In der Bay­reu­ther Von-Helm­holtz-Stra­ße wur­de jetzt Richt­fest gefei­ert – Die Joseph-Stif­tung errich­tet 23 Miet­woh­nun­gen in nach­hal­ti­ger Holz-Hybrid-Bauweise

Bayreuth Richtfest Joseph-Stiftung Oktober 2022
Richtfest in Bayreuth: (von links): Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Bereichsleiter Planen und Bauen Matthias Jakob (Joseph-Stiftung), Vorstandssprecher Andreas F. Heipp (Joseph-Stiftung). Foto: Matthias Hoch

Nach­hal­tig und bezahl­bar: Richt­fest für Holz-Hybrid-Bau im geför­der­ten Wohnungsbau

Die Joseph-Stif­tung errich­tet in der Bay­reu­ther Von-Helm­holtz-Stra­ße 23 Miet­woh­nun­gen in Holz-Hybrid-Bau­wei­se. Elf die­ser Woh­nun­gen ver­fü­gen über eine öffent­li­che För­de­rung (EOF) und kom­men damit Men­schen mit gerin­ge­rem Ein­kom­men zugu­te. Bei dem Ersatz­neu­bau ste­hen der Erhalt natür­li­cher Res­sour­cen und das Schaf­fen kosten­gün­sti­gen Wohn­raums im Fokus.

Die Kom­bi­na­ti­on der Bau­ma­te­ria­li­en Holz und Beton – kurz Holz-Hybrid-Bau­wei­se – im Woh­nungs­bau, bringt meh­re­re Vor­tei­le mit sich: unter ande­rem weni­ger Ener­gie­be­darf und weni­ger Res­sour­cen­ver­brauch. Die­se kom­men auch beim Bau­pro­jekt der Joseph-Stif­tung in der Bay­reu­ther Von-Helm­holtz-Stra­ße zum Tra­gen. Ergänzt durch die För­de­rung des Frei­staa­tes Bay­ern ent­steht so moder­ner, nach­hal­ti­ger und bezahl­ba­rer Wohn­raum. Am 24. Okto­ber 2022 konn­te gemein­sam mit Bay­reuths Ober­bür­ger­mei­ster Tho­mas Ebers­ber­ger das Richt­fest gefei­ert wer­den. In dem Ersatz­neu­bau ent­ste­hen 23 bar­rie­re­freie Miet­woh­nun­gen. Elf der Woh­nun­gen sind im Rah­men der ein­kom­mens­ori­en­tier­ten För­de­rung (EOF) öffent­lich geför­dert. Der Abbruch der Bestands­ge­bäu­de aus den 1950er-Jah­ren erfolg­te Anfang des Jahres.

Res­sour­cen­scho­nen­der und bezahl­ba­rer Wohnraum

Das Pro­jekt geht zwei wich­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen des Woh­nungs­baus an. Durch die Holz-Hybrid-Bau­wei­se in Kom­bi­na­ti­on mit dem Heiz­sy­stem wird der CO2-Aus­stoß bei der Durch­füh­rung des Bau­vor­ha­bens und im spä­te­ren Betrieb durch Ein­hal­tung des BEG 55-EE-Stan­dards redu­ziert. Gleich­zei­tig kann im Rah­men der EOF-För­de­rung kosten­gün­sti­ger Wohn­raum geschaf­fen wer­den. Mit der bau­li­chen Umset­zung hat die Joseph-Stif­tung die Fir­ma Ed. Züb­lin AG beauf­tragt. Ins­ge­samt ent­steht eine Wohn­flä­che von rund 1700 Qua­drat­me­tern sowie 24 Stell­plät­ze. Die Joseph-Stif­tung inve­stiert in das Pro­jekt rund sie­ben Mil­lio­nen Euro. Nach aktu­el­len Pla­nun­gen ist die Fer­tig­stel­lung für den Juni 2023 anvisiert.

Ober­bür­ger­mei­ster lobt Projektausrichtung

Bay­reuths Ober­bür­ger­mei­ster Tho­mas Ebers­ber­ger hob in sei­nem Gruß­wort die Beson­der­heit des Pro­jek­tes her­vor: „Die Joseph-Stif­tung stellt sich zwei der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit: Zum einen fehlt über­all in den Städ­ten – und natür­lich auch hier in Bay­reuth – Wohn­raum, der noch dazu auch für Men­schen mit wenig Ein­kom­men bezahl­bar ist. Zum ande­ren spie­len Nach­hal­tig­keit und Kli­ma­freund­lich­keit eine immer wich­ti­ge­re Rol­le in unse­rer Gesell­schaft. Mit dem Bau des Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses in Holz-Hybrid-Bau­wei­se mei­stert die Joseph-Stif­tung die­se zwei Her­aus­for­de­run­gen: Sie schafft hier in Bay­reuth Wohn­raum und das mit Hil­fe von nach­hal­ti­gem und kli­ma­freund­li­chem Bauen.“

