Sonn­tags­ge­dan­ken: Sehnsucht

Symbolbild Religion

Lie­be Freunde,

ken­nen Sie den Film von Micha­el „Bul­ly“ Her­big: „Bal­lon“? Er erzählt die spek­ta­ku­lä­re Flucht der Fami­li­en Strel­zyk und Wet­zel aus der DDR nach West­deutsch­land mit einem selbst­ge­bau­ten Heißluftballon.

Ich habe ihn mir schon des Öfte­ren ange­se­hen und fra­ge mich immer wie­der: „Was ver­an­lasst Men­schen zu sol­chen Höchst­lei­stun­gen? Was ver­an­lass­te die bei­den Fami­li­en, trotz etli­cher Nie­der­la­gen, nicht auf­zu­ge­ben, son­dern wei­ter­zu­ma­chen? Was gab ihnen den Mut und die Kraft, trotz aller Bedro­hung und Angst, an ihrem Ziel, der Flucht aus der DDR, festzuhalten?“

Pfarrer Klaus Weigand (rechts) mit Urmel ...

Pfar­rer Klaus Wei­gand (rechts) mit Urmel …

Ich glau­be, es war die Sehn­sucht, die Sehn­sucht nach einem Leben in Frei­heit und Würde.

Letzt­lich war es schon immer die Sehn­sucht, die uns Men­schen zu gro­ßen und oft unge­wöhn­li­chen Taten ver­an­lasst hat.

Auch bei dem Zöll­ner Zachä­us, der zwar sehr reich aber inner­lich arm und ein­sam war, war es die Sehn­sucht, die ihn zu etwas ganz Unge­wöhn­li­chem ver­an­lasst hat.

Es war eine Sehn­sucht in sei­nem Her­zen, dass die­ser Jesus ihn von sei­ner Krank­heit, dem „immer Mehr“, hei­len könn­te, und er spür­te des­we­gen die Sehn­sucht, IHN auch zu sehen, ihm per­sön­lich zu begeg­nen. Die­se Sehn­sucht ließ die­sen Ober­zöll­ner auf einen Baum klet­tern: Wie ein klei­nes Kind klet­ter­te er auf einen Baum.

Und Jesus erfüllt sei­ne Sehn­sucht weit mehr als er sich es vor­ge­stellt hat: Er bit­tet ihn vom Baum her­un­ter, denn er will bei ihm zu Gast sein.

Und weil Jesus sei­ne Sehn­sucht erfüllt, bekommt Zachä­us den Mut, sein Leben ganz von vor­ne und ganz anders zu beginnen.

Am Anfang stand die Sehnsucht.

Genau die­se Sehn­sucht nach Leben, nach Lie­be, nach Gebor­gen­heit, nach Ver­trau­en und Gemein­schaft haben wir Men­schen heu­te noch immer.

Und genau die­se Sehn­sucht möch­te Gott auch heu­te noch stil­len und zwar durch DICH.

Des­we­gen müs­sen wir ein offe­nes Ohr haben für die Men­schen um uns her­um, für ihre Anlie­gen, ihre Sor­gen und ihre Nöte. Kir­che muss sich auf die Sei­te der Men­schen stel­len und nicht über ihnen ste­hen, um die­se Sehn­sucht in den Her­zen der Men­schen stil­len zu können.

Des­we­gen braucht es Men­schen, Men­schen, wie Dich, die sich für ande­re ein­set­zen und die ver­su­chen, deren Sehn­sucht zu stillen.

Denn so kön­nen wir unse­ren Mit­men­schen hel­fen, wie­der zu leben, Leben in Fül­le zu haben und neu anzufangen.

Ich dan­ke allen, die ande­ren immer wie­der eine neue Chan­ce geben. Ich dan­ke den Men­schen, die die Sehn­sucht der ande­ren spü­ren und ver­su­chen, ein Stück weit zu erfüllen.

Und ich wün­sche eben­so allen von uns, Men­schen an unse­rer Sei­te zu haben, die unse­re eige­ne Sehn­sucht spü­ren und erfül­len können.

Klaus Wei­gand


Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Infos zu Pfar­rer Klaus Weigand

  • Gebo­ren 1966 in Erlen­bach am Main (Unter­fran­ken)
  • Abitur am The­re­sia­num in Bam­berg 1989
  • Stu­di­um der Kath. Theo­lo­gie in Bam­berg und Wien
  • Prie­ster­wei­he 1998
  • Tätig­kei­ten:
  • Fürth, Christ­kö­nig von 1997 – 2010
  • Bucken­ho­fen als Pfarr­ad­mi­ni­stra­tor 2010 – 2015
  • seit 2015 in Herolds­bach und Hausen

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