Höch­ste Aus­zeich­nung des Bun­des­land­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­ums geht in den Steigerwald

Georg Sperber mit Uraltbuche im Steigerwald
Georg Sperber mit Uraltbuche im Steigerwald (Foto: Thomas Stephan)

Der BUND Natur­schutz (BN) und der Freun­des­kreis Natio­nal­park Stei­ger­wald gra­tu­lie­ren dem För­ster und Forst­wis­sen­schaft­ler Dr. Georg Sper­ber zur Ver­lei­hung der Pro­fes­sor Niklas-Medail­le für sein Lebens­werk. Es ist die höch­ste Aus­zeich­nung, die das Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft zu ver­ge­ben hat.

„Sper­ber präg­te den Wald­na­tur­schutz sein Leben lang mit und war als kri­ti­scher Den­ker oft sei­ner Zeit vor­aus. Vie­le Genera­tio­nen von Förster*innen und Naturschützer*innen begei­ster­te er für einen bes­se­ren Schutz der Wäl­der. Dabei mach­te ihn sein umfas­sen­des Wis­sen über Wäl­der und Arten sowie sein unbe­irr­ba­rer Ein­satz für not­wen­di­ge Ver­än­de­run­gen auch inter­na­tio­nal bekannt“, erklärt Richard Merg­ner, Lan­des­vor­sit­zen­der des BN. Als Mit­glied der Arbeits­ge­mein­schaft Natur­ge­mä­ße Wald­wirt­schaft und Mit­be­grün­der des Öko­lo­gi­schen Jagd­ver­ban­des setz­te er sich mit Gleich­ge­sinn­ten für eine Kurs­än­de­rung in der Wald­be­wirt­schaf­tung und Scha­len­wild­be­ja­gung ein, lan­ge bevor das Wort „Nach­hal­tig­keit“ in aller Mun­de war. Dies kam auch dem Stei­ger­wald zu Gute, wo er von 1972 – 1998
das Forst­amt Ebrach leitete.

„Georg Sper­ber ist es zu ver­dan­ken, dass die in den 1970er Jah­ren von der Forst­ver­wal­tung geplan­te, groß­flä­chi­ge Umwand­lung der größ­ten Laub­wald­kom­ple­xe Bay­erns im Nord­stei­ger­wald zu Nadel­holz­for­sten nicht statt­fand. Der Wald wür­de heu­te in der Kli­ma­kri­se ohne sei­nen Ein­satz – für den er etli­che Dienst­ver­wei­se kas­sier­te – wesent­lich schlech­ter daste­hen. Unter Sper­bers Lei­tung wur­de der Ebra­cher Forst zu einem bun­des­wei­ten Exkur­si­ons­ob­jekt ersten Ran­ges für natur­nah ori­en­tier­te Förster*innen“, schwärmt Hubert Wei­ger, Ehren­vor­sit­zen­der des BN.

Sper­ber mahn­te zusam­men mit dem BUND Natur­schutz schon früh die Ursa­chen des Wald­ster­bens in den 1980ern an und setz­te sich u. a. als Kli­ma­zeu­ge des WWF für die Bekämp­fung des Kli­ma­wan­dels ein. Als Weg­be­rei­ter des natur­na­hen Wald­baus erkann­te er die Gren­zen der Forst­wirt­schaft und setz­te sich mit Kol­le­gen auch für die Aus­wei­sung von Natio­nal­parks ein. Gemein­sam mit Dr. Hans Bibel­rie­t­her lei­te­te er als Stell­ver­tre­ter das Natio­nal­park­amt Baye­ri­scher Wald. Seit lan­gem enga­giert sich Sper­ber für die Errich­tung des ersten frän­ki­schen Natio­nal­parks im nörd­li­chen Stei­ger­wald. Die Bewah­rung des Natur­er­bes Buchen­wäl­der in einem Natio­nal­park wür­de auch der gesam­ten Regi­on eine neue
Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ve eröffnen.

Neben sei­nen zahl­rei­chen ande­ren Prei­sen wur­de Sper­ber vom BUND Natur­schutz – für den er lang­jäh­rig in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen tätig war – mit der Karl Gay­er-Medail­le, der Baye­ri­schen Natur­schutz­me­dail­le und der Gro­ßen Ver­dienst­na­del ausgezeichnet.

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