Coburg: Grü­nen-MdL Tho­mas Geh­ring besuch­te die 1. Klas­se der Melchior-Frank-Schule

Coburg: Grünen-MdL Thomas Gehring besuchte die 1. Klasse der Melchior-Frank-Schule Januar 23
Stadtrat Haupt im Einsatz für das "H". Foto: Bündnis 90/Die Grünen KV Coburg-Stadt

MdL Tho­mas Geh­ring (Die Grü­nen) besucht Part­ner­klas­sen der Melchior-Frank-Schule

Coburg: Grünen-MdL Thomas Gehring besuchte die 1. Klasse der Melchior-Frank-Schule Januar 23

Im Bild in der vor­de­ren Rei­he von links: Schul­lei­te­rin der Mel­chi­or-Franck-Schu­le Nico­le Dejo­sez, Stadt­rat Wolf­gang Weiß, MdL Tho­mas Geh­ring, Stadt­rat Prof. Wolf­ram Haupt (die drei letz­te­ren Bünd­nis 90/​Die Grü­nen). Hin­te­re Rei­he von links: Schul­lei­te­rin der Mau­ri­ti­us-Schu­le in Ahorn Chri­sti­ne San­der, Heil­päd­ago­gi­sche Unter­richts­hil­fe Chri­sti­ne Hei­der, Leh­re­rin Chri­sti­ne Huder, Schul­amts­lei­ter Uwe Dör­fer, MdL Ursu­la Sowa, Vor­stands­spre­che­rin der Grü­nen KV Coburg Petra Wöh­ner, Lei­ten­der Arzt des SPZ Dr. Flo­ri­an von Deim­ling. Foto: Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

MdL Tho­mas Geh­ring, zwei­ter Vize­prä­si­dent des bay­ri­schen Land­tags und „Spre­cher für Lebens­lan­ges Ler­nen und Lehr­kräf­te“ liegt Inklu­si­on seit vie­len Jah­ren am Her­zen. Nach­dem im Jahr 2009 das „Über­ein­kom­men über die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen der Ver­ein­ten Natio­nen“ (UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on) in Deutsch­land in Kraft trat, ist klar, dass Teil­ha­be ein Men­schen­recht ist. Nicht nur für Men­schen mit Behin­de­rung – aber vor allem für sie – soll dies bedeu­ten, dass sie genau­so wie Men­schen ohne Behin­de­rung an allen gemein­schaft­li­chen Aktio­nen teil­neh­men kön­nen sol­len. In der Pra­xis wer­den vie­le Men­schen durch äuße­re Umstän­de dar­an gehin­dert, an öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen teil­zu­neh­men, sei­en es bau­li­che Hin­der­nis­se oder zu hohe Zugangshürden.

Coburg: Grünen-MdL Thomas Gehring besuchte die 1. Klasse der Melchior-Frank-Schule Januar 23

Leh­re­rin Chri­sti­ne Huder erklärt das Kon­zept der Part­ner­klas­se. Foto: Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

Ganz beson­ders schwie­rig ist die Lage für Kin­der mit Behin­de­rung, denn für sie muss eine geeig­ne­te Schu­le gefun­den wer­den. Cobur­ger Eltern sind in der glück­li­chen Lage, neben Schu­len mit unter­schied­li­chen För­der­schwer­punk­ten auch das als Cobur­ger Modell bekann­te Kon­zept der Part­ner­klas­se, u. a. an der Mel­chi­or-Frank-Schu­le, zur Aus­wahl zu haben. Von dem beson­de­ren Kon­zept konn­te sich Tho­mas Geh­ring bei einem Besuch in der 1. Klas­se über­zeu­gen. Schul­lei­te­rin Nico­le Dejo­sez emp­fing gemein­sam mit den in der Klas­se arbei­ten­den Leh­re­rin­nen und Fach­kräf­ten die klei­ne Dele­ga­ti­on, bestehend aus MdL Ursu­la Sowa aus Bam­berg (Die Grü­nen), Schul­amts­di­rek­tor Uwe Dör­fer, den Cobur­ger Stadt­rä­ten der Grü­nen Wolf­gang Weiß, Flo­ri­an von Deim­ling und Wolf­ram Haupt, Vor­stands­spre­che­rin der Grü­nen Petra Wöh­ner und dem 3. Bür­ger­mei­ster der Stadt Coburg, Can Aydin. Sie erläu­ter­ten die Beson­der­hei­ten des Modells, bei dem Kin­der der Grund­schu­le vier Jah­re lang nach Mög­lich­keit gemein­sam mit Kin­dern der Mau­ri­ti­us­schu­le Ahorn (eine Schu­le mit dem Schwer­punkt gei­sti­ge Ent­wick­lung) unter­rich­tet wer­den. Dazu ste­hen stän­dig zwei Klas­sen­zim­mer und zwei Klas­sen­leh­re­rin­nen zur Ver­fü­gung. Hin­zu­kom­men eine Erzie­he­rin, eine Schul­pfle­ge­kraft und eine Schul­as­si­stenz. Jedes Kind lernt in sei­nem Tem­po nach indi­vi­du­ell erstell­ten Förderplänen.

