Treib­haus­gas­bi­lanz des Land­krei­ses Wun­sie­del zeigt Hand­lungs­fel­der für die Zukunft auf

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Es gibt viel zu tun: Treib­haus­gas­bi­lanz des Land­krei­ses zeigt Hand­lungs­fel­der für die Zukunft auf

„Nach­hal­tig, smart und resi­li­ent“ – die­se Leit­li­ni­en hat sich der Land­kreis Wun­sie­del i. Fich­tel­ge­bir­ge für sei­ne Kreis­ent­wick­lung der kom­men­den Jah­re gege­ben. Im Bereich Nach­hal­tig­keit hat sich bereits viel getan und es gibt eine Rei­he von Erfol­gen, die man vor­wei­sen kann. Doch dar­auf aus­ru­hen will und darf man sich natür­lich nicht. Ziel ist, die Ener­gie­ef­fi­zi­enz wei­ter zu stei­gern und die Kli­ma­schutz­po­li­tik auf loka­ler Ebe­ne wei­ter zu stärken.

Dazu gehört auch, die Erfol­ge des eige­nen Han­delns mess­bar zu machen. Dazu haben sich die Ver­ant­wort­li­chen zu einer Teil­nah­me am Euro­pean Ener­gy Award (EAA) ent­schie­den. Einer Zer­ti­fi­zie­rung für Kom­mu­nen und Land­krei­se, die sich den Kli­ma­schutz auf die Fah­nen geschrie­ben haben. In Nord­bay­ern sind die Land­krei­se Wun­sie­del im Fich­tel­ge­bir­ge und Kulm­bach der­zeit die ein­zi­gen Teil­neh­mer in die­sem Ver­fah­ren; bun­des­weit neh­men 59 Land­krei­se an der Zer­ti­fi­zie­rung teil.

In der Sit­zung des Kreis­aus­schus­ses hat Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Nadi­ne Zettl­meißl nun eine Zwi­schen­bi­lanz vor­ge­stellt und die fällt erfreu­lich aus. Der Zeit­plan des Ver­fah­rens sieht für eine erfolg­rei­che Zer­ti­fi­zie­rung mit dem EAA die Gren­ze von 50 Pro­zent des Gesamt­ziels für die Jah­re 2023/2024 vor; das Fich­tel­ge­bir­ge liegt jetzt schon bei 46,7 Pro­zent. Ein sehr gutes Ergeb­nis, auf dem man auf­bau­en will. Das Ziel ist nun, inten­siv wei­ter­zu­ar­bei­ten, um sich mög­li­cher­wei­se mit dem Errei­chen von 75 Pro­zent des Gesamt­ziels am Ende des Pro­zes­ses sogar eine Zer­ti­fi­zie­rung mit den Stan­dard Gold zu erhalten.

Auch auf dem Gebiet der Dekar­bo­ni­sie­rung will der Land­kreis Wun­sie­del i. Fich­tel­ge­bir­ge wei­ter vor­an­kom­men. Aus die­sem Grund hat man sich durch die Ener­gie­agen­tur Nord­bay­ern eine Treib­haus­gas­bi­lanz erstel­len las­sen, die in der Sit­zung eben­falls vor­ge­stellt wur­de. Hier zeigt sich ein etwas ande­res Bild. Denn auch wenn der Land­kreis im Bereich des Kli­ma­schut­zes im Ver­gleich zu vie­len ande­ren sicher gut unter­wegs ist, ist man von einer Kli­ma­neu­tra­li­tät, die sei­tens des Bun­des für 2045 gefor­dert wird, noch ein gutes Stück entfernt.

Denn noch immer wer­den vor allem in der Wirt­schaft (94 Pro­zent) und im Ver­kehr (93 Pro­zent) fast aus­schließ­lich fos­si­le Ener­gie­trä­ger ver­wen­det. Im Bereich der Haus­hal­te liegt die Quo­te bei 77 Pro­zent. Zwar zeigt sich, dass trotz­dem in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren die CO2-Emis­sio­nen leicht gesun­ken sind, aber hier bedarf es wei­ter­hin gro­ßer Anstrengungen.

Eine gute Nach­richt gab es aber auch: im bun­des­wei­ten Ver­gleich steht der Land­kreis sehr gut da. Liegt der Anteil der erneu­er­ba­ren Wär­me bei acht Pro­zent, im Land­kreis Wun­sie­del i. Fich­tel­ge­bir­ge lag die­ser im unter­such­ten Jahr 2020 bereits bei 14 Pro­zent. Und auch beim The­ma Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien schnei­det man bes­ser ab als der Bun­des­schnitt. Im Land­kreis liegt hier die Quo­te bei 69 Pro­zent, der Bun­des­schnitt weist ledig­lich 45 Pro­zent aus.

Was muss jetzt getan wer­den, damit der Land­kreis bis 2045 kli­ma­neu­tral ist? Auch dar­auf hat­te die Stu­die eine Ant­wort: Im Bereich der Haus­hal­te müss­te jede Ein­woh­ne­rin und jeder Ein­woh­ner bis 2040 20 Pro­zent weni­ger Haus­halts­strom ver­brau­chen, zwei Pro­zent aller Gebäu­de müss­ten pro Jahr ener­ge­tisch saniert wer­den und der Anteil fos­si­ler Wär­me müss­te auf null Pro­zent sin­ken. Im Bereich der Wirt­schaft müss­te eben­falls der Anteil fos­si­ler Wär­me auf null Pro­zent sin­ken und beim Ener­gie­ver­brauch müss­ten ein Rück­gang von 31 Pro­zent sowie eine Effi­zi­enz­stei­ge­rung von zwei Pro­zent jähr­lich erreicht wer­den. Und im Bereich Ver­kehr müss­te sich der Anteil des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs fast hal­bie­ren und die­ser dürf­te dann kei­ner­lei fos­si­le Brenn­stof­fe mehr nutzen.

„Das sind sehr sport­li­che Zie­le, die wohl nur schwer zu errei­chen sein wer­den“, sagt dazu Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Nadi­ne Zettl­meißl. „Aber wir wer­den ver­su­chen, es auf allen Ebe­nen anzu­packen. Aller­dings sind wir dabei natür­lich auch auf Unter­stüt­zung aus allen Berei­chen angewiesen.“

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