Zet­tels Refle­xio­nen: Für was ist das vie­le Gere­de gut?

Peter Zettel
Peter Zettel

Oder das stän­di­ge Diskutieren?

Mit Bach wür­de ich ja auch nicht über sei­ne Toc­ca­ta und Fuge in D Moll dis­ku­tie­ren, leb­te er noch und wür­de er mit mir reden. Ich wür­de dann allen­falls fest­stel­len, dass mir das Stück auf einer Orgel bes­ser als auf einer Gitar­re gespielt gefällt. Ande­re mögen lie­ber Mozart. Ok, nur wes­halb dar­über dis­ku­tie­ren? Macht kei­nen Sinn.

Jeder Musi­ker drückt in sei­ner Musik etwas aus, das bei mir spe­zi­fi­sche Emp­fin­dun­gen aus­löst. Und jeder, der Musik hört spielt das, was zu sei­ner aktu­el­len Stim­mung passt. Dar­über zu reden lohnt nicht, es sei denn, jemand wür­de mich danach fra­gen. Kommt aber nicht vor, zumin­dest noch nicht.

Bei Musik mache ich genau das, was ich auch im „nor­ma­len“ Leben machen soll­te: Die eige­ne wie die Stim­mung des ande­ren fest­stel­len und neben­ein­an­der ste­hen las­sen. Nicht mehr und nicht weni­ger. Das genügt vollkommen.

Wie hat es Jid­du Krish­na­mur­ti for­mu­liert? „Ver­ste­hen kann sich nur dann ein­stel­len, wenn direk­te Wahr­neh­mung da ist und kei­ne logi­sche Schluss­fol­ge­rung.“ Exakt! Nur wenn ich kei­ne Absicht habe – mit ande­ren Wor­ten – mich also nicht in Sze­ne set­zen will, nur dann kann ich den ande­ren über­haupt wahrnehmen.

Und geht es nicht genau dar­um, so wie ich mir bei Bachs Musik viel­leicht mei­ne eige­ne Stim­mung bewusst machen will? Wahr­neh­men was ist, bei dem ande­ren wie bei mir selbst. Mehr braucht es nicht, der Rest ergibt sich.


Peter Zet­tel

ist pen­sio­nier­ter Anwalt. Seit ein paar Jah­ren ist er begei­ster­ter Motor­rad­fah­rer – sein per­sön­li­cher Weg der Selbst­er­kennt­nis. Er inter­es­siert sich für das, was die Welt bewegt und schreibt dar­über in sei­nem Blog zet​tel​.biz.

Alle bis­her im Wie­sent­bo­ten erschie­nen „Zet­tels Refle­xio­nen

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