Weih­nachts­märk­te: Hoch­sai­son für Taschendiebe

symbolfoto polizei

Die Poli­zei ver­rät die häu­fig­sten Tricks der Täter und gibt prak­ti­sche Tipps zum Schutz vor dem blitz­schnel­len Griff in Taschen und Mäntel

Ein Besuch auf dem Weih­nachts­markt ist alle Jah­re wie­der ein schö­nes Advents­ri­tu­al für vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Aller­dings füh­len sich in der Men­schen­men­ge auch Taschen­die­be wohl.

Obwohl es in Bay­ern im Jahr 2021 815 Taschen­dieb­stäh­le weni­ger gab als 2020, soll­te man immer auf­merk­sam sein. Stets wird nur ein mini­ma­ler Pro­zent­satz der Fäl­le auf­ge­klärt. Aber wer die Tricks der Täter kennt, kann sich schützen.

End­lich ist sie da, die Zeit der Weih­nachts­märk­te. Lei­der füh­len sich im Gedrän­ge vor Glüh­wein- und Würst­chen­stän­den auch Taschen­die­be wohl. Nach ihren Über­grif­fen ver­schwin­den sie mit der Beu­te blitz­schnell im unüber­sicht­li­chen Gedrän­ge. Im Jahr 2020 wur­den in Bay­ern ins­ge­samt 2.514 Taschen­dieb­stäh­le ange­zeigt, 2021 nur noch 1.699. „Die Zahl an Dieb­stäh­len mag im ver­gan­ge­nen Jahr sicher auch pan­de­mie­be­dingt gerin­ger gewe­sen sein, in die­sem Jahr jedoch wer­den wie­der mehr Men­schen die Märk­te besu­chen. Damit neh­men auch die Tat­ge­le­gen­hei­ten wie­der zu“, sagt Harald Schmidt, Kri­mi­nal­ober­rat und Geschäfts­füh­rer der Poli­zei­li­chen Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on der Län­der und des Bundes.

Doch es gäbe Wege, so Schmidt, sich vor den Tätern und Täte­rin­nen zu schüt­zen. Der Kri­mi­nal­ober­rat emp­fiehlt Besu­chern von Weih­nachts­märk­ten, sich über die vie­len Tricks der Die­be zu infor­mie­ren. Sie tar­nen sich vor allem als „Anremp­ler“, „Beschmut­zer“ oder fal­sche Touristen.

Fal­sche Tou­ri­sten bit­ten mit Stadt­plan in der Hand um eine Weg­be­schrei­bung. Wäh­rend das Opfer Aus­kunft gibt, drängt sich zumeist ein Kom­pli­ze des Täters – vor­geb­lich, um bes­ser auf die Kar­te sehen zu kön­nen – nah an das Opfer her­an. Da es wäh­rend sei­ner Erklä­rung abge­lenkt ist, kann der Dieb unbe­merkt in des­sen Tasche fas­sen. Beschmut­zer hin­ge­gen las­sen „ver­se­hent­lich“ ein Getränk auf das Opfer fal­len oder beflecken es mit Ketch­up oder Senf. Dann bie­ten die Täter freund­lich an, die drecki­ge Jacke zu säu­bern – neben­bei geschieht der heim­li­che Griff in die Tasche.

Wie die oben genann­ten und wei­te­re Tricks funk­tio­nie­ren, sehen Sie in die­sen kur­zen Fil­men der Bun­des­po­li­zei: https://​www​.poli​zei​-bera​tung​.de/​t​h​e​m​e​n​-​u​n​d​-​t​i​p​p​s​/​d​i​e​b​s​t​a​h​l​/​t​a​s​c​h​e​n​d​i​e​b​s​t​a​h​l​/​v​i​d​e​o​s​p​o​ts/

Taschen­die­be und ‑die­bin­nen arbei­ten mei­stens in Grup­pen, häu­fig zu viert: Der erste beob­ach­tet die Umge­bung, die zwei­te lenkt das Opfer ab, der drit­te stiehlt, die vier­te schließ­lich nimmt die Beu­te an sich und ver­schwin­det auf Nim­mer­wie­der­se­hen in der Men­schen­men­ge. Die Kri­mi­nel­len wer­den sel­ten auf fri­scher Tat erwischt. Denn der gan­ze Vor­gang dau­ert nur Sekun­den – jeden­falls bei geüb­ten Kri­mi­nel­len. Bei Taschen­die­ben han­delt es sich häu­fig um pro­fes­sio­nel­le Täter, die in ganz Euro­pa agieren.

Die Erfah­rung der Poli­zei zeigt, dass eini­ge Eltern nicht davor zurück­scheu­en, ihre Kin­der als Die­be los­zu­schicken – denn in Jun­gen und Mäd­chen sehen die Men­schen kei­ne Gefahr. 2021 waren 14,5 Pro­zent (512 Per­so­nen) der Tat­ver­däch­ti­gen unter 18 Jah­re alt.

