ÖDP-Auf­stel­lungs­par­tei­tag für Land­tags-und Bezirks­tags­wahl in Coburg

Thomas Müller, Erich Wohnig, Simone Wohnig, Dagmar Murmann-Patzek, Thomas Büchner © ÖDP, Bernd Koppe
Thomas Müller, Erich Wohnig, Simone Wohnig, Dagmar Murmann-Patzek, Thomas Büchner © ÖDP, Bernd Koppe

Am Sams­tag ver­an­stal­te­te der ober­frän­ki­sche Bezirks­ver­band der Öko­lo­gisch-Demo­kra­ti­schen-Par­tei (ÖDP) sei­nen Auf­stel­lungs­par­tei­tag für die Land­tags – und Bezirks­tags­wah­len am 8. Okto­ber im Restau­rant „Hes­sen­hof“ in Coburg. Nach­dem in allen acht Stimm­krei­sen die Direkt­kan­di­da­ten auf­ge­stellt wor­den waren, ging es nun um die Auf­stel­lung der jewei­li­gen Ober­fran­ken­li­ste. Bei­de Listen sind je zur Hälf­te mit Frau­en und Män­nern besetzt. 

Zum Spit­zen­kan­di­da­ten der Land­tags­li­ste gewählt wur­de der stell­ver­tre­ten­de baye­ri­sche ÖDP-Lan­des­vor­sit­zen­de Tho­mas Büch­ner aus Neu­stadt bei Coburg. Als Kreis-und Stadt­rat weiß er: Poli­tik wird vor Ort umge­setzt, doch den Rah­men in dem wir uns bewe­gen dür­fen, schaf­fen die Bür­ger bei Wah­len, Bür­ger- und Volks­ent­schei­den. Sein poli­ti­sches Ziel ist: „Das gute Leben für Alle!“ Denn Alle meint eben auch Mensch und Tier! Dafür braucht es eine intak­te Natur und Empa­thie für unse­ren Näch­sten. Im Land­tag will er sich für eine kon­se­quen­te Umset­zung des durch das Volks­be­geh­ren „Ret­tet die Bie­nen“ ver­än­der­ten Natur­schutz­ge­set­zes ein­set­zen. Der Schutz unse­rer Lebens­grund­la­gen kann nur mit maß­vol­le­rem Kon­sum, mit mehr Öko­land­wirt­schaft, Redu­zie­rung des Pesti­zid­ein­satz und einem Bio­top­ver­bund gelin­gen. Staats­stra­ßen soll­ten nur noch instand­ge­setzt, statt neu gebaut wer­den, um den Flä­chen­fraß zu begren­zen. Statt­des­sen soll­te der ÖPNV und der Schie­nen­ver­kehr benut­zer­freund­lich aus­ge­baut wer­den. Sozi­al­woh­nun­gen soll­ten nicht schon nach 20 Jah­ren aus der Sozi­al­bin­dung herausfallen. 

Auf den 2. Platz wur­de Eli­sa­beth Schul­ze aus Main­leus-Veitlahm gewählt. Die 60 jäh­ri­ge Unter­neh­me­rin ver­mark­tet u.a. die Pro­duk­te aus der Deme­ter-Gärt­ne­rei ihres Man­nes. Sie will vor allem den § 151 der Baye­ri­schen Ver­fas­sung umge­setzt sehen: „alle wirt­schaft­li­che Tätig­keit dient dem Gemein­wohl“! Ziel ist ein gutes Leben für alle, weg vom Irr­sinn eines Wachs­tums­zwangs, weg von Pro­fit­gier, sozia­ler Aus­gren­zung und Umwelt­zer­stö­rung hin zu einer öko­so­zia­len Markt­wirt­schaft! Wie in der baye­ri­schen Ver­fas­sung vor­ge­se­hen, will sie als ÖDP-Abge­ord­ne­te das Hand­werk, Klein-und Mit­tel­stands­be­trie­be sowie eine bäu­er­li­che Land­wirt­schaft för­dern. Nicht zuletzt tritt die ÖDP für eine ech­te und wir­kungs­vol­le Demo­kra­tie ein- auch durch Volks­be­geh­ren, Bür­ger­ent­schei­de und Peti­tio­nen. Auf den drit­ten Platz folg­te Tobi­as Sie­ling, Kreis­rat aus Bam­berg und auf Platz vier Simo­ne Woh­nig, Stadt­rä­tin in Bad Rodach.

