Uni Bay­reuth: Das sind die Gewinner*innen des wis­sen­schaft­li­chen Essay­wett­be­werbs zur Zukunft des Lebens­mit­tel­rechts und der Lebensmittelpolitik

Bay­reuth-Kulm­ba­cher Essay­wett­be­werb zum Lebens­mit­tel­recht: Die Gewinner*innen ste­hen fest

Uni Bayreuth: Das sind die Gewinner*innen des wissenschaftlichen Essaywettbewerbs zur Zukunft des Lebensmittelrechts und der Lebensmittelpolitik November 2022

Dr. Ste­phan Walch. Foto: Privat

Der Lehr­stuhl für Lebens­mit­tel­recht an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth hat die Gewinner*innen sei­nes wis­sen­schaft­li­chen Essay­wett­be­werbs zur Zukunft des Lebens­mit­tel­rechts und der Lebens­mit­tel­po­li­tik bekannt gege­ben. Dr. Ste­phan Walch und Dr. Dirk Lachen­mei­er vom Che­mi­schen und Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amt Karls­ru­he wur­den für ihre Ana­ly­se der EU-Ver­ord­nung über neu­ar­ti­ge Lebens­mit­tel (Novel Food) mit dem Ersten Preis aus­ge­zeich­net. Die Bay­reu­ther Master­stu­die­ren­den Anna Hand­te-Rei­necker und Anki­ta Yadav erhiel­ten den Zwei­ten und Drit­ten Preis. Eine Ver­öf­fent­li­chung der preis­ge­krön­ten Essays ist in Vorbereitung.

Uni Bayreuth: Das sind die Gewinner*innen des wissenschaftlichen Essaywettbewerbs zur Zukunft des Lebensmittelrechts und der Lebensmittelpolitik November 2022

Dr. Dirk Lachen­mei­er. Foto: Privat

Im Mai 2022 hat­te der Lehr­stuhl für Lebens­mit­tel­recht an der Fakul­tät für Lebens­wis­sen­schaf­ten: Lebens­mit­tel, Ernäh­rung und Gesund­heit den Wett­be­werb gestar­tet. Alle Inter­es­sier­ten waren ein­ge­la­den, in einem Essay dar­über zu reflek­tie­ren, unter wel­chen recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen inno­va­ti­ve und nach­hal­ti­ge Lebens­mit­tel­sy­ste­me ent­wickelt und umge­setzt wer­den soll­ten. „In einer Zeit, die von Umbrü­chen und Unsi­cher­hei­ten geprägt ist, wol­len vie­le Men­schen grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen ver­mei­den. Das gilt ins­be­son­de­re auch für den Bereich der Ernäh­rung. Neue For­schungs­ar­bei­ten zei­gen aber, dass Inno­va­tio­nen auf den Gebie­ten des Lebens­mit­tel­rechts und der Ernäh­rungs­po­li­tik die Ent­wick­lung nach­hal­ti­ger Lebens­mit­tel­sy­ste­me auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne erheb­lich stär­ken kön­nen – nicht zuletzt im Hin­blick auf die glo­ba­le Her­aus­for­de­rung, für eine wach­sen­de Welt­be­völ­ke­rung eine gesun­de und aus­rei­chen­de Ernäh­rung zu gewähr­lei­sten. Alle, die sich für die Zukunft unse­rer Ernäh­rung inter­es­sie­ren, ermu­ti­gen wir mit dem Start unse­res neu­en Essay-Wett­be­werbs dazu, ihre eige­nen Ideen zu ent­wickeln. Die Qua­li­tät der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge war außer­or­dent­lich hoch“, sagt Prof. Dr. Kai Purn­ha­gen, Inha­ber des Lehr­stuhls für Lebens­mit­tel­recht am Stand­ort Kulm­bach der Uni­ver­si­tät Bayreuth.

Dr. Ste­phan Walch, Amts­lei­ter des Che­mi­schen und Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amts Karls­ru­he, und Dr. Dirk Lachen­mei­er, der dort die Abtei­lung für Lebens­mit­tel pflanz­li­cher Her­kunft, Diät und Inter­net­han­del lei­tet, haben die EU-Rechts­vor­schrift zu „Novel Food“ ana­ly­siert. „Wir sind zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass der der­zeit gül­ti­ge Rechts­rah­men der EU nicht geeig­net ist, um Nach­hal­tig­keit im Lebens­mit­tel­sek­tor zu gewähr­lei­sten. Weil das The­ma des Essay­wett­be­werbs in eines unse­rer Haupt­fach­ge­bie­te fiel, näm­lich die lebens­mit­tel­recht­li­che Bewer­tung neu­ar­ti­ger Lebens­mit­tel, haben wir uns ger­ne dar­an betei­ligt“, sagt Dr. Ste­phan Walch. „Der Auf­ruf hat uns ermu­tigt, eine Arbeit ein­zu­rei­chen, die wir nor­ma­ler­wei­se nicht geschrie­ben hät­ten, da sie über den Tel­ler­rand unse­rer täg­li­chen Arbeit hin­aus­schaut. Wir haben das Essay­for­mat genutzt, um eini­ge wei­ter­füh­ren­de Über­le­gun­gen zum Zusam­men­hang zwi­schen neu­ar­ti­ger Lebens­mit­tel­po­li­tik, Lebens­mit­tel­si­cher­heit und Nach­hal­tig­keit anzu­stel­len – gera­de auch mit Blick auf die aktu­el­len Kri­sen bei der Ver­füg­bar­keit von Grund­nah­rungs­mit­teln,“ ergänzt Dr. Dirk Lachen­mei­er. Die bei­den Karls­ru­her Preis­trä­ger haben ihren Preis für die Krebs­for­schung am Deut­schen Krebs­for­schungs­zen­trum gespendet.

