Antrag von „Die­Frak­ti­on“ zum ÖPNV in Bamberg

„ÖPNV in Bam­berg aus­bau­en, nicht schwächen“

In vie­len Gemein­den und Kom­mu­nen wer­den der­zeit Über­le­gun­gen ange­stellt, die Fahr­prei­se zu erhö­hen oder das Ange­bot ein­zu­schrän­ken, um stark stei­gen­de Kosten der Ver­kehrs­be­trie­be durch ver­teu­er­ten Treib­stoff und tarif­be­ding­te stei­gen­de Per­so­nal­ko­sten auszugleichen.

Preis­stei­ge­run­gen für den Bür­ger und Ange­bots­kür­zun­gen krat­zen aller­dings an der Attrak­ti­vi­tät des ÖPNV. Weni­ger Bür­ger nut­zen dann den Bus und wei­chen auf dass Auto aus. BaLi-Stadt­rat Hein­rich Schwimm­beck kri­ti­siert das: „Das ist bzw. wäre das exak­te Gegen­teil der ange­streb­ten Ver­kehrs­wen­de, die bekannt­lich auf eine Stär­kung des sog. Ver­kehrs­ver­bunds (ÖPNV, Fahr­rad, zu Fuß) und auf einen Rück­gang des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs setzt. Es wür­de in der Fol­ge unmit­tel­bar kli­ma­schäd­lich wir­ken und die Bemü­hun­gen um bal­di­ge CO2-Neu­tra­li­tät gera­de­zu sabotieren“.

Antrag:
ÖPNV-Ange­bot aus­wei­ten – Ring­li­ni­en, Express­ver­bin­dun­gen, höhe­re Takte

Sehr geehr­ter Herr Ober­bür­ger­mei­ster Starke,
sehr geehr­ter Herr Bür­ger­mei­ster Glüsenkamp,
sehr geehr­ter Herr Dr. Fidel­dey von den Stadtwerken,

wir bean­tra­gen hier­mit, dass die Stadt Bam­berg zusam­men mit dem Ver­kehrs­be­trieb der Stadt­wer­ke die Maß­nah­men umsetzt, die im Ver­kehrs­ent­wick­lungs­plan 2030 zur Aus­wei­tung des ÖPNV-Ange­bots genannt sind.

Wir bean­tra­gen, zu die­sem Zweck zeit­nah eine regel­mä­ßig tagen­de Arbeits­grup­pe ein­zu­rich­ten, in der die Bam­ber­ger Ver­kehrs­be­trie­be, die poli­ti­schen Grup­pie­run­gen und evtl. exter­ne Fach­bü­ros tätig werden.

Der Arbeits­kreis soll eine Vor­ge­hens­wei­se und einen Fahr­plan erar­bei­ten, wo und wie neue Ring­bus­li­ni­en, Express-Direkt­ver­bin­dun­gen, Takt­er­hö­hun­gen usw. ein­ge­rich­tet und finan­ziert wer­den kön­nen. Im Vor­der­grund soll dabei die Fra­ge ste­hen, wo Poten­ti­al zur Gewin­nung neu­er Kund­schaft durch ein aus­ge­wei­te­tes Fahr­ten-Ange­bot steckt. Der Arbeits­kreis soll nicht nur dar­auf aus­ge­rich­tet sein, aktu­ell erkenn­ba­rem Bedarf Genü­ge zu lei­sten, son­dern er soll aus­drück­lich neue Nach­fra­ge för­dern und auslösen.

Auch wenn es letzt­lich an den Bam­ber­ger Stadt­wer­ken liegt, Vor­schlä­ge der Arbeits­grup­pe umzu­set­zen, han­delt es sich hier­mit nicht um einen Antrag an die Stadt­wer­ke. Der Antrag ist des­halb nicht im Auf­sichts­rat der Stadt­wer­ke, son­dern im dafür zustän­di­gen Fach­gre­mi­um, dem Mobi­li­täts­se­nat, zu behandeln.

Hein­rich Schwimmbeck
Ste­phan Kettner
Ali­na Achtziger

1 Antwort

  1. Ferenc sagt:

    Die vor­ge­schla­ge­ne Arbeits­grup­pe darf aber nicht wie so vie­le ande­re ein unver­bind­li­cher Gesprächs­kreis sein, des­sen „vor­nehm­ste“ Auf­ga­be es ist, Mit­tei­lun­gen über längst beschlos­se­ne Vor­ha­ben entgegenzunehmen.

    Über­dies feh­len im vor­ge­schla­ge­nen Teil­neh­mer­kreis wich­ti­ge Grup­pie­run­gen: Inter­es­sens­ver­tre­ter der Fahr­gä­ste, z. B. Ver­kehrs­club Deutsch­land (VCD), der Part­ner im Umwelt­ver­bund wie des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad-Clubs (ADFC), des FUSS e.V. Fach­ver­band Fuß­ver­kehr und des Car­Sha­rings (attrak­ti­ves Ver­kehrs­an­ge­bot durch intel­li­gen­te Ver­net­zung) sowie des Umwelt­schut­zes (Bund Natur­schutz, LBV). Ste­hen sie außen vor, blei­ben wich­ti­ge Stim­men, wel­che die wesent­li­chen Zie­le (kun­den­ge­rech­tes Ange­bot, qua­li­ta­ti­ve Auf­wer­tung der Stadt, Umwelt- und damit auch Gesund­heits­schutz) als Kern­ele­men­te ihres Enga­ge­ments ver­tre­ten, ungehört.

    Des wei­te­ren müs­sen auch Han­del und Tou­ris­mus die Mög­lich­keit haben, sich einzubringen.

    Ohne ehr­li­che Bereit­schaft der Poli­tik und der Ver­kehrs­be­trie­be, die Ver­kehrs­wen­de tat­säch­lich vor­an­zu­brin­gen und hier­zu auch die erfor­der­li­chen Gel­der umzu­schich­ten, kann man sich den Auf­wand aller­dings kom­plett ersparen.

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