Bay­reuth: Die Bür­ger­initia­ti­ve Seul­bitz-Ere­mi­ten­hof wehrt sich gegen den neu­en Bebau­ungs­plan rund um die Lohen­grin Therme

Bayreuth: Die Bürgerinitiative Seulbitz-Eremitenhof wehrt sich gegen den neuen Bebauungsplan rund um die Lohengrin Therme September 2022
Mitglieder der Bürgerinitiative vor einem Banner am Ortsteil Eremitenhof. Foto: Bürgerinitiative Seulbitz-Eremitenhof

Ver­dop­pe­lung der Bebau­ung, Flä­chen­fraß, Ver­kehrs­wahn­sinn – Hier geht unse­re Zukunft baden!

Bür­ger­initia­ti­ve Seul­bitz-Ere­mi­ten­hof wehrt sich gegen den neu­en, stark ver­än­der­ten Bebau­ungs­plan rund um die Lohen­grin Therme

Bayreuth: Die Bürgerinitiative Seulbitz-Eremitenhof wehrt sich gegen den neuen Bebauungsplan rund um die Lohengrin Therme September 2022

Mit­glie­der der Bür­ger- initia­ti­ve erläu­tern ihre Beden­ken bei einem Gespräch mit der loka­len Pres­se. Foto: Bür­ger­initia­ti­ve Seulbitz-Eremitenhof

Mit einem infor­ma­ti­ven Fly­er und groß­for­ma­ti­gen Ban­nern an diver­sen Stand­or­ten im Ere­mi­ten­hof und im Umkreis der Lohen­grin Ther­me geht die Bür­ger­initia­ti­ve Seul­bitz-Ere­mi­ten­hof aktu­ell an die Öffent­lich­keit um über die Fol­gen des Bebau­ungs­plans zu infor­mie­ren. Ver­dop­pe­lung der Bau­ten, mehr Ver­kehr, Ver­lust von wert­vol­len Grün­flä­chen, Null Nach­hal­tig­keit und nicht kal­ku­lier­ba­re Kosten – wo bleibt der Nut­zen für die Bay­reu­ther und Bay­reu­the­rin­nen durch den Bau eines Luxus­ho­tels, von Luxuscha­lets und einer 20 Meter hohen DRV-Rehaklinik.

Pro­vo­kan­te Aus­sa­gen auf den Ban­nern wie ‚Bis auf den letz­ten Qua­drat­me­ter‘ the­ma­ti­sie­ren den Flä­chen­fraß von 70.000 qm an der Lohen­grin Ther­me und dem damit ver­bun­de­nen Ver­lust von land­wirt­schaft­lich nutz­ba­rer Flä­che. Wie auch die erhöh­te Gefahr von Über­flu­tun­gen auf Grund der mas­si­ven Flächenversiegelung.

Aber nicht nur der Flä­chen­fraß stößt bei den Mit­glie­dern der Bür­ger­initia­ti­ve auf Kri­tik, son­dern auch der Plan einer öster­rei­chi­schen Inve­sto­ren­grup­pe an der Lohen­grin Ther­me ein vier­stöcki­ges Luxus­ho­tel zu bau­en. Damit nicht genug, zusätz­lich exi­stiert der Plan 27 Luxuscha­lets zu bau­en. Es gibt aber kei­ne kon­kre­ten Infor­ma­tio­nen zur Bebau­ung. Dem voll­mun­di­gen Ver­spre­chen des Inve­stors, der bei der Prä­sen­ta­ti­on sei­ner Plä­ne im April im Zen­trum den Anwoh­nern zusag­te, jeder­zeit bei einem sei­ner Besu­che in Bay­reuth sich mit ihnen aus­zu­tau­schen, ist er bis heu­te nicht nach­ge­kom­men. Auch auf schrift­li­che Anfra­gen wird nicht oder nur sehr lapi­dar geant­wor­tet. „Das stärkt nicht mein Ver­trau­en in die seriö­sen Absich­ten der Inve­sto­ren­grup­pe!“ meint ein Mit­glied der Bürgerinitiative.

