Neue Aus­stel­lung im Kunst­mu­se­um Bay­reuth: „GER­MAN POP – Nord­deut­sche Realisten“

GERMAN POP © Kunstmuseum Bayreuth
GERMAN POP © Kunstmuseum Bayreuth

Das Kunst­mu­se­um Bay­reuth bewahrt in Stif­tun­gen und Samm­lun­gen vor allem Wer­ke des Expres­sio­nis­mus und der Figu­ra­ti­on nach 1945. Ein beson­de­res Seg­ment dar­in sind Wer­ke von Künst­le­rin­nen und Künst­lern aus Ham­burg und Schles­wig-Hol­stein, die „nord­deut­schen Realisten“.

Nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges war Deutsch­land ein geteil­tes Land. Wäh­rend im Osten frü­he For­men der abstrak­ten Kunst vom staat­lich ver­ord­ne­ten sozia­li­sti­schen Rea­lis­mus ver­drängt wur­den, rieb sich die Kunst­sze­ne im Westen an Ent­wick­lun­gen in Paris oder New York. Dies waren zunächst Jazz und das Infor­mel, spä­ter dann, in den Jah­ren des Wirt­schafts­wun­ders die bun­te Kon­sum- und Popu­lär­kul­tur der Pop Art.

In den sech­zi­ger Jah­ren haben sich bei ver­schie­de­nen Künst­le­rin­nen und Künst­lern aus Ham­burg und Schles­wig-Hol­stein fas­zi­nie­ren­de Ansät­ze der Aus­ein­an­der­set­zung mit popu­lä­rer Bild­kul­tur ent­wickelt. Alle hat­ten Ihre Wur­zeln in Schles­wig-Hol­stein und in Ham­burg, wo sie zum Teil heu­te auch leben.

Nach 1945 bot die Ham­bur­ger Kunst­hoch­schu­le ihren Stu­den­ten ein brei­tes Ange­bot und zum Teil recht gegen­sätz­li­che Ein­flüs­se. Harald Duwe hat­te gleich nach dem Krieg hier stu­diert, die ZEBRA-Grün­der und Peter F. Piening in den sech­zi­ger Jah­ren, in den spä­ten sieb­zi­ger Jah­ren nahm Ulri­ke And­re­sen hier wich­ti­ge Anre­gun­gen auf.

Die­ter Asmus, Peter Nagel, Niko­laus Stör­ten­becker und Diet­mar Ull­rich fan­den sich ab 1964 zur Grup­pe „ZEBRA“ zusam­men. Die­se Grup­pe wand­te sich gegen die abstrak­te und infor­mel­le Kunst und for­der­te eine „kom­ple­xe Neu­erstel­lung von Din­gen“ – ein „ABC der Din­ge“ und eine „Bewusst­ma­chung“ der neu­en, media­len Wirk­lich­keits­wahr­neh­mung. In den neu­en Bil­dern soll­ten „außer der mensch­li­chen Figur – die­je­ni­gen Din­ge, die unse­re Umge­bung heu­te in hohem Maße prä­gen, in ihr oft vor­kom­men, noch nie gemalt wur­den oder opti­sche Phä­no­me­ne der moder­nen tech­ni­sier­ten Welt typisch wider­spie­geln wie Autos, Flug­zeu­ge, Pla­stik­ge­gen­stän­de, Sport­ge­rä­te, Spiel­zeug usw.“ vorkommen.

Die Aus­stel­lung beschäf­tigt sich grund­sätz­lich mit der Wahr­neh­mung der Wirk­lich­keit anhand vor­ge­fer­tig­ter Bil­der. Gera­de auch in Hin­blick auf unse­re über­bor­den­de digi­ta­le Bild­kul­tur lohnt der Blick auf die unter­schied­li­chen Her­an­ge­hens­wei­sen die­ser Künst­le­rin­nen und Künstler.

Zu sehen sind Gemäl­de, Zeich­nun­gen und Druck­gra­phi­ken von Harald Duwe, Die­ter Asmus, Peter Nagel, Niko­laus Stör­ten­becker, Peter F. Piening, Ulri­ke And­re­sen und Claus Vah­le. Die Aus­stel­lung wird beglei­tet durch ein umfas­sen­des Ver­mitt­lungs­pro­gramm für alle Menschen.

Kunst­mu­se­um Bayreuth

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