Aus der Leser­post im Land­kreis Forch­heim: Leser­brief zum Ukraine-Krieg

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Die Schät­ze Russlands

Histo­ri­sches und Hin­ter­grün­di­ges zum Ukraine-Krieg

Jetzt ist aus der „Spe­zi­al­ope­ra­ti­on“ also doch noch ein Krieg gewor­den. Spä­te­stens mit der rus­si­schen (Teil)Mobilmachung, der Ein­be­ru­fung von Reser­ve­sol­da­ten, wird man selbst im rus­si­schen Sprach­ge­brauch an die­ser Wort­wahl nicht mehr vor­bei kom­men. Die Ereig­nis­se in der Ukrai­ne haben damit einen ganz ande­ren Ver­lauf genom­men, als sich das die Urhe­ber in der poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Füh­rung Russ­lands viel­leicht vor­ge­stellt haben – viel­leicht aber auch nicht, denn es könn­te gera­de das Wis­sen um die Auf­rü­stung der ukrai­ni­schen Armee mit moder­nen west­li­chen Waf­fen und deren Ertüch­ti­gung durch erfah­re­ne Mili­tär­be­ra­ter sein, was Russ­land zum Angriff auf ein nur schein­bar wehr­lo­ses Nach­bar­land bewo­gen hat. Die Jagd auf einen bri­ti­schen Frach­ter im Schwar­zen Meer gab da zuvor eben­so Anlass zur Besorg­nis wie der töd­li­che Droh­nen­an­griff auf den mili­tä­ri­schen Füh­rer der rus­si­schen Sepa­ra­ti­sten im Don­bass. Die Ereig­nis­se, die am Ende zu die­sem Krieg führ­ten, dürf­ten also weit frü­her ein­ge­setzt haben als am 24. Febru­ar des Jah­res 2022. Und die Deut­schen waren dar­an nicht ganz unbeteiligt.

Denn gegen Ende des Ersten Welt­krie­ges, im Herbst 1917, war die rus­si­sche Armee am Ende ihrer Kräf­te. Mit der Ope­ra­ti­on „Tief­schlag“ erober­ten öster­rei­chi­sche und deut­sche Trup­pen wei­te Tei­le des west­li­chen und vor allem süd­west­li­chen Russ­land bis dahin, wo heu­te im Osten unge­fähr die Gren­ze der Ukrai­ne ver­läuft. Das gesam­te Don­bass, damals so etwas wie das rus­si­sche Ruhr­ge­biet, wo 80 Pro­zent der rus­si­schen Schwer­indu­strie ange­sie­delt waren und rund 50 Pro­zent des Brut­to-Inlands­pro­dukts im ehe­ma­li­gen Zaren­reich erwirt­schaf­tet wur­den, geriet unter die Ober­ho­heit des deut­schen Kai­ser­rei­ches, die damals schon mon­dä­ne Halb­in­sel Krim noch dazu. Rund eine Mil­li­on Mann beließ die dama­li­ge deut­sche Ober­ste Hee­res­lei­tung um Feld­mar­schall von Hin­den­burg und sei­nen Chef­stra­te­gen Erich Luden­dorff danach an der Ost­front, um Russ­land im Frie­den von Brest-Litowsk (man sprach von einem „Gewalt­frie­den) die­se Gebie­te abzu­zwin­gen. Mit dabei waren damals übri­gens die Bam­ber­ger „Kai­ser-Ula­nen“, die erst im Febru­ar 1919 „wohl­ge­ord­net“, wie es heißt, in ihre Bam­ber­ger Kaser­ne zurückkehrten.