Uni Bayreuth: Das sind die Gewinner*innen des wissenschaftlichen Essaywettbewerbs zur Zukunft des Lebensmittelrechts und der Lebensmittelpolitik November 2022

Anna Hand­te-Rei­necker. Foto: Privat

Die Gewin­ne­rin des Zwei­ten Prei­ses, Anna Hand­te-Rei­necker, absol­viert an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth den Master-Stu­di­en­gang „Glo­bal Food, Nut­ri­ti­on and Health“. In ihrem Essay befasst sie sich mit Pro­ble­men der Nach­hal­tig­keit der EU-Fische­rei: „Ich habe an die­sem Wett­be­werb teil­ge­nom­men, weil ich sehr an die­sem The­ma inter­es­siert bin. Mein Ziel war es, krea­ti­ve Lösun­gen zu ent­wickeln, indem ich die Nach­hal­tig­keit der jet­zi­gen Fische­rei­prak­ti­ken und ‑vor­schrif­ten der EU unter­sucht habe. Wäh­rend des Schreib­pro­zes­ses habe ich viel über die Poli­tik und die wider­sprüch­li­chen Mei­nun­gen zu die­sem The­ma erfah­ren. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mei­nen ersten Auf­satz mit juri­sti­schem Schwer­punkt zu schrei­ben und dabei tief in ein The­ma ein­zu­tau­chen, das mir sehr am Her­zen liegt.“

Uni Bayreuth: Das sind die Gewinner*innen des wissenschaftlichen Essaywettbewerbs zur Zukunft des Lebensmittelrechts und der Lebensmittelpolitik November 2022

Anki­ta Yadav. Foto: Privat

Die aus Indi­en stam­men­de Gewin­ne­rin des Drit­ten Prei­ses, Anki­ta Yadav, stu­diert an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth den Master-Stu­di­en­gang „Food Qua­li­ty and Safe­ty“. Sie zeigt in ihrem Essay, wie die Pro­ble­me, die bei der Regu­lie­rung nach­hal­ti­ger Lebens­mit­tel­sy­ste­me zu berück­sich­ti­gen sind, mit­ein­an­der zusam­men­hän­gen und ein ganz­heit­li­ches poli­ti­sches Han­deln erfor­dern: „Die Welt steht heu­te vor revo­lu­tio­nä­ren Her­aus­for­de­run­gen im Kampf gegen den Kli­ma­wan­del. Unse­re der­zei­ti­ge Situa­ti­on erfor­dert, dass wir die Ernäh­rung für alle sicher­stel­len und gleich­zei­tig die Koh­len­stoff-Emis­sio­nen redu­zie­ren. Ich sehe in alter­na­ti­ven Pro­te­inen ein gro­ßes Poten­zi­al als Vor­bo­te für einen sol­chen Wan­del. Ich emp­fin­de es als fas­zi­nie­rend, an inno­va­ti­ven Kon­zep­ten für neue Lebens­mit­tel mit­zu­ar­bei­ten, aber auch zugleich als her­aus­for­dernd, da die Men­schen oft nicht von vorn­her­ein bereit sind, die­se Lebens­mit­tel auch zu konsumieren.“

Der Lehr­stuhl für Lebens­mit­tel­recht der Uni­ver­si­tät Bay­reuth arbei­tet zur­zeit an der redak­tio­nel­len Betreu­ung der preis­ge­krön­ten Essays, um sie in wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrif­ten zu ver­öf­fent­li­chen und die Ideen der Gewinner*innen über Bay­reuth und Kulm­bach hin­aus zur Dis­kus­si­on zu stel­len. Auch 2023 soll es wie­der einen Essay­wett­be­werb zur Zukunft des Lebens­mit­tel­rechts und der Lebens­mit­tel­po­li­tik geben. „Unser Ziel ist es, den Wett­be­werb zu einem jähr­li­chen Krea­tiv-Event an der Fakul­tät für Lebens­wis­sen­schaf­ten wei­ter­zu­ent­wickeln“, sagt Prof. Dr. Kai Purnhagen.

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