Bam­berg: Tief­schwar­ze Komö­die: „Beu­te“ fei­ert Pre­miè­re im ETA Hoff­mann Theater

"Beute" ist eine tiefschwarze Komödie über Skrupellosigkeit und die räudige Lust am Geld.
"Beute" ist eine tiefschwarze Komödie über Skrupellosigkeit und die räudige Lust am Geld. (Foto: ETA Hoffmann Theater/Markus Kortschak)

Am Frei­tag, den 2. Dezem­ber, fei­ert Joe Ortons Komö­die „Beu­te“ Pre­miè­re im Gro­ßen Haus des ETA Hoff­mann Thea­ters. Beginn ist um 19:30 Uhr.

Zum Stück

Fay war Pfle­ge­rin der guten Mrs. McLea­vy. Die alte Mama liegt nun auf­ge­bahrt im Schlaf­zim­mer, damit alle sich von ihr ver­ab­schie­den mögen. Sie hat lei­der das Zeit­li­che geseg­net, was im Leben von Fay kei­ne Sel­ten­heit ist. Häu­fi­ger gehen die ihr Betrau­ten sehr recht­zei­tig über den Jor­dan. „Alle mei­ne Ehe­män­ner ver­star­ben. Ich hat­te sie­ben ins­ge­samt. Durch­schnitt­lich einen pro Jahr. Ich bin ver­schwen­de­risch, ich weiß“, sagt sie und fragt sich, war­um zum Teu­fel der Schrank nicht zu öff­nen ist, in den sie doch nur einen Klei­der­bü­gel hän­gen möchte.

Mister McLea­vy scheint eben­falls nicht von tie­fer Trau­er gezeich­net, zudem bie­tet Fay ihm eine schnel­le Hoch­zeit an. Wer möch­te schon allei­ne sein? Und das in sei­nem Alter! Auch sein Sohn Hal wirkt nicht beson­ders betrof­fen; er plant, mit Den­nis durch­zu­bren­nen, „jeman­dem, der einen extra­va­gan­ten Lebens­stil gewohnt ist“. Den­nis ist just bei dem Bestat­tungs­un­ter­neh­men tätig, das die Ver­stor­be­ne zum Fried­hof brin­gen soll. Und es befin­det sich zufäl­li­ger­wei­se genau neben der Bank, in die gera­de ein­ge­bro­chen wurde.

Doch bevor der Kranz der Bingo­freun­de aus­gie­big bestaunt wer­den kann und der Schrank sich öff­nen lässt, klin­gelt es. Vor der Tür steht Trus­cott, behaup­tend, er wäre von den städ­ti­schen Was­ser­wer­ken. Aber er inter­es­siert sich mehr für Fays ver­stor­be­ne Ehe­män­ner, den Schrank, den Sarg und das ver­miss­te Geld als für Lei­tun­gen und Anschlüs­se. Ob er nur „fälsch­li­cher­wei­se“ oft für einen Detek­tiv gehal­ten wird und wo die Beu­te bes­ser zu ver­stecken wäre – im Sarg oder im Schrank -, ver­mag die gar nicht so trau­ri­ge Trau­er­ge­mein­de bald herauszufinden.

Die Sipp­schaft aus gezwun­ge­ner­ma­ßen ehr­li­chen Lei­chen­fled­de­rern, einem bru­ta­len Poli­zi­sten und einer Hei­rats­schwind­le­rin gleicht einem Irren­haus. Selbst der „Beam­te des Was­ser­werks“ ist im End­ef­fekt bestech­lich. Die Kor­rup­ti­on macht vor dem Tod nicht Halt, der Anstand wird mit der Lei­che begraben.

In die­ser tief­schwar­zen Komö­die sind Wer­te und Nor­men end­lich pas­sé, übrig bleibt die räu­di­ge Lust am Geld, die Skru­pel­lo­sig­keit der Ver­blie­be­nen und die Freu­de des Unverschämten.

  • Regie: Ste­fan Otteni
  • Büh­ne und Kostü­me: Nora Johan­na Gromer
  • Dra­ma­tur­gie: Armin Breidenbach
  • Es spie­len: Ste­phan Ull­rich, Ali­na Rank, Leon Töl­le, Robert Knorr, Eric
    Wehlan
  • Kar­ten gibt es an der Thea­ter­kas­se und auf www​.thea​ter​.bam​berg​.de

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