Land des Brotfriedens

Natür­lich konn­te der Ver­bleib von einer Mil­li­on Sol­da­ten in einem eigent­lich befrie­de­ten Gebiet ange­sichts der Lage an der West­front nicht ohne trif­ti­gen Grund gesche­hen. Der lag in einem zwei­ten Abkom­men des Frie­dens von Brest-Litowsk mit dem Inhalt, dass die wirt­schaft­lich reich­sten Gebie­te des ehe­ma­li­gen Zaren­rei­ches mit dem vor dem Krieg zur k.u.k.-Monarchie gehö­ren­den Ruthe­ni­en um Lem­berg und Czer­no­witz zu einem neu­en Staat Ukrai­ne ver­ei­nigt wur­den. Die Mil­li­on deut­scher Sol­da­ten war nötig, um die eben­so neu wie will­kür­lich gezo­ge­nen Gren­zen zu schüt­zen und zu ver­hin­dern, dass die Rus­sen bei­der­seits die­ser neu­en Gren­ze wie­der zusam­men kom­men konn­ten. Alle schlim­men Din­ge, die die Sie­ger­mäch­te nach dem Zwei­ten Welt­krieg am deut­schen Reich exe­ku­tier­ten, hat also die­ses Deut­sche Reich am Ende des Ersten Welt­krie­ges vor­ex­er­ziert. Als Gegen­lei­stung – und das war 1918 aus deut­scher Sicht der Sinn der Sache – ver­pflich­te­te sich das neu geschaf­fe­ne Land Ukrai­ne zu umfang­rei­chen Lebens­mit­tel-Lie­fe­run­gen nach Deutsch­land, die die Jah­re des Hun­gers für die deut­sche Bevöl­ke­rung been­den soll­ten (des­halb „Brot­frie­den“). Nicht an die neue Ukrai­ne gege­ben wur­de damals die Halb­in­sel Krim – viel­leicht woll­te der Kai­ser Wil­helm hier ja ein stan­des­ge­mä­ßes Domi­zil vor­fin­den, wenn er nach dem Krieg sei­nen Freund, den Sul­tan, besu­chen wür­de. Gelie­fert hat die Ukrai­ne im Hun­ger­jahr 1918 aller­dings so gut wie – nichts, was viel­leicht zur Fol­ge hat­te, dass mit­samt der Krim der gan­ze Welt­krieg in die Bin­sen ging.

Karl Marx und der Ukraine-Krieg

Jetzt aber die Kriegs­schuld schon wie­der den Deut­schen zu geben, wäre wohl doch zu weit her­ge­holt. Mit den Kampf­hand­lun­gen in der Ost-Ukrai­ne, die ein­mal Russ­lands Filet­stück war, schä­len sich viel­mehr die Hin­ter­grün­de der „Spe­zi­al­ope­ra­ti­on“ aus den poli­ti­schen Nebel­schwa­den. Und nicht nur den geo-stra­te­gi­schen, son­dern viel­leicht sogar den öko­no­mi­schen, denn schon Karl Marx, der unbe­que­me jüdisch-deut­sche Phi­lo­soph, hat mani­fe­stiert, dass alle mili­tä­ri­schen Kon­flik­te auf der Welt einen wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grund haben. Bringt man die­se zuge­ge­be­ner­ma­ßen recht all­ge­mei­ne Erkennt­nis hier in Ansatz, sucht man auf den ersten Blick ver­ge­bens: Hat hier doch ein hege­mo­nie­be­dürf­ti­ger rus­si­scher Prä­si­dent aus macht­po­li­ti­schen Über­le­gun­gen her­aus einen recht über­flüs­si­gen „Angriffs­krieg“ vom Zaun gebro­chen. Das ist jeden­falls die Les­art, wenn man die Ereig­nis­se am 24. Febru­ar 2022 begin­nen lässt.

