Mikro­pla­stik im Was­ser auf­spü­ren: Absol­vent der Uni­ver­si­tät Bay­reuth erhält VDE-Preis für inno­va­ti­ves Messverfahren

Preisträger Jens Pfeiffer ©Jens Pfeiffer

Preis­trä­ger Jens Pfeif­fer ©Jens Pfeiffer

Jens Pfeif­fer M.Sc., Absol­vent des Master-Stu­di­en­gangs „Maschi­nen­bau“ an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, ist vom Ver­band der Elek­tro­tech­nik, Elek­tro­nik und Infor­ma­ti­ons­tech­nik (VDE) mit dem „Absol­ven­ten-Preis 2022 des VDE Nord­bay­ern“ aus­ge­zeich­net wor­den. Ein von ihm ent­wickel­tes Ver­fah­ren macht es erst­mals mög­lich, Mikro­pla­stik-Par­ti­kel im Was­ser mit hoher Prä­zi­si­on zu iden­ti­fi­zie­ren, und wird mög­li­cher­wei­se einen wich­ti­gen Bei­trag zur öko­lo­gi­schen For­schung und für den Umwelt­schutz lei­sten kön­nen. Die Über­ga­be des Prei­ses fin­det am 22. Okto­ber 2022 im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Absol­ven­ten­tags der Fakul­tät für Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten auf dem Cam­pus der Uni­ver­si­tät Bay­reuth statt.

Die elek­tri­sche Impe­danz­spek­tro­sko­pie ist ein in den Natur- und Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten häu­fig genutz­tes Ver­fah­ren, das unter ande­rem dafür ein­ge­setzt wird, Mischun­gen ver­schie­de­ner Sub­stan­zen zu ana­ly­sie­ren. In sei­ner preis­ge­krön­ten Master­ar­beit hat Jens Pfeif­fer her­aus­ge­fun­den, dass sich das Ver­fah­ren grund­sätz­lich dazu eig­net, die Anwe­sen­heit von Mikro­pla­stik im Was­ser zuver­läs­sig fest­zu­stel­len. Dar­an anknüp­fend, hat er einen Online-Impe­danz-Sen­sor ent­wickelt und in einen selbst ent­wor­fe­nen, mit einer Pum­pe betrie­be­nen Was­ser­kreis­lauf inte­griert. Hier­in beweg­ten sich ver­schie­den gro­ße Teil­chen, die unter­schied­li­chen Kunst­stoffsor­ten ange­hör­ten, rasch fort. Sobald sie den Erfas­sungs­be­reich des Sen­sors pas­sier­ten, lie­fer­te die­ser eine Viel­zahl von Mess­da­ten, die Pfeif­fer mit Werk­zeu­gen und Metho­den der Künst­li­chen Intel­li­genz aus­ge­wer­tet hat. So gelang es ihm, genaue Infor­ma­tio­nen über die Grö­ße und Anzahl der Mikro­pla­stik-Par­ti­kel sowie über die jewei­li­ge Kunst­stoffsor­te zu gewin­nen. In eini­gen Fäl­len war es sogar mög­lich, mehr über die Form der win­zi­gen Par­ti­kel zu erfahren.

„Die preis­ge­krön­te Master­ar­beit von Jens Pfeif­fer zeich­net sich durch gro­ße Ori­gi­na­li­tät und eine beein­drucken­de inhalt­li­che Qua­li­tät und Brei­te aus. Die erziel­ten For­schungs­er­geb­nis­se sind sehr viel­ver­spre­chend: Sie haben das Poten­zi­al, zu einem auto­ma­ti­sier­ten Mess­ver­fah­ren wei­ter­ent­wickelt zu wer­den, mit dem mikro­pla­stik­hal­ti­ge Was­ser­pro­ben – bei­spiels­wei­se aus Flüs­sen und Seen – direkt vor Ort ana­ly­siert wer­den kön­nen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Ger­hard Fischer­au­er, Inha­ber des Lehr­stuhls für Mess- und Regel­tech­nik, an dem die Master­ar­beit unter maß­geb­li­cher Anlei­tung durch Luca Bifa­no, M Sc., der sei­ne Pro­mo­ti­on am Lehr­stuhl ver­folgt, ent­stan­den ist.

Um die Wei­ter­ent­wick­lung des Mess­ver­fah­rens mit dem Ziel einer indu­stri­el­len Anwend­bar­keit vor­an­zu­trei­ben, hat Jens Pfeif­fer gemein­sam mit Valen­tin Mei­ler M.Sc. – der gleich­zei­tig mit ihm an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth ein inge­nieur­wis­sen­schaft­li­ches Master­stu­di­um abge­schlos­sen hat – das Start­up MYT­RA gegrün­det. Mit Unter­stüt­zung des Insti­tuts für Entre­pre­neurship und Inno­va­ti­on der Uni­ver­si­tät Bay­reuth ist es den bei­den Absol­ven­ten gelun­gen, ein Grün­dersti­pen­di­um aus dem För­der­pro­gramm EXIST des Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz ein­zu­wer­ben. Für die der­zeit lau­fen­den For­schungs- und Ent­wick­lungs­ar­bei­ten stellt ihnen der Lehr­stuhl für Mess- und Regel­tech­nik von Prof. Fischer­au­er Labor­räu­me zur Verfügung.

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