„Bam­berg ist unse­re neue Heimat“

Einbürgerungsfeier : Cezar Salem musizierte bei der Einbürgerungsfeier der Stadt Bamberg im Hegelsaal der Konzerthalle. Der aus Brasilien stammende Geigenlehrer der Städtischen Musikschule konnte später auch die Glückwünsche von Bürgermeister Wolfgang Metzner zu seiner Einbürgerung entgegennehmen. Fotonachweis: Melina Knobloch, Stadtarchiv
Einbürgerungsfeier : Cezar Salem musizierte bei der Einbürgerungsfeier der Stadt Bamberg im Hegelsaal der Konzerthalle. Der aus Brasilien stammende Geigenlehrer der Städtischen Musikschule konnte später auch die Glückwünsche von Bürgermeister Wolfgang Metzner zu seiner Einbürgerung entgegennehmen. Fotonachweis: Melina Knobloch, Stadtarchiv

In den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren sind ins­ge­samt über 500 Men­schen in Bam­berg ein­ge­bür­gert wor­den. Eine Fei­er war aber wegen Coro­na in den letz­ten bei­den Jah­ren nicht mög­lich. Nun konn­te Bür­ger­mei­ster Wolf­gang Metz­ner end­lich wie­der 107 Neu­bür­ger und Neu­bür­ge­rin­nen aus zahl­rei­chen Län­dern will­kom­men hei­ßen. Ein Groß­teil von ihnen war 2015 aus Syri­en geflo­hen. Metz­ner mach­te bei der Ein­bür­ge­rungs­fei­er deut­lich, dass jeder neue Mit­bür­ger, jede neue Mit­bür­ge­rin dazu bei­trägt, „dass Bam­berg auch künf­tig so wun­der­bar bunt, offen und tole­rant ist, wie wir dies ken­nen und schätzen.“

Moha­mad Kaba­lan lebt seit sie­ben Jah­ren in Bam­berg. „Ich bin 2015 nach Bam­berg gekom­men“, erzählt der 36-Jäh­ri­ge. Damals wuss­te der syri­sche Flücht­ling nicht, was ihn hier erwar­tet. Inzwi­schen ken­nen ihn vie­le Men­schen in der Welt­kul­tur­er­be­stadt durch sei­ne Tätig­keit als Taxi­fah­rer – längst fühlt er sich selbst als Bam­ber­ger. Er ist mit sei­ner Fami­lie ange­kom­men: „Bam­berg ist unse­re neue Hei­mat.“ Beim Ein­bür­ge­rungs­fest der Stadt Bam­berg im Hegel­saal der Kon­zert­hal­le stand Moha­mad Kaba­lan ent­spre­chend die Freu­de ins Gesicht geschrie­ben, als er mit sei­nen Kin­dern Adnan (14), Lay­an (12) und Nehal (10) die Glück­wün­sche von Drit­tem Bür­ger­mei­ster Wolf­gang Metz­ner zur deut­schen Staats­bür­ger­schaft ent­ge­gen­nahm. Auch sei­ne Frau Asmaa Abdul­ma­lek wird bald den deut­schen Pass in der Hand hal­ten können.

Es sind eini­ge sol­cher Geschich­ten, wie die von Moha­mad Kaba­lan und sei­ner Fami­lie, die man bei der Ein­bür­ge­rungs­fei­er erfah­ren kann. Vie­le von den 107 von Bür­ger­mei­ster Metz­ner begrüß­ten Neu­bür­ge­rin­nen und Neu­bür­gern sind aus Syri­en nach Deutsch­land geflüch­tet, man­che Fami­li­en haben sich auch erst in Deutsch­land gegrün­det, haben ech­te Ober­fran­ken zur Welt gebracht. Doch nicht nur aus Syri­en, aus allen Rich­tun­gen die­ser Erde stam­men die Ein­ge­bür­ger­ten: Metz­ner begrüß­te Men­schen aus Kasach­stan, Ser­bi­en, Ita­li­en, Rumä­ni­en, Koso­vo, Alge­ri­en, Boli­vi­en, Frank­reich, Iran, Ukrai­ne, Rus­si­sche Föde­ra­ti­on, Bul­ga­ri­en, Indi­en, Tür­kei, Grie­chen­land oder Lett­land. In den Coro­na-Jah­ren 2020 und 2021 wur­den in Bam­berg ins­ge­samt 326 Men­schen ein­ge­bür­gert, im Jahr 2022 bis­lang 184 – aus ins­ge­samt 56 Län­dern stam­men die Neu­bür­ge­rin­nen und Neubürger.

Als Gei­gen­leh­rer bei der Musikschule

Es sind schö­ne Geschich­ten, wie die von Musi­ker Cezar Salem, der mit 17 Jah­ren von Bra­si­li­en nach Deutsch­land – zunächst nach Frank­furt, dann nach Bam­berg – kam. Weil „Deutsch­land eines der besten Län­der ist, was klas­si­sche Musik angeht“, sagt Salem. Er wur­de Gei­gen­leh­rer bei der Städ­ti­schen Musik­schu­le auf Zeit. Sei­ne Schü­ler und Schü­le­rin­nen waren so begei­stert von ihm, dass sie ihn nicht mehr aus Bam­berg gehen lie­ßen und er selbst in Bam­berg blei­ben woll­te. Salem musi­zier­te bei der Ein­bür­ge­rungs­fei­er vir­tu­os, unter ande­rem mit Katha­ri­na Stahl, die zu sei­nen ersten Schü­le­rin­nen in Bam­berg gehör­te. Jetzt hat der heu­te 34-jäh­ri­ge Bra­si­lia­ner aus Rio de Janei­ro die deut­sche Staatsbürgerschaft.

Eine beson­de­re Freu­de für Bür­ger­mei­ster Wolf­gang Metz­ner war der Abend, da er auch Aman Yebyo aus Eri­trea per­sön­lich zur Ein­bür­ge­rung gra­tu­lie­ren durf­te. Yebyo war als 17-Jäh­ri­ger nach Deutsch­land gekom­men. Als Metz­ner unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge unter­rich­te­te, lern­ten die bei­den sich ken­nen, seit­dem blieb der Kon­takt. Mehr noch: Der heu­te 24-Jäh­ri­ge ist inzwi­schen der Paten­sohn von Metzner.

„Sich für eine neue Staats­an­ge­hö­rig­keit zu ent­schei­den ist ein gro­ßer Schritt“, sag­te Metz­ner in sei­ner Rede. Für vie­le sei das sicher­lich nicht ein­fach, dies kön­ne dazu füh­ren, dass die Ein­ge­bür­ger­ten nicht mehr so ein­fach in ihr Her­kunfts­land ein­rei­sen oder dort­blei­ben dür­fen.“ Moha­mad Kaba­lan jeden­falls ist froh, mit sei­ner Fami­lie hier zu sein: „Mei­ne Kin­der kön­nen ler­nen, und sie sind in Sicher­heit.“ Sein Älte­ster, Adnan, geht inzwi­schen auf das Franz-Lud­wig-Gym­na­si­um. Bür­ger­mei­ster Wolf­gang Metz­ner schloss die Ein­bür­ge­rungs­fei­er mit einem Aus­ruf: „Genie­ßen Sie Ihr Leben in Bam­berg und Deutschland!“

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