Ein Feind­bild, Öl und Gas

Sie begin­nen aber viel frü­her, wenn auch nicht oder nicht unmit­tel­bar anno 1917. Geblie­ben scheint vom zari­sti­schen Russ­land höch­stens eine gewis­se Träg­heit, wenn nicht sogar Sorg­lo­sig­keit und Selbst­über­schät­zung in der rus­si­schen Poli­tik wie im Mili­tär­we­sen des größ­ten Lan­des der Erde. Lei­der ist in lan­ger kom­mu­ni­sti­scher Zeit ein gründ­lich indok­tri­nier­tes Feind­bild gegen die Kapi­ta­li­sten im Westen dazu gekom­men, das vor allem bei den frü­he­ren Trä­gern des Sowjet-Systems ein­fach nicht aus den Köp­fen will. Neue Nah­rung erhal­ten haben dürf­te es in der Jel­zin-Zeit, als das eigent­lich rei­che Russ­land ver­arm­te, sei­ne Men­schen hun­ger­ten, die Armee her­un­ter­kam und ein paar Olig­ar­chen Kas­se mach­ten. Nun ist es nicht ver­bo­ten, Han­del zu trei­ben und Gewinn zu machen. Die Welt lebt schließ­lich von Han­del und Wan­del. Auf der ande­ren Sei­te ver­sucht jedes Land, das etwas auf sich hält, sei­ne Schlüsselindustrie(n) vor unkon­trol­lier­tem Zugriff zu schüt­zen. Im Russ­land von damals scheint man aber das rech­te Maß dafür nicht gefun­den zu haben. Der Ver­such, ein kom­mu­ni­sti­sches Wirt­schafts­sy­stem in ein markt­wirt­schaft­li­ches umzu­wan­deln, ist in der Jel­zin-Zeit jeden­falls gran­di­os gescheitert.

Da schlug die Stun­de des Wla­di­mir Wla­di­mi­ro­witsch Putin: Ein Mann, des­sen Herz stär­ker zu sein scheint als sein Ver­stand, aber da ist er nicht der ein­zi­ge. Er respek­ti­ve der rus­si­sche Staat über­nahm wie­der die Kon­trol­le vor allem über den Ver­kauf von Öl und Gas. Freun­de hat er sich damit unter den ehe­ma­li­gen Groß­ver­die­nern nicht gemacht, eini­ge wur­den sogar zu erbit­ter­ten Fein­den. Bes­ser wur­de es nicht dadurch, dass er und der ehe­ma­li­ge deut­sche Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der eine direk­te Erd­gas-Pipe­line auf dem Grund der Ost­see unter Umge­hung von Polen, Tsche­chi­en und der Ukrai­ne bau­en lie­ßen. Und immer, wenn es gegen eine rus­sisch-deut­sche Ver­stän­di­gung oder gar Freund­schaft ging, war Groß­bri­tan­ni­en nicht weit – seit 1871 ist das so. Viel­leicht war der „Sün­den­fall“ des Nord­stream-Pro­jek­tes ein ähn­li­cher wie der Bau einer star­ken deut­schen Hoch­see­flot­te wei­land durch Kai­ser Wilhelm.

Des­halb soll­te man bei den ger­ne genutz­ten For­mu­lie­run­gen vom „rus­si­schen Angriffs­krieg“ oder „Putins Krieg“ nicht ver­ges­sen, dass schon lan­ge vor dem 24. Febru­ar 2022 die Ereig­nis­se ihren Anfang nah­men mit dem Ziel, Wla­di­mir Putin aus dem Sat­tel zu heben. Erin­nert sei nur an den Putsch ukrai­ni­scher Natio­na­li­sten 2014, als im rus­si­schen Sot­schi gera­de die olym­pi­schen Win­ter­spie­le statt­fan­den. Um die rus­sisch-stäm­mi­ge Bevöl­ke­rungs­mehr­heit in der öst­li­chen Ukrai­ne zu dis­zi­pli­nie­ren, wur­de die ukrai­ni­sche Armee in Marsch gesetzt – mit den bekann­ten Fol­ge. De fac­to ist seit damals Krieg in der Ukrai­ne, und wer den ersten Stein gewor­fen hat, ist schwer zu sagen. Ver­ge­bens bemüh­te man sich davor und danach um ein biss­chen Auto­no­mie für die rus­si­schen Ukrai­ner, wie es in Euro­pa in sol­chen Fäl­len eigent­lich üblich ist. Aber: Nitschewo.

