Die Stadt­bau Bam­berg will eine der ersten gro­ßen kli­ma­neu­tra­len Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten Deutsch­lands werden

Die Stadtbau Bamberg will eine der ersten großen klimaneutralen Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands werden September 2022
Im Beisein von Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke haben die Geschäftsführer von Stadtwerken und Stadtbau Bamberg, Dr. Michael Fiedeldey (links) und Veit Bergmann (rechts) die Zusammenarbeit beim Klimaschutz besiegelt. Bis zum Jahr 2040 sollen alle 4.000 Wohnungen des städtischen Wohnungsgebers klimaneutral beheizt werden. Möglich wird das, weil die Wohnungen künftig mit erneuerbaren Energien aus der Erde, dem Abwasser und dem Bamberger MHKW beheizt werden sollen. Foto: Stadtwerke Bamberg

Stadt­bau Bam­berg wird eine der ersten kli­ma­neu­tra­len Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten in Deutschland

Die Stadt­bau Bam­berg will eine der ersten gro­ßen kli­ma­neu­tra­len Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten Deutsch­lands wer­den. Hier­für wer­den alle 4.000 Mie­ter des städ­ti­schen Woh­nungs­an­bie­ters bis zum Jahr 2040 beim Hei­zen nahe­zu kein kli­ma­schäd­li­ches Koh­len­di­oxid aus­sto­ßen. Die Mie­ten wer­den auf bezahl­ba­rem Niveau gehal­ten und die Heiz­ko­sten wei­test­ge­hend von Preis­ent­wick­lun­gen fos­si­ler Brenn­stof­fe ent­kop­pelt. Mög­lich wird das, weil die Woh­nun­gen künf­tig mit erneu­er­ba­ren Ener­gien aus der Erde, dem Abwas­ser und dem Bam­ber­ger MHKW beheizt wer­den sol­len. Die Wär­me­ver­sor­gungs­kon­zep­te hier­für ent­wickelt der frän­ki­sche Woh­nungs­an­bie­ter gemein­sam mit den Stadt­wer­ken Bam­berg. Die Koope­ra­ti­on ist bun­des­weit ein­ma­lig und wur­de jetzt im Bei­sein von Bun­des­bau­mi­ni­ste­rin Kla­ra Gey­witz besiegelt.

Die Wär­me­ver­sor­gung für die knapp 43 Mil­lio­nen Woh­nun­gen in Deutsch­land ist ein wesent­li­cher Trei­ber des Kli­ma­wan­dels: rund 16 Pro­zent der in Deutsch­land aus­ge­sto­ße­nen Treib­haus­ga­se kom­men aus dem Wohn­ge­bäu­de­sek­tor. Um die Kli­ma­zie­le zu errei­chen, müs­sen Unter­neh­men der Woh­nungs­wirt­schaft die CO2- Emis­sio­nen ihrer Lie­gen­schaf­ten deut­lich sen­ken. Auf­grund ihrer gerin­gen Ener­gie­ef­fi­zi­enz bie­ten die Bestands­ge­bäu­de hohes Poten­ti­al zum Res­sour­cen­schutz. Doch allein mit 2 Fas­sa­den­däm­mun­gen und Hei­zungs­sa­nie­run­gen ist es nicht getan – zumal die Kosten hier­für enorm sind: „Nur wenn ener­ge­ti­sche Sanie­rungs­kon­zep­te und die wei­te­re Gewin­nung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien mit dem Aus­bau öko­lo­gi­scher Wär­me­net­ze ver­zahnt wer­den, bleibt die zwin­gend not­wen­di­ge Kli­ma­neu­tra­li­tät der Woh­nun­gen auch für die Mie­te­rin­nen und Mie­ter bezahl­bar“, sagen die Geschäfts­füh­rer Veit Berg­mann (Stadt­bau Bam­berg) und Dr.

Micha­el Fie­del­dey (Stadt­wer­ke Bam­berg): „Kli­ma­schutz und Ener­gie­ko­sten sind aktu­ell die größ­ten sozi­al­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen in unse­rem Land.“ Vor­bild der Koope­ra­ti­on ist die Wär­me­ver­sor­gung für das Bam­ber­ger Kon­ver­si­ons­quar­tier Lagar­de. Hier wer­den die Stadt­wer­ke Bam­berg 1.200 Woh­nun­gen sowie Gewer­be- und Dienst­lei­stungs­flä­chen in hoch­ef­fi­zi­en­ten Neu­bau­ten und denk­mal­ge­schütz­ten Bestands­ob­jek­ten mit umwelt­freund­li­cher Wär­me ver­sor­gen, die zu 70 Pro­zent vor Ort und rege­ne­ra­tiv gewon­nen wird. Mög­lich wird die­ses durch den Auf­bau eines kal­ten Nah­wär­me­net­zes. Die Heiz­ener­gie hier­für wird mit­tels 20.000 Qua­drat­me­tern Erd­kol­lek­to­ren, 55 Erd­son­den, aus dem Abwas­ser­wär­me tau­sen­der Bam­ber­ger Haus­hal­te und mit Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auf den Dächern der Gebäu­de gewonnen.

In Bam­berg arbei­ten Stadt­bau und Stadt­wer­ke bereits lan­ge ver­trau­ens­voll zusam­men, und haben den kom­plet­ten Gebäu­de­be­stand ans zukunfts­si­che­re Glas­fa­ser­netz der Stadt­wer­ke ange­schlos­sen. Bereits seit Mit­te 2021 syn­chro­ni­sie­ren sie erfolg­reich Netz­ent­wick­lungs­plä­ne und Gebäu­de­sa­nie­rungs­kon­zep­te. Mit dem unter­schrie­be­nen Koope­ra­ti­ons­ver­trag haben die bei­den Unter­neh­men nun ver­ein­bart, die Sanie­rungs- und Netz­ent­wick­lungs­pla­nun­gen für alle 500 Gebäu­de fort­zu­schrei­ben und gemein­sam umzu­set­zen. Ziel des größ­ten Anbie­ters von sozia­lem Wohn­raum in Bam­berg ist es, bis zum Jahr 2040 gemein­sam mit den Stadt­wer­ken alle 4.000 Wohn­ein­hei­ten 3 kli­ma­neu­tral zu ver­sor­gen. Berg­mann: „Für unse­re Mie­te­rin­nen und Mie­ter ist eben­so wich­tig, dass wir die Heiz­ko­sten­ent­wick­lung von Preis­stei­ge­run­gen fos­si­ler Brenn­stof­fe ent­kop­peln. Das schaf­fen wir, indem wir in erneu­er­ba­re Ener­gien inve­stie­ren und damit auf lan­ge Sicht unab­hän­gi­ger von den Ent­wick­lun­gen auf den Ener­gie­märk­ten werden.“

Für die effi­zi­en­te Wär­me­wen­de ist die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Woh­nungs­wirt­schaft und ört­li­chem Stadt­werk unver­zicht­bar. Dr. Micha­el Fie­del­dey: „Wir wol­len unse­re Infra­struk­tur ziel­ge­rich­tet aus­bau­en; die Inve­sti­tio­nen in Wär­me­net­ze und Ener­gie­zen­tra­le sind aller­dings sehr kosten­in­ten­siv. Durch die Zusam­men­ar­beit mit gro­ßen Woh­nungs­un­ter­neh­men wis­sen wir, wo künf­tig rege­ne­ra­ti­ve Wär­me gebraucht wird. Um Neben­ko­sten für die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner nied­rig zu hal­ten, kann so eine wirt­schaft­li­che Lösung für alle Betei­lig­ten ent­wickelt werden.“

Auch Bun­des­bau­mi­ni­ste­rin Kla­ra Gey­witz lobt die Koope­ra­ti­on als Muster­bei­spiel für eine ver­bind­li­che kom­mu­na­le Wär­me­pla­nung: „Die größ­te Her­aus­for­de­rung der Wär­me­wen­de in Deutsch­land sind die vie­len kon­ven­tio­nell beheiz­ten Bestands­ge­bäu­de. Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer brau­chen Pla­nungs­si­cher­heit, wie sie die Stadt­bau Bam­berg gemein­sam mit den Stadt­wer­ken Bam­berg auf frei­wil­li­ger Basis schafft. Damit ist der Koope­ra­ti­ons­ver­trag ist ein Muster­bei­spiel für eine ver­bind­li­che kom­mu­na­le Wärmeplanung.“

Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke freut sich sehr über die Koope­ra­ti­on: „Die inten­si­ve Zusam­men­ar­beit zwi­schen den bei­den städ­ti­schen Töch­tern Stadt­bau und Stadt­wer­ke in die­sem Bereich hilft uns, als Stadt Bam­berg beim Kli­ma­schutz vor­an­zu­ge­ben und posi­ti­ve Bei­spie­le zu geben. Außer­dem gelingt es uns dadurch, die Wert­schöp­fung vor Ort zu erzie­len und damit unse­re Zukunfts­fä­hig­keit nach­hal­tig zu sichern.“

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