Bay­reuth: Erste Zwi­schen­bi­lanz zum Ver­kehrs­ver­such in der Erlan­ger- und Bis­marck­stra­ße liegt vor

Erkennt­nis­se und Hin­wei­se aus der Bevöl­ke­rung flie­ßen in den Fort­gang des Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens ein

Seit einer Woche steht in der Bis­marck­stra­ße und der Erlan­ger Stra­ße test­wei­se jeweils ein Fahr­strei­fen nicht mehr für den Kfz-Ver­kehr zur Ver­fü­gung. Mit­hil­fe eines ein­mo­na­ti­gen Ver­kehrs­ver­suchs sol­len zusätz­li­che Erkennt­nis­se für die wei­te­re Pla­nung zur Neu­ge­stal­tung des Ver­kehrs­raums in den bei­den Bun­des­stra­ßen­ab­schnit­ten gewon­nen wer­den. Zwar sind auf­grund der noch andau­ern­den Som­mer­fe­ri­en bis­her kei­ne Aus­sa­gen zu den Ver­kehrs­ab­läu­fen an Werk­ta­gen wäh­rend der Schul­zeit mög­lich. Trotz­dem hat das Stadt­pla­nungs­amt eine erste Zwi­schen­bi­lanz gezogen.

„Uns haben bereits in den ersten Tagen des Ver­kehrs­ver­suchs zahl­rei­che Mei­nungs­äu­ße­run­gen aus der Bevöl­ke­rung erreicht“, sagt Ulrich Mey­er zu Hel­li­gen, Lei­ter des Stadt­pla­nungs­amts. Vie­le setz­ten sich kri­tisch mit der Erpro­bungs­maß­nah­me aus­ein­an­der. Das sei auch nicht ver­wun­der­lich, denn bis­lang könn­ten die beim ange­streb­ten Umbau erreich­ba­ren Qua­li­tä­ten nur sehr ein­ge­schränkt in ein­zel­nen Stra­ßen­ab­schnit­ten gezeigt wer­den. „Nur zwi­schen Frei­heits­platz und Sie­be­ner Platz kön­nen wir wäh­rend der Test­pha­se einen Pop-up-Rad­weg anbie­ten“, so Mey­er zu Hel­li­gen. Auch der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne bar­rie­re­freie Umbau der Bus­hal­te­stel­len sei nicht kurz­fri­stig für den Ver­suchs­zeit­raum mög­lich. Dem­ge­gen­über sei die Erpro­bungs­maß­nah­me für den Kfz-Ver­kehr mit Ein­schrän­kun­gen ver­bun­den. So gebe es Unmut wegen Behin­de­run­gen durch klei­ne­re Bau­stel­len oder kurz­fri­sti­gen Ver­zö­ge­run­gen durch Müll­ab­fuhr und Stra­ßen­rei­ni­gung. Letz­te­rem soll nun durch ver­än­der­te Abho­lungs- und Rei­ni­gungs­zei­ten begeg­net werden.

Erkennt­nis­se in der wei­te­ren Pla­nung berücksichtigen

„Die Eng­päs­se und Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten, die wir jetzt fest­stel­len, wer­den in der wei­te­ren Pla­nung berück­sich­tigt“, erläu­tert Mey­er zu Hel­li­gen. So gebe es Hin­wei­se aus dem Stadt­bus­ver­kehr, auf die schon wäh­rend des Ver­kehrs­ver­suchs reagiert wer­den kön­ne. Soll­te ein Umbau der Stra­ßen­zü­ge erfol­gen, wer­de bei der Anpas­sung der Ampel­schal­tun­gen außer­dem die an vie­len Licht­si­gnal­an­la­gen im Stadt­ge­biet schon heu­te übli­che Bus­be­schleu­ni­gung ein­ge­baut, die ins­ge­samt einem siche­ren Ver­kehrs­fluss zugutekomme.

„Wir erhal­ten auch Zuschrif­ten, in denen die posi­ti­ven Effek­te des Ver­kehrs­ver­suchs beschrie­ben wer­den“, betont Mey­er zu Hel­li­gen. Bei­spiels­wei­se wer­de der ste­ti­ge­re und ruhi­ge­re Ver­kehrs­ab­lauf her­vor­ge­ho­ben, da Über­hol­vor­gän­ge – sonst teil­wei­se mit über­höh­ter Geschwin­dig­keit zu beob­ach­ten – der­zeit nicht mög­lich sind. „Sämt­li­che sach­li­chen Anre­gun­gen und Hin­wei­se berück­sich­ti­gen wir bei der Bewer­tung des Ver­kehrs­ver­suchs, die wie­der­um in den Fort­gang des Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens ein­fließt“, beschreibt Mey­er zu Hel­li­gen das anste­hen­de Ver­fah­ren. Das Stadt­pla­nungs­amt sei des­halb auch im engen Aus­tausch mit den ande­ren betei­lig­ten städ­ti­schen Dienst­stel­len, der Poli­zei und den Stadt­wer­ken. Es sei wich­tig, die Rah­men­be­din­gun­gen des Ver­kehrs­ver­suchs genau zu betrach­ten. So befin­de sich auf­grund der noch kurz­zei­tig andau­ern­den Bau­ar­bei­ten in der Justus-Lie­big-Stra­ße Umlei­tungs­ver­kehr auf der Bis­marck­stra­ße. Auch Bau­stel­len im Bereich des Frei­heits­plat­zes sorg­ten zusätz­lich für Einschränkungen.