Die Pfrün­de von einst

Stellt sich die Fra­ge: Ist nun rus­si­scher Hege­mo­nie-Anspruch der wah­re Kriegs­grund oder die Sehn­sucht rus­si­scher Olig­ar­chen nach den rei­chen Pfrün­den von einst, aus denen Wla­di­mir Putin sie ver­trie­ben hat? Und in die sie ger­ne zurück­wol­len? Putin – vor allem er – ist die­sen Leu­ten im Weg, die offen­bar in Lon­don zusam­men­ge­fun­den haben. Und weil er kein poli­ti­scher Kopf ist, son­dern ein Geheim­dienst-Offi­zier, der das Pri­mat der Poli­tik nicht ach­tet, wird er am Ende wohl gehen müs­sen. Der rus­si­sche Bär ist sei­nen Häschern ins Eisen gegan­gen und es ist die Fra­ge, ob oder wie er da wie­der her­aus­kommt. Ein schlim­mer, ein schreck­li­cher Krieg ist die Fol­ge, von dem der­zeit nie­mand weiß, wie das alles aus­ge­hen wird. Muss Deutsch­land dafür unbe­dingt noch Waf­fen lie­fern? „Die Rus­sen lie­ben den Ver­rat“, sag­te man frü­her in Ost­preu­ßen, wenn auch nicht den Ver­rä­ter. Zuletzt so gesche­hen und gese­hen beim Sturz von Michail Gor­bat­schow. Dar­in liegt die wah­re Gefahr für Wla­di­mir Putin. Vie­les wird davon abhän­gen, wie die der­zeit lau­fen­den Abstim­mun­gen in den rus­sisch besetz­ten Gebie­ten aus­ge­hen – sie könn­ten sogar einen rus­si­schen Rück­zug zur Fol­ge haben.

Ende eines Dreibundes

Glo­bal gese­hen ist bis auf wei­te­res die eura­si­sche Wirt­schafts­uni­on aus der Volks­re­pu­blik Chi­na, Russ­land und Deutsch­land zu Ende gegan­gen. Dabei hat­te und hät­te man doch alles, was für eine pro­spe­rie­ren­de Zukunft nötig war oder ist: Die Roh­stof­fe aus Russ­land, und zwar nicht nur Öl und Gas, son­dern zum Bei­spiel auch sel­te­ne Erden, den wachs­tums­freu­di­gen Absatz­markt eines Mil­li­ar­den­vol­kes und ein Land – Deutsch­land – des­sen Indu­strie und Wirt­schaft mit ihrer Fähig­keit zu Inno­va­ti­on und Orga­ni­sa­ti­on an der Welt­spit­ze steht. Geo­stra­te­gisch gese­hen verfügt(e) die­ser eura­si­sche Drei­bund viel­leicht sogar über mehr Poten­ti­al und Zukunft als ande­re glo­ba­le Kon­stel­la­tio­nen. Zudem ist der Ver­such, die „stra­te­gi­sche Part­ner­schaft“ aus Russ­land und Chi­na mit einem Wirt­schafts­krieg in die Knie zu zwin­gen, geschei­tert. Blie­be nur eine mili­tä­ri­sche Opti­on für die ande­re gro­ße Atom­macht die­ser Welt, will sie ihre Hege­mo­nie erhal­ten – das aber ist mehr als pro­ble­ma­tisch. Da wäre es doch gut, wenn Russ­land etwas ein­ge­kürzt wer­den könn­te. Vor allem einer muss dafür wei­chen: Wla­di­mir Putin. Man könn­te mei­nen, dass sogar die stol­zen Öl- und vor allem Gas­prei­se unse­rer Tage unter per­ma­nen­tem Hin­weis auf den „rus­si­schen Angriffs­krieg“ als Ursa­che dafür ein poli­ti­sches Mit­tel sind, um Stim­mung gegen Putin zu machen. Eine ande­re Erklä­rung ist nicht in Sicht, der Markt gibt jeden­falls die hohen Sprit­prei­se an den Tank­stel­len nicht her, bei denen inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne zudem gut verdienen.

