­spie­ler Lukas Meis­ner, der vor­letz­te Woche sei­ne Ver­trags­ver­län­ge­rung bekannt­gab, mit 12,4 Punk­ten. Er ist zudem mit durch­schnitt­lich abge­grif­fe­nen 5,6 Ham­burgs bes­ter Reboun­der, wäh­rend Ziga Samar mit im Schnitt ver­teil­ten fünf Assists die­se Sta­tis­tik team­in­tern anführt. Anfäl­lig sind die Han­se­städ­ter, wenn sie aggres­siv ver­tei­digt wer­den. Die durch­schnitt­lich 16 Ball­ver­lus­te sind nega­ti­ver Spit­zen­wert der Liga.

Zudem traf bis­lang kein Team weni­ger von der Frei­wurf­li­nie. Im Schnitt fan­den bis­lang ledig­lich 66,5 Pro­zent aller Ver­su­che den Weg in den Korb. Und den­noch, dass es die Ham­bur­ger kön­nen, haben sie nicht nur zuletzt mit den Sie­gen gegen Bay­reuth und in Mün­chen bewie­sen, auch das Hin­spiel in Bam­berg ent­schie­den die Towers Ende Okto­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res mit 76:66 für sich. Über­ra­gen­der Akteur damals: Kend­a­le McCul­lum mit 27 Punkten.

Für Bro­se Bam­berg gilt es, eine ähn­li­che Leis­tung eines Ham­bur­gers am Frei­tag best­mög­lich zu ver­hin­dern. Aller­dings, das muss geschrie­ben wer­den, hat das momen­ta­ne Team nur noch rudi­men­tär etwas mit der Mann­schaft aus dem letz­ten Okto­ber zu tun – per­so­nell, aber vor allem spie­le­risch hat sich eini­ges getan und zum Posi­ti­ven ver­än­dert. So ste­hen die Bam­ber­ger aktu­ell bei wett­be­werbs­über­grei­fend fünf Sie­gen in Serie und möch­ten die­se natür­lich ger­ne wei­ter aus­bau­en. Und das ist auch nötig, wol­len Oren Amiel und sein Team wei­ter­hin im Kampf um die Play­off­plät­ze mit­re­den. Der Israe­li nutz­te die 17 frei­en Tagen zum einen zur Rege­ne­ra­ti­on von Kör­per und Geist – das gesam­te Team hat­te fünf Tage frei –, zum ande­ren aber zur Imple­men­tie­rung neu­er und Fes­ti­gung bestehen­der Sys­te­me. Dazu hat­te er nahe­zu die kom­plet­te Mann­schaft zur Ver­fü­gung. Ledig­lich Gabri­el Chach­ash­vi­li war mit der israe­li­schen Natio­nal­mann­schaft unter­wegs und stieß erst am Mitt­woch wie­der zum Team. Für alle gilt es, den Flow der letz­ten Wochen in den Sai­son­end­spurt mit­zu­neh­men. Die Serie von zuletzt fünf Sie­gen wur­de abge­schlos­sen durch einen star­ken 97:77-Erfolg über ratio­ph­arm Ulm.

Dabei lie­ßen die Bam­ber­ger, die zuvor ihre letz­te Nie­der­la­ge eben in Ulm kas­siert hat­ten, ihrem Kon­tra­hen­ten zu kei­nem Zeit­punkt eine rea­lis­ti­sche Sieg­chan­ce. War es zur Pau­se noch ein eini­ger­ma­ßen aus­ge­gli­che­nes Spiel, zog Bro­se in der zwei­ten Halb­zeit die Zügel offen­siv und defen­siv an. Vier Spie­ler punk­te­ten zwei­stel­lig, Patrick Mil­ler war mit 22 Zäh­lern Tops­corer. Über­haupt ist der Auf­bau­spie­ler aktu­ell in star­ker Form, führt daher auch zurecht die team­in­ter­ne Punk­te­lis­te mit im Schnitt erziel­ten 17,2 an. Sei­ne zudem durch­schnitt­lich ver­teil­ten 5,4 Rebounds sind eben­falls inter­ne Spit­ze. Bes­ter Reboun­der ist Solo­mon Young mit im Schnitt abge­grif­fe­nen 5,3 Abpral­lern pro Par­tie. Doch es ist die Aus­ge­gli­chen­heit, die die Bam­ber­ger aktu­ell stark und vor allem für die Geg­ner schwer aus­re­chen­bar macht. Jeder kann sco­ren, jeder kann ein Spiel an sich zie­hen und heiß­lau­fen. Offen­siv gehört Bro­se daher mit im Schnitt ver­senk­ten 48,2 Pro­zent aller abge­ge­be­ner Wür­fe zu den bes­ten vier Ver­ei­nen der Liga. Und auch defen­siv haben sich die Bam­ber­ger in den letz­ten Par­tien sta­bi­li­siert, lie­ßen bei den ver­gan­ge­nen fünf Sie­gen im Schnitt kei­ne 80 Punk­te zu.

Patrick Mil­ler: „Es ste­hen her­aus­for­dern­de Wochen an. Es geht in den Sai­son­end­spurt. Dazu sind wir bereit. Wir haben die letz­ten Tage gut trai­niert und wol­len unse­re Serie natür­lich wei­ter aus­bau­en. In Ham­burg wird das aber schwer. Sie sind ein star­kes Team, haben zuletzt gute Anpas­sun­gen am Kader vor­ge­nom­men. Das Spiel in Mün­chen war enorm stark, da haben sie ihr Poten­zi­al gezeigt, das den Tabel­len­platz bei Wei­tem über­steigt. Daher sind wir gewarnt. Wir dür­fen sie nicht ins Lau­fen kom­men las­sen, müs­sen sie früh­zei­tig atta­ckie­ren. Selbst müs­sen wir es wie­der schaf­fen, defen­siv dis­zi­pli­niert zu ste­hen und in der Offen­si­ve den frei­en Mann zu finden.“

Nach der Par­tie in Ham­burg reist Bro­se noch in der Nacht direkt wei­ter nach Ber­lin, wo am Sams­tag­mor­gen bereits der Flie­ger Rich­tung Tal­linn star­tet. Dort steht dann am kom­men­den Mon­tag das nächs­te rich­tungs­wei­sen­de Spiel auf dem Pro­gramm, wenn die Bam­ber­ger im Vier­tel­fi­nal­hin­spiel des FIBA Euro­pe Cups auf BC Kalev/​Cramo treffen.

Zurück in Deutsch­land war­tet am über­nächs­ten Wochen­en­de noch­mals ein Aus­wärts­spiel auf das Team (11.3. beim MBC), ehe es am 15. März um 20 Uhr end­lich wie­der in der hei­mi­schen BRO­SE ARE­NA rund geht und Kalev/​Cramo zum ent­schei­den­den Rück­spiel um den Ein­zug ins FEC-Halb­fi­na­le in Bam­berg zu Gast ist. Tickets für die­se Par­tie gibt es bereits unter bro​se​bam​berg​.de/​t​i​c​k​ets und im Fan­shop in der Kornstraße.