Blick über den Zaun: 3. Auer­berg Klas­sik in Bern­beu­ren blei­ben nach­hal­tig in Erinnerung

Auerberg Klassik 2022; Bild: Sven Wedemeyer
Auerberg Klassik 2022; Bild: Sven Wedemeyer

Ins­ge­samt 215 Old­ti­mer aus den 1920er bis Ende der 70er-Jah­re und Teams aus sie­ben Natio­nen gin­gen am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de bei der 3. Auer­berg Klas­sik an den Start. Damit ver­wan­del­te sich das baye­ri­sche Ört­chen Bern­beu­ren zum drit­ten Mal in ein rol­len­des Motor­rad- und Auto­mu­se­um für die gan­ze Fami­lie und die­ses Jahr mit einem spe­zi­el­len Novum: Alle Teil­neh­mer beka­men die Mög­lich­keit, ihr Renn­fahr­zeug mit kli­ma­neu­tra­lem E‑Fuel zu betan­ken, im histo­ri­schen Motor­sport ist das bis­her einmalig.

Auerberg Klassik 2022; Bild: Hermann Koepf

Auer­berg Klas­sik 2022; Bild: Her­mann Koepf

Mit­te Sep­tem­ber war es end­lich wie­der so weit: Das mit 2.400 Ein­woh­nern beseel­te Dorf Bern­beu­ren ver­wan­del­te sich mit der 3. Auer­berg Klas­sik in eine Hoch­burg der euro­päi­schen Old­ti­mer-Sze­ne. Und mehr noch, denn es stand eine ganz beson­de­re Pre­miè­re an, die bis­her in die­sem Bereich in Deutsch­land ein­ma­lig ist: Alle Teil­neh­mer der dies­jäh­ri­gen Auer­berg Klas­sik hat­ten die Mög­lich­keit, ihr histo­ri­sches Motor­rad oder Auto mit kli­ma­neu­tra­lem E‑Fuel, also syn­the­tisch her­ge­stell­tem Renn­ben­zin zu betan­ken. „Uns als Ver­an­stal­ter liegt die größt­mög­li­che Ver­träg­lich­keit mit Natur und Umwelt am Her­zen. Das E‑Fuel, das uns von unse­rem Part­ner P1 Per­for­mance Fuels GmbH bezo­gen wur­de, kann im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Kraft­stof­fen 90 Pro­zent der CO2-Emis­sio­nen redu­zie­ren. Wir möch­ten aktiv ein Zei­chen set­zen, dass syn­the­tisch her­ge­stell­ter Treib­stoff eine reel­le Alter­na­ti­ve bie­tet, den histo­ri­schen Motor­sport in Ein­klang mit dem Kli­ma­schutz zu brin­gen“, so Her­mann Köpf, 1. Vor­stand der Auer­berg Klas­sik e.V. Mehr als ein Drit­tel der ins­ge­samt 230 hand­ver­le­se­nen Old­ti­mer-Teams mach­ten in die­sem Jahr davon Gebrauch und für noch mehr Umstei­ger hal­ten die Ver­an­stal­ter auch künf­tig an die­sem Kon­zept fest.