Und Chi­na, im „Bun­de“ der Drit­te? Kreu­zen denn die Dschun­ken der Volks­be­frei­ungs­ar­mee der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei der Volks­re­pu­blik (die chi­ne­si­sche Armee ist eine Par­tei­ar­mee) vor der Bucht von San Fran­zis­ko? Tun sie natür­lich nicht, und auch sonst hält sich das „Reich der Mit­te“ klu­ger­wei­se ger­ne raus, wenn ande­re Krieg füh­ren. Das scheint sogar im rus­sisch-ukrai­ni­schen Krieg so zu sein. Viel­leicht will man ande­ren kei­nen Anlass geben, mili­tä­risch gegen das Land vor­zu­ge­hen. Denn allei­ne die Feu­er­kraft der US-ame­ri­ka­ni­schen Pazi­fik­flot­te dürf­te unge­fähr dop­pelt so hoch sein wie alles, was Chi­na mili­tä­risch auf­zu­bie­ten hat. Statt­des­sen kreu­zen ame­ri­ka­ni­sche Flug­zeug­trä­ger demon­stra­tiv im süd­chi­ne­si­schen Meer, immer auf der Suche nach klei­nen Insel­chen, die man für sich rekla­mie­ren könn­te. Ob das gro­ße Ame­ri­ka so etwas nötig hat? Oder will man damit von den Pro­ble­men im eige­nen Haus ablen­ken? Viel­leicht ergin­ge es sogar den Uigu­ren im Nord­we­sten von Chi­na bes­ser, wenn ein paar Flug­zeug­trä­ger weni­ger unter­wegs wären.

Hem­mungs­los naiv?

Vor die­sem glo­ba­len Hin­ter­grund ist deut­sche Poli­tik – wie schon beim „Kampf“ gegen die Wind­müh­len­flü­gel einer Pan­de­mie – ratio­nal nur schwer nach­voll­zieh­bar. Ist der Scha­den höher als der Nut­zen? Sech­zehn Jah­re lang hat man auf der von Ger­hard Schrö­der und Josch­ka Fischer geschaf­fe­nen Grund­la­ge gut gelebt, um jetzt alles über Bord zu wer­fen. Wem hilft man eigent­lich mit den Waf­fen­lie­fe­run­gen, auf die man ein paar Tage zuvor in einem Koali­ti­ons­ver­trag noch gelobt hat zu ver­zich­ten? Einem Land wie der Ukrai­ne, das im Rufe steht, eines der kor­rup­te­sten der Welt zu sein? Oder tut man das alles nur, um Russ­land zu scha­den? Das wäre wirk­lich nicht nur destruk­tiv, son­dern hem­mungs­los naiv und ist schon bei Luden­dorff schief gelau­fen. Hilft man damit wirk­lich den Men­schen in der Ukrai­ne oder denen, die hin­ter den Schät­zen Russ­lands her sind und denen Wla­di­mir Putin viel­leicht im Weg ist? Oder ist eine „gute Pres­se“ alles?

So genau scheint das der­zeit und hier­zu­lan­de nie­mand zu wis­sen. Fest steht aber: man scha­det damit den Men­schen im eige­nen Land, oder darf man dar­an nicht mehr den­ken? Eigent­lich müss­ten sich Regie­rungs­mit­glie­der doch zuerst an ihre Amts­ei­de erin­nern, bevor sie dar­an gehen, die Welt zu ver­bes­sern. Oder haben wir Deut­sche an Russ­land nicht schon genug ver­bro­chen? An dem Land und der Armee, die uns von Napo­le­on eben­so befreit hat wie von der Nazi-Dik­ta­tur? Und das 1990 als ein­zi­ge der Sie­ger­mäch­te groß­mü­tig und in Freund­schaft unser Land wie­der ver­las­sen hat? Was erreicht man mit einer jetzt plötz­lich feind­se­li­gen Poli­tik? Dass wir in Zukunft das glei­che rus­si­sche Erd­gas nicht über die Ost­see-Pipe­line erhal­ten, son­dern über die Zwi­schen­sta­ti­on Danzig/​Gdansk, wo das Gan­ze unter pol­ni­scher Gewinn­be­tei­li­gung und bri­ti­scher Auf­sicht abläuft? Am Ende könn­te Karl Marx viel­leicht doch recht behal­ten mit sei­ner Erkennt­nis, dass es in jedem Krieg doch nur ums Geld geht.

von Hans Wer­ner Penning

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