Mobi­li­täts­al­ter­na­ti­ven stärken

„Eine posi­ti­ve Rah­men­be­din­gung ist, dass durch den Land­kreis Bay­reuth zeit­gleich mit dem Ver­kehrs­ver­such ein 30-Minu­ten-Takt für den Bus­ver­kehr zwi­schen Bay­reuth und den Gemein­den im Hum­mel­gau gestar­tet ist“, meint Seba­sti­an Norck, Nah­mo­bi­li­täts­be­auf­trag­ter und Mit­ar­bei­ter des Stadt­pla­nungs­amts. „Die­ses attrak­ti­ve Ange­bot ermög­licht für vie­le Men­schen aus dem Bay­reu­ther Umland den Umstieg vom Auto“, so Norck. Das kön­ne dau­er­haft die Ver­kehrs­be­la­stung auf den Ein- und Aus­fall­stra­ßen im Westen des Stadt­ge­biets deut­lich ver­rin­gern. Es ermög­li­che, neue Rad­ver­kehrs­an­la­gen dort zu schaf­fen, wo eine hohe Nach­fra­ge zu erwar­ten ist. Die Neu­ge­stal­tung des Ver­kehrs­raums in der Bis­marck- und der Erlan­ger Stra­ße gehe Hand in Hand mit der Schaf­fung von attrak­ti­ven Mobi­li­täts­al­ter­na­ti­ven auch für Fuß­gän­ger und Fuß­gän­ge­rin­nen sowie Fahr­gä­ste des ÖPNV.

Weni­ger erfreu­lich sei, dass am ersten Wochen­en­de des Ver­kehrs­ver­suchs zahl­rei­che Baken umge­sto­ßen wur­den. „Durch die­sen Van­da­lis­mus kön­nen Ver­kehrs­teil­neh­men­de schlimm­sten­falls gefähr­det wer­den“, warnt Seba­sti­an Norck.

Zie­le des Bebauungsplanverfahrens

Neben ver­schie­de­nen Gut­ach­ten, Ver­kehrs­zäh­lun­gen und einer Ver­kehrs­si­mu­la­ti­on des geplan­ten Umbaus, bil­det der Ver­kehrs­ver­such einen Bau­stein im Bau­leit­plan­ver­fah­ren für die Bis­marck­stra­ße und die Erlan­ger Stra­ße. Die Pla­nung sieht vor, auf der gesam­ten Län­ge der Bis­marck­stra­ße die stadt­ein­wärts bereits bestehen­de Rad­ver­kehrs­an­la­ge ent­spre­chend der heu­te gel­ten­den Anfor­de­run­gen umzu­bau­en. Stadt­aus­wärts sol­len in der Bis­marck­stra­ße und der Erlan­ger Stra­ße neue Rad­ver­kehrs­an­la­gen ent­ste­hen, um das Rad­we­ge­netz in der Stadt zu ergän­zen und die Anbin­dung der angren­zen­den Quar­tie­re deut­lich zu verbessern.

„Im begrenz­ten Stra­ßen­raum neue Rad­we­ge zu schaf­fen, ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung“, resü­miert Ulrich Mey­er zu Hel­li­gen, „durch eine Neu­ver­tei­lung des Ver­kehrs­raums siche­re und leich­te Ver­kehrs­ab­läu­fe für alle Ver­kehrs­teil­neh­men­den zu ermög­li­chen, ist aber das erreich­ba­re Ziel.“ Infor­ma­tio­nen zum Sach­stand des Ver­fah­rens und der Ent­wurf des Bebau­ungs­plans sind online hier zu fin­den.

Wei­te­re Hin­wei­se zum Ver­kehrs­ver­such nimmt das Stadt­pla­nungs­amt ger­ne ent­ge­gen. Wer Anre­gun­gen hat, kann sich per E‑Mail unter verkehrsversuch@​stadt.​bayreuth.​de mel­den und die­se ein­brin­gen. Alle Stel­lung­nah­men wer­den gesam­melt und bei der Aus­wer­tung des Ver­kehrs­ver­suchs berücksichtigt.

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