Auf der Bezirks­tags­li­ste an Posi­ti­on 1 steht der ober­frän­ki­sche ÖDP-Bezirks­vor­sit­zen­de Erich Woh­nig aus Bad Rodach-Hel­dritt. Der 54-jäh­ri­ge Unter­neh­mens­ar­chi­tekt tritt für die Wei­ter­ent­wick­lung des Bezirks an, um den Kri­sen unse­rer Zeit zu begeg­nen. „Die­se Kri­sen wer­den wir nicht mei­stern, indem jede Stadt oder Kom­mu­ne ein­zeln nach Lösun­gen sucht. Hier ist über­grei­fen­des kom­mu­na­les Zusam­men­wir­ken bis hin zum Bezirk gebo­ten: Men­schen wer­den heu­te gefor­dert und über­for­dert, Psy­chi­sche Erkran­kun­gen neh­men immer wei­ter zu. Was­ser­wirt­schaft und Gewäs­ser­schutz sowie beson­ders auch die Land­wirt­schaft ste­hen durch Kli­ma­wan­del mit Was­ser­man­gel und dem Ver­lust der Arten­viel­falt vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen.“ Woh­nig will sei­ne Berufs­er­fah­rung zu Zusam­men­ar­beit und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung in den Bezirks­tag einbringen. 

Posi­ti­on zwei nimmt die Tier­pfle­ge­rin Nadi­ne Schön aus Bay­reuth ein. Tier- und Umwelt­schutz lie­gen ihr beson­ders am Her­zen: “ Wir müs­sen uns für eine art­ge­rech­te Tier­hal­tung ein­set­zen und unbe­bau­te Frei­räu­me scho­nen, um die Arten­viel­falt zu erhal­ten. Nur was wir ken­nen und schät­zen, schüt­zen wir. Des­halb ist es mir wich­tig, die Umwelt­bil­dung zu för­dern – auch um die Beson­der­hei­ten Ober­fran­kens zu bewah­ren.“ Auf den wei­te­ren Plät­zen fol­gen der Apo­the­ker Tho­mas Mül­ler, Stadt­rat in Burg­kunst­adt, die Heb­am­me Dag­mar Mur­mann-Pat­zek aus Coburg und der Bam­ber­ger Stadt­rat Lucas Büchner.

Erich Woh­nig freu­te sich zum Abschluß. dass es wie­der gelun­gen sei, den Wäh­lern und Wäh­le­rin­nen zwei Listen mit Per­sön­lich­kei­ten anbie­ten zu kön­nen, die die unter­schied­lich­sten Kom­pe­ten­zen auf­wei­sen. Aus alle dem folgt, so der stell­ver­tre­ten­de Bezirks­vor­sit­zen­de Tho­mas Mül­ler, dass es längst über­fäl­lig ist, dass die ÖDP in den Baye­ri­schen Land­tag und den ober­frän­ki­schen Bezirks­tag ein­zieht. Die öko­lo­gi­sche Bewe­gung braucht unbe­dingt ein zwei­tes Stand­bein. Bei den „Grü­nen“ fehlt es ‑beson­ders bei einer Regie­rungs­be­tei­li­gung – an der kon­se­quen­ten Umset­zung von öko­lo­gi­schen Not­wen­dig­kei­ten. Es soll­te einen Wett­streit unter den Par­tei­en um die bes­se­ren Ideen geben.