Bam­berg: Fas­sa­den­prei­se für das Sams-Haus und die Bischofsmühle

Die Bischofsmühle in der Geyerswörthstraße 4. Fotonachweis: Stadt Bamberg, Raymund Schmitz
Die Bischofsmühle in der Geyerswörthstraße 4. Fotonachweis: Stadt Bamberg, Raymund Schmitz

Stif­tung Welt­kul­tur­er­be Bam­berg: Gün­ther Beck­stein ver­lässt das Kura­to­ri­um nach vie­len Jah­ren des ver­dienst­vol­len Wirkens

Das „Sams-Haus“ in der Judenstraße 16. Fotonachweis: Bürgerspitalstiftung, Lara Müller

Das „Sams-Haus“ in der Juden­stra­ße 16. Foto­nach­weis: Bür­ger­spi­tal­stif­tung, Lara Müller

Ein strah­len­des Sams-Haus, ein ehe­ma­li­ger Lan­des­va­ter und eine präch­tig sanier­te Müh­le präg­ten die fest­li­che Sit­zung der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be Bam­berg. Es galt näm­lich mit dem Minis­ter­prä­si­den­ten a.D. Dr. Gün­ther Beck­stein ein lang­jäh­ri­ges Mit­glied im Kura­to­ri­um gebüh­rend zu ver­ab­schie­den und die bei­den Preis­trä­ger für die Fas­sa­den­prei­se 2020 und 2022 zu fei­ern. „In Bam­berg sind Sie stets hoch­ge­schätzt“, bedank­te sich Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke bei Beck­stein für sein Wir­ken in dem Gremium.

Im Blick­punkt der vom Quer­flö­ten­duo der Musik­schu­le mit Karen Hamann und Mela­nie Erz­feld umrahm­ten Sit­zung stand zunächst jedoch die Preis­ver­ga­be. Geehrt wur­den zwei Eigen­tü­mer von denk­mal­ge­schütz­ten Bau­wer­ken, wel­che die Fas­sa­den ihrer his­to­ri­schen Anwe­sen beson­ders gelun­gen und auf­wen­dig saniert haben. Die mit 3000 Euro dotier­te Aus­zeich­nung ging im Jahr 2020 an Gabrie­le und Hein­rich Trös­ter für das „Haus zum Ein­horn“ in der Juden­stra­ße 16, wur­de coro­nabe­dingt jedoch erst jetzt offi­zi­ell über­ge­ben. Das im Jahr 1377 erst­mals erwähn­te und expo­niert gele­ge­ne Gebäu­de trägt einen Schluss­stein im Tor­bo­gen, den ein Ein­horn ziert. Heu­te ist das Anwe­sen den Bamberger:innen, aber vor allem den Tourist:innen als „Sams-Haus“ ein Begriff, denn es dien­te als mar­kan­te Kulis­se bei der Ver­fil­mung der weit­hin bekann­ten Kin­der­bü­cher von Paul Maar. Letzt­mals restau­riert wur­de das Gebäu­de ver­mut­lich im Jahr 1926. Die nun 2020 fer­tig­ge­stell­te Außen­sa­nie­rung brach­te das drei­ge­schos­si­ge Bür­ger­haus in sei­ner baro­cken Erschei­nung noch mehr zur Gel­tung und mach­te es mit sei­ner geglie­der­ten Fas­sa­de zu einem prä­gen­den Teil der Juden­stra­ße. „Ich dan­ke Ihnen, dass mit­ten im Welt­erbe die­ses alte Haus im neu­en Glanz erstrah­len kann“, zoll­te OB Star­ke der Fami­lie Trös­ter sei­ne Anerkennung.

Die Preisträger Dr. Ludwig Müller (l.) und Heinrich Tröster (r.). Fotonachweis: Bürgerspitalstiftung, Lara Müller

Die Preis­trä­ger Dr. Lud­wig Mül­ler (l.) und Hein­rich Trös­ter (r.). Foto­nach­weis: Bür­ger­spi­tal­stif­tung, Lara Müller

Von glei­cher Bedeu­tung erweist sich die Sanie­rung der eben­falls städ­te­bau­lich her­aus­ra­gen­den Bischofs­müh­le in der Gey­ers­wörth­stra­ße 4, wes­halb der in Neu­fahrn leben­de Eigen­tü­mer Dr. Lud­wig Mül­ler mit dem Fas­sa­den­preis des Jah­res 2022 geehrt wur­de. Die Müh­le wur­de 1401 erst­mals erwähnt, das heu­ti­ge lang­ge­streck­te Gebäu­de wur­de im Kern jedoch im 17. Jahr­hun­dert erbaut. 1961 geriet ein Groß­teil des Dachs in Brand. Nach vie­len Jah­ren, nur mit einem Not­dach ver­se­hen, erhielt das Haus im Jahr 1981 sein heu­ti­ges Aus­se­hen. Ein Jahr spä­ter wur­de es zur Schank- und Spei­se­wirt­schaft – und ist es bis heu­te geblie­ben. Andre­as Star­ke lob­te das „qua­li­ta­tiv sehr gute Ergeb­nis“ der 2021 voll­zo­ge­nen Instand­set­zung der Fas­sa­de. Er ver­gaß nicht den Hin­weis auf die Skulp­tur des por­tu­gie­si­schen Künst­lers Rui Cha­fes, die vor vier Jah­ren ange­schafft und vor der Bischofs­müh­le plat­ziert wur­de, wo sie zur Attrak­ti­vi­tät des Anwe­sens beitrage.

„Bam­berg noch­mal völ­lig anders kennengelernt“

Oberbürgermeister Andreas Starke und der Vorsitzende des Kuratoriums, Ulrich Bauer-Bornemann, verabschiedeten den langjährigen Kurator Dr. Günther Beckstein und dankten ihm für sein verdienstvolles Wirken. Fotonachweis: Bürgerspitalstiftung, Lara Müller

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und der Vor­sit­zen­de des Kura­to­ri­ums, Ulrich Bau­er-Born­emann, ver­ab­schie­de­ten den lang­jäh­ri­gen Kura­tor Dr. Gün­ther Beck­stein und dank­ten ihm für sein ver­dienst­vol­les Wir­ken. Foto­nach­weis: Bür­ger­spi­tal­stif­tung, Lara Müller

Danach hieß es Abschied neh­men von Dr. Gün­ther Beck­stein als Kura­tor der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be. „Sie waren ein wich­ti­ger Unter­stüt­zer bei der Ent­wick­lung der Stif­tung für das Welt­kul­tur­er­be“, beton­te Star­ke und wünsch­te dem Nürn­ber­ger für die Zukunft „alles Gute, vor allem Gesund­heit“. Der ehe­ma­li­ge Minis­ter­prä­si­dent war seit Dezem­ber 2004, also von Beginn an, im Kura­to­ri­um und ver­passt den 20. Geburts­tag der Stif­tung um weni­ge Mona­te. „Ich wer­de 80 im nächs­ten Jahr und habe mir vor­ge­nom­men, vor­her all die­se Ehren­äm­ter abzu­ge­ben“, erklär­te Beck­stein in sei­ner Dan­kes­re­de. Er sei ger­ne Mit­glied im Kura­to­ri­um gewe­sen, des­sen Sit­zun­gen „von gro­ßem Ver­trau­en und Pro­fes­sio­na­li­tät“ gekenn­zeich­net gewe­sen sei­en. Von sei­nem Enga­ge­ment habe er auch per­sön­lich pro­fi­tiert: „Dadurch habe ich Bam­berg noch­mal auf völ­lig ande­re Wei­se kennengelernt.“