Dieb­stahls­op­fer, die ihren Ver­lust erst spä­ter bemer­ken, kön­nen nor­ma­ler­wei­se kei­ne Täter­be­schrei­bung mehr abge­ben. So blei­ben die mei­sten Fäl­le unge­löst (2021 und 2020 betrug die Auf­klä­rungs­quo­te an Taschen­dieb­stäh­len je nur 7,8 bzw. 8,4 Pro­zent). Wird der Dieb hin­ge­gen ertappt, aber konn­te ent­kom­men, soll­te man Fol­gen­des tun: Sich Täter­merk­ma­le ein­prä­gen, den Not­ruf 110 wäh­len, sich um das Opfer küm­mern und als Zeu­ge zur Ver­fü­gung ste­hen. Falls der Dieb nicht recht­zei­tig flüch­ten konn­te, dür­fen Bür­ger und Bür­ge­rin­nen ihn im Rah­men der soge­nann­ten „Jeder­mann-Fest­nah­me“ auf­hal­ten und spä­ter der Poli­zei übergeben.

Die­se Tipps der Poli­zei schüt­zen vor Dieben:

  • Neh­men Sie nur so viel Geld und Zah­lungs­kar­ten mit wie nötig.
  • Ver­wah­ren Sie Ihre Wert­sa­chen in ver­schie­de­nen Innen­ta­schen, die ver­schlos­sen sind.
  • Tra­gen Sie Taschen mit der ver­schlos­se­nen Sei­te zum Körper.
  • Ach­ten Sie beson­ders im Gedrän­ge auf Tasche und Wertsachen.
  • Vor­sicht, wenn jemand nahe an Sie her­an­rückt oder Sie anrem­pelt. Bestehen Sie dar­auf, dass der für Frem­de übli­che Abstand ein­ge­hal­ten wird.
  • Taschen­die­be erkennt man oft an ihrem suchen­den Blick. Sie sehen den Men­schen nicht in die Augen, son­dern spä­hen nach Beute.

Wur­de Ihnen eine Zah­lungs­kar­te gestoh­len? Dann han­deln Sie bit­te umgehend:

  • Las­sen Sie die Kar­te unbe­dingt sofort sper­ren. Dies ist unter dem bun­des­wei­ten Sperr­not­ruf 116 116 für alle Giro­cards und die mei­sten Kre­dit­kar­ten möglich.
  • Zei­gen Sie den Dieb­stahl bei der Poli­zei an. Die­se kann die Sper­rung des elek­tro­ni­schen Last­schrift­ver­fah­rens per Unter­schrift (SEPA-Last­schrif­ten) veranlassen.
  • Prü­fen Sie Ihre Kon­to­be­we­gun­gen und mel­den Sie unbe­fug­te Abbu­chun­gen bei Ihrer Bank oder Sparkasse.

Hier kön­nen Sie unser Falt­blatt „Schlau­er gegen Klau­er“ mit wei­te­ren Tipps her­un­ter­la­den: https://​www​.poli​zei​-bera​tung​.de/​m​e​d​i​e​n​a​n​g​e​b​o​t​/​d​e​t​a​i​l​/​2​3​-​s​c​h​l​a​u​e​r​-​g​e​g​e​n​-​k​l​a​u​er/

Das Falt­blatt „Vor­sicht, Kar­ten-Tricks“ ver­rät Sicher­heits­tipps zum Umgang mit Zah­lungs­kar­ten oder zum Bezah­len per Smart­pho­ne: https://​www​.poli​zei​-bera​tung​.de/​m​e​d​i​e​n​a​n​g​e​b​o​t​/​d​e​t​a​i​l​/​2​1​-​v​o​r​s​i​c​h​t​-​k​a​r​t​e​n​-​t​r​i​cks


Pro­fil Pro­gramm poli­zei­li­che Kriminalprävention

Wir wol­len, dass Sie sicher leben – des­we­gen küm­mern wir uns als Poli­zei neben der Straf­ver­fol­gung auch um die Vor­beu­gung von Kri­mi­na­li­tät. In einem Bund-Län­der­fi­nan­zier­ten Pro­gramm, dem Pro­gramm Poli­zei­li­che Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on der Län­der und des Bun­des (ProPK), ent­wickeln wir Kon­zep­te, Medi­en und Initia­ti­ven, die über Kri­mi­na­li­tät auf­klä­ren und Schutz­emp­feh­lun­gen ver­mit­teln. Wir betrei­ben Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit, koope­rie­ren mit ande­ren Ein­rich­tun­gen und arbei­ten mit exter­nen Fach­leu­ten zusam­men. Immer mit dem Ziel: Wir wol­len alle Men­schen mit unse­ren Emp­feh­lun­gen erreichen.

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