Herbst­fest im Frei­land­mu­se­um Bad Winds­heim als Höhe­punkt des land­wirt­schaft­li­chen Jahres

Zum Herbstfest zeigt das Fränkische Freilandmuseum, wie früher Korn gedroschen wurde – auch dies ist Teil des kulturellen Gedächtnisses der Region.
Zum Herbstfest zeigt das Fränkische Freilandmuseum, wie früher Korn gedroschen wurde – auch dies ist Teil des kulturellen Gedächtnisses der Region. (Foto: Erika Rauh)

Zum Herbst­fest im Frän­ki­schen Frei­land­mu­se­um Bad Winds­heim ste­hen seit 35 Jah­ren tra­di­tio­nel­le Arbei­ten im Mit­tel­punkt: Korn dre­schen, Äpfel pres­sen, Obst dör­ren, Kar­tof­feln dämp­fen, Kraut hobeln und stamp­fen, Flachs bre­chen und Getrei­de mah­len, seit 1990 auch Raps­öl pres­sen. All die­se Fer­tig­kei­ten und Tech­ni­ken sind Teil des kul­tu­rel­len Gedächt­nis­ses der Regi­on. Des­halb bie­tet das Frei­land­mu­se­um in die­sem Jahr auch Infor­ma­tio­nen zum The­ma „Imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be“ – als klei­nen Vor­ge­schmack auf eine gro­ße Ver­an­stal­tung mit der Bera­tungs- und For­schungs­stel­le Imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be Bay­ern im kom­men­den Jahr.

Das land­wirt­schaft­li­che Jahr fin­det sei­nen Höhe­punkt: Beim all­jähr­li­chen Herbst­fest im Frän­ki­schen Frei­land­mu­se­um in Bad Winds­heim am Sams­tag, 17. und Sonn­tag, 18. Sep­tem­ber 2022, gibt es von 10:00 bis 18:00 Uhr nicht nur viel zu sehen, son­dern auch zu schmecken. Herbst­zeit ist Ern­te­zeit – und das heißt, die Früch­te des Fel­des wer­den mit Hil­fe von Tie­ren oder Maschi­nen in die Muse­ums­bau­ern­hö­fe gebracht und dort wei­ter­ver­ar­bei­tet. Mit tra­di­tio­nel­len Ver­fah­ren wird die Ern­te halt­bar gemacht: Im Dörr­häus­chen aus Schli­chen­reuth wer­den Zwetsch­gen und Bir­nen über dem Holz­feu­er gedörrt. Ein Teil der Apfel­ern­te wan­dert hin­ge­gen direkt in die hand­be­trie­be­ne Saft­pres­se. Für die Erwach­se­nen gibt es im Hop­fen­sta­del aus Thal­heim den ersten „Brem­ser“ der Sai­son und dazu fri­schen Zwie­bel- und Zwetschgenkuchen.

Im Hof aus Herrn­bercht­heim oder in der Öl-Müh­le wird es laut: hier zischt und pfeift der gro­ße Dresch­zug mit Loko­mo­bi­le, die Mühl­rä­der plät­schern im Was­ser und die Keil­pres­se klap­pert! Die ein­drucks­vol­le Tech­nik kann man unmit­tel­bar im Ein­satz erle­ben und sehen, wie Getrei­de ver­ar­bei­tet oder Öl aus Lein­sa­men gewon­nen wird. Beson­ders die gro­ßen Fest­um­zü­ge mit Handwerker*innen, Tie­ren, Schlep­pern und Land­ma­schi­nen soll­te sich um 13 Uhr nie­mand ent­ge­hen lassen!

Ein klei­ner Infopf­ad zu ver­schie­de­nen For­men des „Imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes“ (kurz IKE) run­det das brei­te Ange­bot ab. 45 bedeu­ten­de Güter des „Imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes“ sind in Bay­ern geli­stet und vie­le davon sind auch im Muse­um sicht­bar, wie bspw. die Wie­sen­be­wäs­se­rung durch Schöpfrä­der, die Jura­haus-Dach­deckung oder die Schaf­hal­tung. Infor­ma­ti­ons­ta­feln len­ken den Fokus auf die­se – viel­leicht oft unschein­bar wir­ken­den – kul­tu­rel­len Aus­drucks­for­men, Hand­werks­tech­ni­ken oder Tra­di­tio­nen. Sie sol­len Inter­es­se für eine gro­ße Ver­an­stal­tung wecken, die am 14. Mai 2023 im Frei­land­mu­se­um statt­fin­den soll. Eine Info­sta­ti­on von der Bera­tungs- und For­schungs­stel­le Imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be Bay­ern gibt zusätz­lich am Sams­tag von 14–16 Uhr Aus­kunft zum IKE. Nähe­re Infor­ma­tio­nen zum Muse­ums­be­such und dem detail­lier­ten Pro­gramm unter www​.frei​land​mu​se​um​.de oder in den Sozia­len Medien.

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