Lich­ten­fel­ser MdB Zeul­ner zur Strei­chung der Heb­am­men aus dem Pflegebudget

MdB Emmi Zeulner
MdB Emmi Zeulner. Foto: Hendrik Steffens

Bay­erns Gesund­heits­mi­ni­ster Holet­schek und MdB Zeul­ner kri­ti­sie­ren Strei­chung der Refi­nan­zie­rung von Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger aus dem Pfle­ge­bud­get – kli­ni­sche Geburts­hil­fe gerät wei­ter unter Druck

„Die Bun­des­re­gie­rung hat ihre Ent­schei­dung wie­der ein­mal nicht zu Ende gedacht. Statt ihr Ver­spre­chen aus dem Koali­ti­ons­ver­trag, Fehl­an­rei­ze in der Geburts­hil­fe aus­zu­räu­men, umzu­set­zen, schafft die Ampel trotz aller War­nun­gen einen wei­te­ren Fehl­an­reiz und gefähr­det damit die Ver­sor­gung der Müt­ter und Neu­ge­bo­re­nen sowie die Aus­bil­dung des Heb­am­men-Nach­wuchs“, so Emmi Zeul­ner, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te für den Bun­des­wahl­kreis Kulm­bach, Lich­ten­fels und Bam­berg-Land. Gemeint ist damit die Strei­chung von Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­gern aus dem Pfle­ge­bud­get, die am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag von Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ster Prof. Dr. Karl Lau­ter­bach und den Ampel­frak­tio­nen im Deut­schen Bun­des­tag im GKV-Finanz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz beschlos­sen wur­de. Auch Bay­erns Gesund­heits­mi­ni­ster Klaus Holet­schek kri­ti­siert die­sen Schritt: „Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ster fährt damit einen Spar­kurs auf dem Rücken von Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­gern. Und das geht letz­ten Endes zu Lasten der Schwan­ge­ren und Neu­ge­bo­re­nen. Die Ampel wird wort­brü­chig und nimmt Ein­schnit­te in der Ver­sor­gung und Aus­bil­dung bil­li­gend in Kauf.“ Denn im Koali­ti­ons­ver­trag haben die Ampel­frak­tio­nen ver­ein­bart, die 1:1‑Betreuung zwi­schen Gebä­ren­der und Heb­am­me wäh­rend der Geburt und das Natio­na­le Gesund­heits­ziel „Gesund­heit rund um die Geburt“ umzusetzen.

Nach der neu­en Geset­zes­la­ge kön­nen ab 2025 nur noch Pfle­ge­fach­kräf­te und Pfle­ge­hilfs­kräf­te, die in der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung auf bet­ten­füh­ren­den Sta­tio­nen ein­ge­setzt sind, über das Pfle­ge­bud­get refi­nan­ziert wer­den. Ande­res medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal muss von den Kran­ken­häu­sern ander­wei­tig finan­ziert wer­den. Das betrifft auch Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger, die Wöch­ne­rin­nen und deren Neu­ge­bo­re­ne auf den Sta­tio­nen betreu­en oder Risi­ko­schwan­ge­re sta­tio­när über­wa­chen und begleiten.

„Per­spek­ti­visch wer­den Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger durch Pfle­ge­fach­per­so­nal und Hilfs­kräf­te, die wei­ter­hin über das Pfle­ge­bud­get abre­chen­bar sind, ersetzt wer­den“, erklärt Zeul­ner. Statt das Pfle­ge­fach­per­so­nal zu ent­la­sten, wird die­ses zukünf­tig die Auf­ga­ben der Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger über­neh­men müs­sen. „Eine Ant­wort dar­auf, wie ange­sichts des Fach­kräf­te­man­gels die ange­mes­se­ne, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Ver­sor­gung der Wöch­ne­rin­nen und Risi­ko­schwan­ge­ren wei­ter­hin sicher­ge­stellt wer­den soll, bleibt der Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ster uns allen schul­dig. Dabei sind mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Teams, also Teams in denen meh­re­re Berufs­grup­pen und Qua­li­fi­ka­ti­ons­stu­fen zusam­men­ar­bei­ten, die Zukunft“, so Zeulner.

Zudem gefähr­det die Ampel auch die Aus­bil­dung des Nach­wuch­ses: Denn Heb­am­men­stu­den­tin­nen und –stu­den­ten müs­sen min­de­stens 25% der Zeit ihrer Pra­xis­ein­sät­ze auf geburts­hilf­li­chen Sta­tio­nen von aus­ge­bil­de­ten Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­gern ange­lei­tet wer­den. Zukünf­tig wird es für die ange­hen­den Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger schwie­ri­ger, einen Platz für Pra­xis­ein­sät­ze zu fin­den, weil durch die Neu­re­ge­lung die fest­an­ge­stell­ten Heb­am­men von den Sta­tio­nen ver­drängt wer­den könn­ten. „Es schockiert mich, dass kei­ner der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der Ampel den Ernst der Lage und die Kon­se­quen­zen der Strei­chung ernst­haft bedacht hat“, so Zeulner.

Auch Gesund­heits­mi­ni­ster Holet­schek hat von Anfang an vor den Aus­wir­kun­gen der Plä­ne von Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ster Lau­ter­bach zur Sta­bi­li­sie­rung der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung gewarnt: „Für mich spielt die Sicher­heit der gesund­heit­li­chen Ver­sor­gung der Men­schen vor Ort die wich­tig­ste Rol­le. Die Ampel ver­spielt mit der Strei­chung der Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger aus der Refi­nan­zie­rung durch das Pfle­ge­bud­get leicht­fer­tig das Ver­trau­en des geburts­hilf­li­chen Fach­per­so­nals und sie ver­spielt auch das Ver­trau­en der schwan­ge­ren Frauen.“

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