Coburg: Grünen-MdL Thomas Gehring besuchte die 1. Klasse der Melchior-Frank-Schule Januar 23

Auf klei­nen Stüh­len: Can Aydin, 3. Bür­ger­mei­ster der Stadt Coburg, nahm auch am Besuch der 1. Klas­se der Mel­chi­or-Frank-Schu­le teil. Foto: Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

Von der prak­ti­schen Umset­zung die­ses Kon­zep­tes über­zeug­ten sich die Poli­ti­ker nach der Pau­se per­sön­lich. Auch sie nah­men auf den win­zi­gen Stühl­chen Platz und sahen zu, wie die Erstklässler*innen sich mit dem Buch­sta­ben H und dar­aus gebil­de­ten Wör­tern beschäf­tig­ten. Ent­spre­chend gestal­te­tes Mate­ri­al, das einen hohen Grad von Eigen­stän­dig­keit beim Ler­nen för­dert, ermög­lich­te ein hohes Maß an Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung. Begei­stert von den vie­len Gästen lie­ßen sich die 33 Kin­der auch gern ihre erfolg­reich bear­bei­te­ten Auf­ga­ben von den anwe­sen­den Erwach­se­nen abstem­peln. „Dass die­ses Kon­zept so funk­tio­niert, ist jedoch kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern hängt auch immer davon ab, dass sich geeig­ne­tes Per­so­nal fin­det“, so der eben­falls anwe­sen­de Schul­amts­di­rek­tor Uwe Dör­fer. Gene­rell lei­den inklu­si­ve Pro­jek­te immer noch an einem Man­gel an Mit­teln für Mate­ri­al und Per­so­nal. So steht neben dem Besuch der För­der­schu­len oder der Part­ner­klas­se an der Mel­chi­or-Frank-Schu­le für Eltern von Kin­dern mit Behin­de­rung auch die Ein­zelin­k­lu­si­on zur Wahl. Dabei besucht ein Kind – nach Mög­lich­keit mit einer Schul­be­glei­tung – eine Regel­klas­se. Erkrankt die­se jedoch, muss das Kind oft auf den Schul­be­such ver­zich­ten, da ohne die exter­ne Unter­stüt­zung eine Teil­nah­me am Unter­richt nicht gewähr­lei­stet wer­den kann.

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Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung durch Mate­ri­al – Ver­tie­fung des Buch­sta­bens „H“. Foto: Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

Coburg: Grünen-MdL Thomas Gehring besuchte die 1. Klasse der Melchior-Frank-Schule Januar 23

Aspek­te von Inklu­si­on. Foto: Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

„Ein wei­te­res unge­lö­stes Pro­blem ist schließ­lich die Fort­füh­rung des inklu­si­ven Unter­richts in der Sekun­dar­stu­fe“, wie Klas­sen­leh­re­rin Chri­sti­ne Huder fest­stellt. Ab der 5. Klas­se ste­hen Eltern vor der Fra­ge, wie es wei­ter­geht – inklu­si­ve Pro­jek­te sind dann rar. Tho­mas Geh­ring sieht da drin­gen­den Hand­lungs­be­darf. Huder reg­te an, dass hier poli­ti­sches Enga­ge­ment nötig ist. Schließ­lich sei das Cobur­ger Modell auch nur auf­grund einer poli­ti­schen Initia­ti­ve als Modell­pro­jekt ent­stan­den – mög­li­cher­wei­se wäre dies auch eine Lösung für die feh­len­de Fort­füh­rung in den wei­ter­füh­ren­den Schulen.

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