Nach­hal­ti­ger Fahr­spaß für die gan­ze Familie

Best-Dressed-Wettbewerb beim Auerberg Klassik 2022; Bild: Sandra Brand

Best-Dres­sed-Wett­be­werb beim Auer­berg Klas­sik 2022; Bild: San­dra Brand

Neben den zahl­rei­chen Rari­tä­ten und Attrak­tio­nen, die im Orts­kern für Groß und Klein zu bestau­nen waren, ist das eigent­li­che High­light natür­lich das histo­ri­sche Berg­ren­nen in Gleich­mä­ßig­keits­wer­tung über die 3,2 Kilo­me­ter lan­ge Strecke am Auer­berg. Ins­ge­samt 215 aus­ge­wähl­te Motor­rä­der und Gespan­ne gin­gen in sechs ver­schie­de­nen Klas­sen und Teams aus sie­ben Natio­nen an den Start. Dazu kamen noch 15 ein­ge­la­de­ne histo­ri­sche Renn­au­tos außer­halb der Wer­tung, dar­un­ter ein ori­gi­na­ler Brab­ham BT3 For­mel 1 aus dem Jahr 1962 oder der Reynard Opel Spiess, der Micha­el Schu­ma­chers ori­gi­na­ler Mei­ster­schafts­renn­wa­gen bei der For­mel 3 von 1990 war. Aufs Sie­ger­trepp­chen schaff­te es aber nicht, wer der Schnell­ste war. Viel­mehr ging es dar­um, an die per­sön­li­che Fahr­zeit im drei­fa­chen Ein­zel­wer­tungs­lauf mög­lichst nahe her­an­zu­kom­men. Sprich, wer die gering­ste Zeit­dif­fe­renz auf­wei­sen kann und damit sein Fahr­zeug am besten kennt, trägt den Sieg. So wur­de der Deut­sche Josef Trau­bin­ger mit sei­ner Standard/​Gutbrod von 1932 Berg­kö­nig wäh­rend Maria Köpf aus Ber­lin auf ihrer Moto Guz­zi V7 Sport als Sie­ge­rin unter den Damen aufs Trepp­chen stieg. Aber nicht nur das Ren­nen an sich wur­de prä­miert, auch die stil­ge­rech­te Klei­dung unter den Besu­chern waren einen Preis wert, näm­lich den begehr­ten „Best Dres­sed“ Wett­be­werb. Auch das ist ein Teil des Events, das Publi­kum jeder Cou­leur ange­spro­chen hat.

Dass die 3. Auer­berg Klas­sik ein Ren­nen der Super­la­ti­ve waren, dafür haben die Kon­tra­hen­ten zum Teil selbst gesorgt. So zähl­te der älte­ste Teil­neh­mer 88 Jah­re, der jüng­ste erst 23. Das älte­ste Gefährt, der 190 Solo­ma­schi­nen und 20 Gespan­ne stammt übri­gens von 1922, eine Tri­umph Sport 550 eine wei­te­re Beson­der­heit die­ser Ver­an­stal­tung, die sich in der Vor­kriegs­klas­se mit Motor­rä­dern bis Bau­jahr 1939 bereits einen Namen in der inter­na­tio­na­len Old­ti­mer-Sze­ne gemacht hat. Und mit 1.670 Kilo­me­tern Anrei­se leg­ten Bru­no Mar­tin Fer­nan­dez und Sal­va Bar­res die mei­sten Kilo­me­ter zurück, um sich mit ihren histo­ri­schen Motor­rä­dern vom spa­ni­schen Valen­cia aus zum Ren­nen nach Bern­beu­ren aufzumachen.

E-Fuel bei Auerberg Klassik; Bild: Hermann Koepf

E‑Fuel bei Auer­berg Klas­sik; Bild: Her­mann Koepf

Wil­li Kraut, gebür­ti­ger Bern­beu­rer freut sich: „Einer­seits fin­de ich es sehr schön, dass die Tra­di­ti­on der ehe­ma­li­gen Auer­berg­ren­nen wie­der auf­ge­nom­men und fort­ge­führt wird. Ande­rer­seits freue ich mich beson­ders, dass unser beschau­li­cher Ort alle paar Jah­re zur euro­päi­schen Erleb­nis­welt für histo­ri­schen Motor­sport wird und nun auch in Sachen Nach­hal­tig­keit Akzen­te in der Sze­ne setzt.“ Trotz des ein oder ande­ren Regen­schau­ers bescher­te die 3. Auer­berg Klas­sik den rund 4.500 Gästen rund­um ein ener­gie­ge­la­de­nes und stim­mungs­vol­les Ren­nen, das im Sep­tem­ber 2024 sei­ne Fort­set­zung fin­den wird.

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