Regio­nal­kon­fe­renz Ener­gie­wen­de Ober­fran­ken: Ver­sor­gungs­si­cher­heit in Unternehmen

Logo der Regierung von Oberfranken

Wie kön­nen Unter­neh­men in der aktu­el­len Kri­sen­zeit ihre Ener­gie­ver­sor­gung nach­hal­tig sichern? Das war das zen­tra­le The­ma der Regio­nal­kon­fe­renz „Ener­gie­wen­de in Ober­fran­ken“, einer gemein­sa­men Ver­an­stal­tung der Regie­rung von Ober­fran­ken mit den ober­frän­ki­schen Wirt­schafts­kam­mern, IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, IHK zu Coburg und Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, auf Klo­ster Banz, an der rund 70 Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer aus ganz Ober­fran­ken teilnahmen.

Dr. Corin­na Boer­ner, Bereichs­lei­te­rin für Wirt­schaft, Lan­des­ent­wick­lung und Ver­kehr an der Regie­rung von Ober­fran­ken, beton­te: „Aktu­ell steht für Unter­neh­men und Betrie­be das The­ma bezahl­ba­re und siche­re Ener­gie­ver­sor­gung ganz im Vor­der­grund der Dis­kus­si­on. Mit­tel- und lang­fri­stig geht es mit Blick auf die gesetz­ge­be­ri­schen Zie­le zur Treib­haus­gas­neu­tra­li­tät auch um Trans­for­ma­ti­on durch Umstieg auf erneu­er­ba­re Ener­gien. Neben Ener­gie­ein­spa­rung und Ener­gie­ef­fi­zi­enz rückt die Ver­sor­gung mit lokal erzeug­ter, erneu­er­ba­rer Ener­gie ver­mehrt als Lösungs­an­satz in den Fokus. Vie­le Unter­neh­men befin­den sich schon im Ver­än­de­rungs­pro­zess, ande­re machen sich nun auf den Weg. Mit der heu­ti­gen Ver­an­stal­tung brin­gen wir gemein­sam mit den ober­frän­ki­schen Wirt­schafts­kam­mern wesent­li­che Akteu­re zusam­men und bie­ten damit eine Platt­form für gegen­sei­ti­gen Erfahrungsaustausch.“

Mar­co Bött­ger von der ISPEX AG in Bay­reuth gab einen Über­blick über die der­zei­ti­ge Lage im Ener­gie­markt und appel­lier­te an die Teil­neh­men­den, nicht in der Beob­ach­ter­rol­le zu ver­har­ren, son­dern jetzt die Wei­chen zu stel­len, um nach­hal­tig Ener­gie und Kosten ein­zu­spa­ren. Tho­mas Vogel von der zeit­geist engi­nee­ring GmbH aus Nürn­berg beton­te die Not­wen­dig­keit einer ganz­heit­li­chen Her­an­ge­hens­wei­se: ins­be­son­de­re mit der Sek­to­ren­kopp­lung als dem Schlüs­sel­ele­ment der Ener­gie­wen­de, bei der Strom als effi­zi­en­te­ste Ener­gie­form den Grund­stoff für Wär­me und Mobi­li­tät lie­fert, oder durch die intel­li­gen­te Steue­rung von Erzeu­gung und Ver­brauch durch Gebäudeautomation.

Juli­us Möhr­stedt von der IBC Solar AG in Bad Staf­fel­stein und Dr. Tho­mas Ban­ning, Geschäfts­füh­rer der Natur­Ener­gy GmbH in Bam­berg, stell­ten die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten der Erzeu­gung und Ver­mark­tung von Pho­to­vol­ta­ik-Strom vor. Neben der Eigen­strom­pro­duk­ti­on sind Strom­lie­fer­ver­trä­ge mit einem Betrei­ber einer Erneu­er­ba­ren-Ener­gien-Anla­ge, soge­nann­te Power Purcha­se Agree­ments (PPA), ein wesent­li­ches Mit­tel, sich von den hohen Markt­prei­sen lang­fri­stig zu entkoppeln.

Bei der anschlie­ßen­den Podi­ums­dis­kus­si­on, mode­riert von Leon­hard Hoecht von Bay­ern Inno­va­tiv, berich­te­ten Cat­rin Lip­pold-Knau­er, Geschäfts­füh­re­rin der Schnei­der Print­me­di­en GmbH in Weid­hau­sen und Joa­chim Krau­se, Geschäfts­füh­rer der Cobur­ger Handtuch+Mattenservice GmbH (CHMS) in Röden­tal in Ver­tre­tung für die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men über ihre Erfah­run­gen: Auf­grund bereits umge­setz­ter Opti­mie­rungs­maß­nah­men und Inve­sti­tio­nen in ener­gie­ef­fi­zi­en­te­re Anla­gen gelang es ihnen bereits, die Ver­bräu­che in ihren Unter­neh­men wesent­lich zu sen­ken. Die gestie­ge­nen Ener­gie­ko­sten stell­ten aber den­noch eine Mehr­be­la­stung dar. Stell­ver­tre­tend für ande­re Stadt­wer­ke schil­der­te Dr. Micha­el Fie­del­dey von den Stadt­wer­ken Bam­berg die der­zei­ti­ge Lage, auch infol­ge von Infla­ti­on und Per­so­nal­ko­sten­stei­ge­run­gen, als sehr her­aus­for­dernd. Bei­spiels­wei­se könn­ten die aus­blei­ben­den Ener­gie­ge­win­ne momen­tan nicht in die kom­mu­na­le Daseins­vor­sor­ge fließen.

Die Teil­neh­men­den waren sich einig: Unab­hän­gig von staat­li­chen Sofort­hil­fe­maß­nah­men und vor dem Hin­ter­grund man­geln­der Pla­nungs­si­cher­heit soll­ten die Unter­neh­men jetzt Ein­spar­maß­nah­men ein­lei­ten und in alter­na­ti­ve Ener­gie­ver­sor­gungs­sy­stem investieren.


Hin­ter­grund

Mit der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Regio­nal­kon­fe­renz Ener­gie­wen­de Ober­fran­ken“ bie­tet die Regie­rung von Ober­fran­ken seit zehn Jah­ren den ober­frän­ki­schen Kom­mu­nen eine Platt­form für Infor­ma­ti­ons- und Erfah­rungs­aus­tausch zu aktu­el­len Energiethemen.

Gemein­sam mit den ober­frän­ki­schen Wirt­schafts­kam­mern, IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, IHK zu Coburg und Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, führt die Regie­rung von Ober­fran­ken auch Ver­an­stal­tun­gen für Unter­neh­men durch. Bis­he­ri­ge The­men waren „Intel­li­gen­te Strom­nut­zung“, „Elek­tro­mo­bi­li­tät in der betrieb­li­chen Pra­xis“ und die Bun­des­för­de­rung für effi­zi­en­te Gebäude.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert