Schul­jah­res­be­ginn in der Bil­dungs­re­gi­on Ober­fran­ken 2022/2023

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Am 13. Sep­tem­ber 2022 star­ten in Ober­fran­ken rund 55.450 Schü­le­rin­nen und Schü­ler an Grund‑, Mit­tel- und För­der­schu­len sowie unge­fähr 28.000 an beruf­li­chen Schu­len in das neue Schul­jahr. In den Grund­schu­len stei­gen die Schü­ler­zah­len mit aktu­ell 35.501 Schü­le­rin­nen und Schü­lern gegen­über dem Vor­jahr (34.003) an. Die Zahl der Schul­an­fän­ger erhöht sich von 8.781 im Vor­jahr auf 9.448 im lau­fen­den Schul­jahr. Auch bei den Mit­tel­schu­len ist mit 15.478 Schü­le­rin­nen und Schü­lern eine leich­te Stei­ge­rung gegen­über dem Vor­jahr (15.292) zu beob­ach­ten. Der Auf­wärts­trend setzt sich fort bei den För­der­schu­len, wo mit 4.482 Schü­le­rin­nen und Schü­lern geplant wird (Vor­jahr: 4.439). Dort steigt die Zahl der Schul­an­fän­ger von 367 (2021) auf 439 Schü­le­rin­nen und Schü­ler 2022 deut­lich an.

Per­so­nal­aus­stat­tung an ober­frän­ki­schen Schulen

Der Fach­kräf­te­man­gel in Deutsch­land macht auch vor der Bil­dungs­land­schaft nicht halt. Star­ke Leh­rer­jahr­gän­ge gehen in Pen­si­on, wäh­rend gleich­zei­tig der Ukrai­ne-Krieg die Schü­ler­zah­len und damit den Per­so­nal­be­darf sprung­haft anstei­gen lässt. Zudem führt nach wie vor Coro­na zu krank­heits­be­ding­ten Aus­fäl­len. Für schwan­ge­re Lehr­kräf­te gilt auf­grund des Risi­kos sich zu infi­zie­ren, ein betrieb­li­ches Beschäf­ti­gungs­ver­bot. Ange­sichts eines deutsch­land­weit ange­spann­ten Bewer­ber­mark­tes auch in den päd­ago­gisch-sozia­len Beru­fen stellt es daher eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar, gera­de in den Grund- und Mit­tel­schu­len, ein lücken­lo­ses wohn­ort­na­hes Unter­richts­an­ge­bot zu organisieren.

In Ober­fran­ken wur­de bereits im Vor­feld der Pla­nung die Klas­sen­bil­dung sehr straff orga­ni­siert. Durch gemein­sa­me Anstren­gun­gen und in enger Abstim­mung mit den Staat­li­chen Schul­äm­tern ist es gelun­gen, dass alle ober­fran­ken­weit gebil­de­ten Klas­sen mit Klas­sen­lei­tun­gen besetzt sind.

Für die Mobi­le Reser­ve wird wei­ter­hin Per­so­nal gesucht. Ober­fran­ken­weit konn­te im Durch­schnitt bis jetzt 55 Pro­zent der vor­ge­se­he­nen Mobi­len Reser­ve gebil­det wer­den. Auch für den Unter­richt in Neben­fä­chern und für die Beschu­lung ukrai­ni­scher Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind vor­han­de­ne Stel­len noch teil­wei­se unbesetzt.

Die Per­so­nal­ge­win­nung wird wäh­rend des Schul­jah­res fort­ge­führt. Inter­es­sen­ten wen­den sich bit­te an die Staat­li­chen Schul­äm­ter in den kreis­frei­en Städ­ten und den Land­krei­sen (Schu​le​-Ober​fran​ken​.de | Schul­äm­ter) oder auch an die Schul­lei­tun­gen im Bereich der För­der­schu­len (Schu​le​-Ober​fran​ken​.de | För­der­schu­len neu).

Die Ver­sor­gung der beruf­li­chen Schu­len mit Lehr­kräf­ten ist auch auf­grund der leicht rück­läu­fi­gen Schü­ler­zah­len in den letz­ten Jah­ren soli­de, für ein­zel­ne Fach­rich­tun­gen wird aber auch dort wei­ter Per­so­nal gesucht (Schu​le​-Ober​fran​ken​.de | Schul­or­te).

Die Fol­gen des Ukraine-Kriegs

Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung stel­len der Ukrai­ne-Krieg und sei­ne Fol­gen dar. In Ober­fran­ken wer­den über alle Schul­ar­ten hin­weg rund 3.000 schul­pflich­ti­ge ukrai­ni­sche Kin­der und Jugend­li­che erwar­tet. Mit den Päd­ago­gi­schen Will­kom­mens­grup­pen wur­de im ver­gan­ge­nen Schul­jahr eine erste schu­li­sche Inte­gra­ti­on der Kin­der und Jugend­li­chen ermög­licht. Im Schul­jahr 2022/2023 sind neue Ange­bo­te geplant. In den Jahr­gangs­stu­fen 1 bis 4 wer­den die geflüch­te­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler direkt in den Regel­klas­sen mit zusätz­li­cher Deutsch­för­de­rung beschult. Für die Jahr­gangs­stu­fen 5 bis 9 wer­den für die Kin­der und Jugend­li­chen, die auf­grund gerin­ger Deutsch­kennt­nis­se nicht am Regel­un­ter­richt teil­neh­men kön­nen, Brücken­klas­sen ein­ge­rich­tet. Dort erhal­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler beson­de­re Sprach­för­de­rung in Deutsch, wer­den aber auch in den Fächern Mathe­ma­tik und Eng­lisch sowie Wahl­pflicht­fä­chern unter­rich­tet. Ober­fran­ken­weit sind zum der­zei­ti­gen Stand an Mit­tel­schu­len 37, an Real­schu­len 11, an Gym­na­si­en 25 und an beruf­li­chen Schu­len 5 Brücken­klas­sen eingerichtet.

Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz hebt die außer­ge­wöhn­li­che Will­kom­mens­kul­tur an ober­frän­ki­schen Schu­len für alle ukrai­ni­schen Flücht­lin­ge her­vor: „Trotz der per­so­nel­len und räum­li­chen Eng­päs­se und der immer noch gel­ten­den Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men konn­te in Ober­fran­ken bereits im letz­ten Schul­jahr über 2.500 Kin­dern und Jugend­li­chen inner­halb weni­ger Wochen schul­art­über­grei­fend ein Unter­richts- und Betreu­ungs­an­ge­bot unter­brei­tet wer­den. Die herz­li­che Auf­nah­me der Kin­der und Jugend­li­chen mit deren Eltern an Schu­len sowie die effek­ti­ve Orga­ni­sa­ti­on durch Lehr­kräf­te, Schul­lei­tun­gen und die Schul­ver­wal­tung unter­stützt von zahl­rei­chen ehren­amt­li­chen Kräf­ten ver­die­nen im höch­sten Maß unse­ren Dank und unse­re Anerkennung.“

Die Coro­na-Pan­de­mie und ihre Folgen 

Das Coro­na-Auf­hol­pro­gramm „gemeinsam.Brücken.bauen“ bie­tet auch im kom­men­den Schul­jahr zusätz­li­che För­der­mög­lich­kei­ten. Die Regie­rung von Ober­fran­ken hat allein im Rah­men die­ses Pro­gramms seit Som­mer 2021 über 800 Arbeits­ver­trä­ge abge­schlos­sen, um den immensen Per­so­nal­be­darf für För­der­maß­nah­men abdecken zu kön­nen. Die Ver­trags­ver­hält­nis­se kön­nen im neu­en Schul­jahr fort­ge­führt oder mit neu­em Per­so­nal besetzt werden.

Des Wei­te­ren steht für Ober­fran­ken ein Kon­tin­gent an 29 Voll­zeit­stel­len für Team­lehr­kräf­te zur Ver­fü­gung. Die­se gestal­ten unter Anlei­tung von Lehr­kräf­ten, die auf­grund indi­vi­du­el­ler Risi­ko­dis­po­si­ti­on Coro­na-bedingt nicht für den Prä­senz­un­ter­richt zur Ver­fü­gung ste­hen, den Unter­richt. Zudem wer­den die Bera­tungs­ka­pa­zi­tä­ten des schul­psy­cho­lo­gi­schen Dien­stes bei den Staat­li­chen Schul­äm­tern für die Grund- und Mit­tel­schu­len flä­chen­deckend leicht ausgebaut.

Die ver­gan­ge­nen bei­den Jah­re haben gezeigt, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler immer­hin bei den Schul­ab­schlüs­sen kei­ner­lei Nach­tei­le in Kauf neh­men muss­ten. Die Ergeb­nis­se der Abschluss­prü­fun­gen wichen nicht von denen in der Zeit vor der Coro­na-Pan­de­mie ab.

Digi­ta­le Bil­dung und Ausstattung

Die Regie­rung von Ober­fran­ken unter­stützt die Schu­len und Schul­auf­wands­trä­ger mit umfang­rei­chen För­der­maß­nah­men, um die Digi­ta­li­sie­rung wei­ter voranzutreiben.

Aus dem För­der­pro­gramm „Digi­tal­pakt Schu­le – Digi­ta­le Bil­dungs­in­fra­struk­tur an baye­ri­schen Schu­len“ ste­hen für den Regie­rungs­be­zirk Ober­fran­ken bis 2024 53,64 Mil­lio­nen Euro zur Verfügung.