Neue Wege beschreiten

„Zum Errei­chen der Kli­ma­zie­le sind Woh­nungs­un­ter­neh­men gefor­dert, inno­va­ti­ve Tech­ni­ken zum Bau­en zu ver­wen­den. Mit dem Pro­jekt in Bay­reuth kom­men wir die­ser Ver­pflich­tung nach. Nur mit den Erfah­rungs­wer­ten sol­cher Pro­jek­te kön­nen wir auch in Zukunft res­sour­cen­scho­nend und kli­ma­freund­lich bezahl­ba­ren Wohn­raum zur Ver­fü­gung zu stel­len“, sagt Andre­as F. Heipp, geschäfts­füh­ren­der Vor­stand und Vor­stands­spre­cher der Joseph-Stif­tung, und ergänzt: „In Zei­ten mas­siv stei­gen­der Bau­ko­sten, knap­per Bau­ma­te­ria­li­en, stark stei­gen­der Zin­sen und der ange­streb­ten CO2-neu­tra­len Wär­me­ver­sor­gung wer­den wei­te­re Bau­maß­nah­men bezüg­lich ihrer Umset­zung über­prüft wer­den müs­sen. Das Land Bay­ern hat mit sei­ner neu­en EOF-För­de­rung den rich­ti­gen Impuls gesetzt. Den­noch benö­ti­gen Gemein­we­sen ori­en­tier­te Woh­nungs­un­ter­neh­men auf­grund der aktu­el­len Ent­wick­lun­gen wei­ter­ge­hen­de Unter­stüt­zung und ein Augen­maß bei den Anfor­de­run­gen an den Klimaschutz.“

Bau­wei­se und Wärmeversorgung

Das vier­ge­schos­si­ge Gebäu­de wird im Erd­ge­schoss in Mas­siv­bau­wei­se mit Sicht­be­ton und in den Ober­ge­schos­sen mit tra­gen­den Holz­kon­struk­tio­nen und einer Holz­fas­sa­de errich­tet. Beheizt wer­den bei­de Gebäu­de mit einem Holz­pel­let-Kes­sel mit Pel­let­bun­ker. Die Warm­was­ser­ver­sor­gung wird dezen­tral über elek­tri­sche Durch­lauf­er­hit­zer rea­li­siert. Alle Woh­nun­gen in den Erd­ge­schos­sen erhal­ten Ter­ras­sen, in den Ober­ge­schos­sen ent­ste­hen vor­ge­setz­te Balkone.

Was ist Holz-Hybrid-Bauweise?

Beim Bau­en mit Holz-Hybrid wer­den die Mate­ria­li­en Holz und Beton kom­bi­niert. Bei­de Bau­stof­fe über­neh­men die sta­ti­schen Lasten gemein­sam. Dabei tra­gen Beto­nin­nen­wän­de und Holz­au­ßen­wän­de gemein­sam die Beton­decken. Zudem brin­gen bei­de Mate­ria­li­en wei­te­re Vor­tei­le mit sich, die in ihrer Kom­bi­na­ti­on den Bau von Gebäu­den schnel­ler, fle­xi­bler und mit einem höhe­ren wirt­schaft­li­chen Nut­zen mög­lich machen.

Vor­tei­le der Holz-Hybrid-Bauweise

Die Holz-Hybrid-Bau­wei­se hat zudem eine bes­se­re Öko­bi­lanz als etwa eine rei­ne Mas­siv­bau­wei­se. Holz wächst ohne fos­si­len Ener­gie­ver­brauch nach und ist voll­stän­dig recy­cel­bar. Eben­so ist der Ener­gie­be­darf für die Her­stel­lung von Holz im Ver­gleich zu Beton, Stahl oder Zie­geln gerin­ger. Holz ist außer­dem ein guter Wär­me­schutz sowohl im Som­mer als auch im Win­ter und sorgt für ein gesun­des Raumklima.

Unter­neh­mens­da­ten

Grün­dung und Stiftungszweck

Die Joseph-Stif­tung als kirch­li­ches Woh­nungs­un­ter­neh­men wur­de 1948 durch den Bam­ber­ger Erz­bi­schof Joseph Otto Kolb gegrün­det. Sie ist christ­li­chen Grund­wer­ten ver­pflich­tet. Stif­tungs­zweck ist die Woh­nungs­ver­sor­gung – ins­be­son­de­re in der Erz­diö­ze­se Bam­berg – für Ziel­grup­pen mit gerin­ge­rem Ein­kom­men zu verbessern.

Kern­ge­schäfts­fel­der und Wirkungsbereich

Das Unter­neh­men ist in den Berei­chen Neu­bau und Bau­trä­ger, Bau­be­treu­ung für Drit­te und in der Immo­bi­li­en­ver­wal­tung tätig. Mit etwa 180 Mit­ar­bei­tern, rund 15.000 ver­wal­te­ten Ein­hei­ten und einer jähr­li­chen Bilanz­sum­me von rund 400 Mil­lio­nen Euro ist die Joseph-Stif­tung eines der größ­ten Woh­nungs­un­ter­neh­men in Nord­bay­ern. Neben dem Haupt­sitz in Bam­berg betreibt das Unter­neh­men Geschäfts­stel­len und Kun­den­zen­tren in Bay­reuth, Erlan­gen, Nürn­berg, Forch­heim, Ans­bach und Fürth.

Unter­neh­mens­grup­pe

Des Wei­te­ren ist die Joseph-Stif­tung an Unter­neh­men aus den Berei­chen der Woh­nungs­wirt­schaft, der Medi­en- und Frei­zeit­bran­che sowie dem Gewer­be- und Dienst­lei­stungs­seg­ment beteiligt.

Nach­hal­tig­keit und Innovation

Das Unter­neh­men berich­tet seit 2016 zum Deut­schen Nach­hal­tig­keits-Kodex. Als Bau­herr erhielt die Joseph-Stif­tung das Qua­li­täts­sie­gel für Nach­hal­tig­keit im Woh­nungs­bau. Für inno­va­ti­ve Kon­zep­te und Pro­jekt­ver­wirk­li­chun­gen erhielt die Joseph-Stif­tung bereits drei Mal den DW-Zukunfts­preis der Deut­schen Immo­bi­li­en­wirt­schaft, zuletzt 2019.

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