Die unend­li­che Geschich­te der Lie­bes- und WhatsApp-Betrüger

symbolfoto polizei

LKR. BAM­BERG / LKR. FORCH­HEIM. Bekannt­lich ver­su­chen es drei­ste Trick­be­trü­ger Tag für Tag an das Erspar­te ihrer aus­ge­wähl­ten Opfer zu gelan­gen. Dabei set­zen sie ver­stärkt auf die heu­ti­ge Online­kom­mu­ni­ka­ti­on und ver­ber­gen sich in der Anony­mi­tät des Inter­nets. Aktu­ell hat die Kri­mi­nal­po­li­zei Bam­berg wie­der zwei neue Fäl­le auf dem Tisch – einen voll­ende­ten Lie­bes­be­trug sowie ein fol­gen­lo­ser Kon­takt­ver­such einer ver­meint­li­chen Tochter.

Zunächst zu dem lei­der voll­ende­ten Fall des soge­nann­ten Romance-Scam

LKR. BAM­BERG. Eine 48-jäh­ri­ge Frau aus dem Bam­ber­ger Land­kreis erhielt Anfang des Jah­res eine Freund­schafts­an­fra­ge über Face­book, doch nicht von irgend­wem – ein berühm­ter spa­nisch-deut­scher Pop­sän­ger war auf ihr Pro­fil auf­merk­sam gewor­den. Sie schrie­ben viel über die zur Platt­form gehö­ren­den Mes­sen­ger­dien­ste. Schnell über­zog die Berühmt­heit die Dame mit schwul­sti­gen Lie­bes­be­kun­dun­gen. Dabei blieb es aber nicht. Ohne je per­sön­li­chen Kon­takt gehabt zu haben, bat er sie nach eini­ger Zeit um einen Gefal­len. Er sei in finan­zi­el­le Schief­la­ge gekom­men und benö­ti­ge Geld. Er wür­de es ihr schnell zurück­zah­len, so schrieb der Pop­sän­ger es zumin­dest. Die Frau aus dem Land­kreis von Bam­berg zeig­te sich hilfs­be­reit und zahl­te meh­re­re Sum­men über digi­ta­le Geschenk­kar­ten (Steam­kar­ten). Über die Mona­te sum­mier­ten sich die der­art getä­tig­ten Über­wei­sun­gen auf rund 10.000 Euro. Die Geschich­ten, war­um der berühm­te Pop­star eine Finanz­sprit­ze bräuch­te, wur­den dabei immer aben­teu­er­li­cher. Zuletzt behaup­te­te er, eine sechs­stel­li­ge Sum­me sei auf dem Weg zu sei­ner „Lieb­sten“, ledig­lich für Zoll und Gepäck­ver­sand wären Gebüh­ren fäl­lig. Die ein­zi­ge Wahr­heit in dem Fall ist jedoch, dass die 48-Jäh­ri­ge einem Lie­bes­be­trü­ger auf den Leim gegan­gen war. Sie ver­trau­te sich, als sie es letzt­lich begrif­fen hat­te, der Poli­zei an.

Ein ein­fa­cher Weg, sich gegen Betrü­ger zu schüt­zen – der direk­te Kontakt!

LKR. FORCH­HEIM. Geld­for­de­run­gen von unbe­kann­ten Num­mern oder Per­so­nen, die man noch nie gese­hen hat? Dem kann man auch anders begeg­nen, als leicht­gläu­big den Geld­beu­tel zu öff­nen. Dies bewies eine 65-Jäh­ri­ge am Sonntagabend.

Sie wur­de von einer ihr unbe­kann­ten Num­mer im Mes­sen­ger-Dienst Whats­App ange­schrie­ben. „Hal­lo Mama, das ist mei­ne neue Num­mer!“. Unter der bekann­ten Masche und der Legen­de, das Han­dy sei kaputt gegan­gen und man bräuch­te schnell finan­zi­el­le Unter­stüt­zung oder eine drin­gen­de Über­wei­sung sei zu lei­sten, ver­such­ten es die Gau­ner auch bei der gewief­ten Frau aus dem Land­kreis Forchheim.

Die­se ließ sich jedoch ganz und gar nicht aus der Ruhe brin­gen und bestand auf einen ein­fa­chen Trick: „Ohne per­sön­li­chen Anruf, bekommst du von mir gar nichts!“ Mit die­ser Nach­richt befan­den sich die Betrü­ger nun in einer Sack­gas­se. Der Weg aus der Anony­mi­tät war zu ris­kant und im Tele­fon­ge­spräch wäre die Lüge ohne­hin auf­ge­flo­gen. Sie lie­ßen den Kon­takt abrei­ßen. Dar­auf­hin ging die 65-Jäh­ri­ge zur Poli­zei, die das Ver­hal­ten der Dame mehr als begrüßte.

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