Für die mei­sten Kin­der und Jugend­li­chen ist der Umgang mit digi­ta­len Medi­en und Gerä­ten mitt­ler­wei­le selbst­ver­ständ­lich. In dem bay­ern­wei­ten Pilot­ver­such „Digi­ta­le Schu­le der Zukunft“ wer­den die teil­neh­men­den Klas­sen mit Tablets, Note­books oder Con­ver­ti­bles aus­ge­stat­tet, die Finan­zie­rung wird mit staat­li­chen Zuschüs­sen unter­stützt. Schu­le und Eltern­häu­ser arbei­ten eng zusam­men. So soll das Ler­nen mit ana­lo­gen und digi­ta­len Medi­en und Werk­zeu­gen selbst­ver­ständ­lich inein­an­der­grei­fen – im Klas­sen­zim­mer sowie beim Ler­nen zuhau­se. Gleich­zei­tig sol­len im Schul­all­tag auf­tre­ten­de recht­li­che, daten­schutz­re­le­van­te und för­der­tech­ni­sche Fra­ge­stel­lun­gen gelöst wer­den. Aus Ober­fran­ken sind 14 Mit­tel­schu­len mit am Start. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier: Baye­ri­sches Staats­mi­ni­ste­ri­um für Unter­richt und Kul­tus (bay​ern​.de)

Ganz­tags­an­ge­bo­te

Der Aus­bau des Ganz­tags­an­ge­bots an den ober­frän­ki­schen Grund‑, Mit­tel- und För­der­schu­len schrei­tet wei­ter vor­an. Inzwi­schen besteht für Schü­le­rin­nen und Schü­ler an die­sen Schul­ar­ten ein flä­chen­decken­des Betreu­ungs­an­ge­bot, das neben den unter­schied­li­chen schu­li­schen Maß­nah­men auch kom­mu­na­le oder pri­va­te Initia­ti­ven einschließt.

Zum neu­en Schul­jahr sind in Ober­fran­ken an 18 Grund­schu­len 56 und an 34 Mit­tel­schu­len 131 gebun­de­ne Ganz­tags­klas­sen geplant sowie wei­te­re 7 Deutsch­klas­sen im gebun­den Ganz­tag. Im offe­nen Ganz­tags­an­ge­bot gibt es des Wei­te­ren an den Grund­schu­len ober­fran­ken­weit 294 Kurz­grup­pen bis 14:00 Uhr und 175 Lang­grup­pen bis 16:00 Uhr sowie 123 Grup­pen an den ober­frän­ki­schen Mit­tel­schu­len. Zudem ist ober­fran­ken­weit an vie­len Grund­schu­len Mit­tags­be­treu­ung eta­bliert. Auf der Inter­net­sei­te Alle Schu­len in Bay­ern suchen und fin­den kön­nen über alle Schul­ar­ten hin­weg Schu­len mit den unter­schied­li­chen Ange­bo­ten gefun­den werden.

Inklu­si­on

Alle Kin­der und Jugend­li­chen sol­len nach ihren jewei­li­gen Bedürf­nis­sen best­mög­lich geför­dert wer­den. Elf Son­der­päd­ago­gi­sche För­der­zen­tren unter­stüt­zen zum Teil meh­re­re Grund- und Mit­tel­schu­len mit dem Pro­fil Inklu­si­on. Fünf För­der­schu­len mit dem Pro­fil Inklu­si­on set­zen in ihrer Regi­on son­der­päd­ago­gi­sche Fach­lich­keit in enger Koope­ra­ti­on mit auf­neh­men­den Schu­len ein. Im Schul­jahr 2022/2023 kommt in Ober­fran­ken mit der Adal­bert-Stif­ter-Mit­tel­schu­le in Forch­heim die 19. Schu­le mit dem Schul­pro­fil Inklu­si­on neu hinzu.

Ein wei­te­res Bei­spiel für gelin­gen­de inklu­si­ve Ange­bo­te in Ober­fran­ken ist die „Inklu­si­ve Regi­on in der Stadt Hof“. Über alle Schul­ar­ten hin­weg kön­nen dabei Kin­der und Jugend­li­che mit einem und ohne einen beson­de­ren För­der­be­darf gemein­sam ler­nen und wer­den dabei bedarfs­ge­recht unter­stützt. Über­gän­ge zwi­schen den Schul­ar­ten und in die Berufs­welt wer­den flan­kie­rend beglei­tet. Dies gelingt, indem schu­li­sche und außer­schu­li­sche Part­ner, Ärz­te, Fach­dien­ste und Behör­den sich ver­net­zen und inten­siv abstimmen.

Wei­te­re aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie unter:
Schu​le​-Ober​fran​ken​.de | Bereich Schu­len.

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