So greift ein wei­te­res Ban­ner mit ‚Darf es noch ein Stock­werk oder Cha­let mehr sein?‘ exakt die The­ma­tik auf. Der neue Bebau­ungs­plan erlaubt die Ver­dop­pe­lung zum alten Bebau­ungs­plan auf 2–3 Voll­ge­schos­se mehr als das angren­zen­de Wohn­ge­biet. Aber auch die Cha­lets über­ra­gen die Bebau­ung um 1 Voll­ge­schoss im Lin­dig. „War­um Luxuscha­lets für Tou­ri­sten? Wenn doch Bau­ge­bie­te für Wohn­häu­ser in Bay­reuth feh­len. Gegen Wohn­häu­ser hier im Lin­dig hät­ten wir nichts!“ so eine Spre­che­rin der Bürgerinitiative.

Ursprung der neu­en Bebau­ungs­plä­ne sind die von der Stadt Bay­reuth erhoff­ten Syn­er­gien zwi­schen Lohen­grin Ther­me, der DRV-Reha-Kli­nik und dem Hotel­neu­bau. Das Defi­zit der Lohen­grin Ther­me von meh­re­ren Mil­lio­nen Euro pro Jahr bela­stet seit Jah­ren die Stadt­wer­ke Bay­reuth mas­siv und ver­hin­dert damit Inve­sti­tio­nen in ande­ren Berei­chen wie zum Bei­spiel den Aus­bau des ÖPNV ‚Hier geht unse­re Zukunft baden!‘ bringt ein wei­te­res Pla­kat das Pro­blem auf den Punkt. Doch die erwünsch­ten Syn­er­gien sind inzwi­schen hin­fäl­lig. Da sowohl die DRV-Reha­kli­nik wie auch Hotel und Cha­lets eige­ne Was­ser­becken und Sau­nen pla­nen. So erzeu­gen bei der Bür­ger­initia­ti­ve Seul­bitz-Ere­mi­ten­hof die Plä­ne der Stadt­obe­ren das Stadt­bad zu schlie­ßen auch nur Fas­sungs­lo­sig­keit, was im Slo­gan ‚Lie­ber Luxus­gä­ste im Whirl­pool statt Kin­der im Schwimm­kurs‘ Aus­druck findet.

‚Ab hier Ver­kehrs­wahn­sinn – Ach­tung Test­strecke!‘ spitzt die Ver­kehrs­la­ge im Ere­mi­ten­hof zu. Schon seit Mit­te der 1990er Jah­re ist bekannt, die Ver­kehrs­an­bin­dung im Ere­mi­ten­hof ist nur bedingt geeig­net. Neue­re Gut­ach­ten, Schät­zun­gen und eige­ne Ver­kehrs­zäh­lun­gen im Ere­mi­ten­hof kom­men auf bis zu 5.000 Autos pro Tag, was einer Zunah­me von 45 Pro­zent ent­spricht Auch wenn der Ere­mi­ten­hof frisch geteert wur­de, fließt der Ver­kehr durch die­ses Nadel­öhr dadurch nicht flüs­si­ger. So tref­fen sich nicht nur Autos, Stadt­bus­se, Mäh­dre­scher, Trecker und Wohn­mo­bi­le dort, son­dern auch noch Fuß­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer in der engen, unüber­sicht­li­chen Stra­ße. Für Fahr­rad­fah­rer ist die Ver­kehrs­si­tua­ti­on beson­ders gefähr­lich, da kein Fahr­rad­weg exi­stiert. Das ist ein Fahrradweg-Konzept!

Der Fly­er ist nicht nur in den betrof­fe­nen Stadt­tei­len an die Bewoh­ner ver­teilt wor­den, son­dern auch die Mit­glie­der des Bay­reu­ther Stadt­rats haben je ein Exem­plar erhalten.

„Das habe ich alles nicht gewusst!“ Mehr­fach kam die Aus­sa­ge von Bewoh­nern der Stadt­tei­le beim Ver­tei­len der Fly­er. Auch der Kennt­nis­stand ein­zel­ner Stadt­rä­te zu den Bebau­ungs­plä­nen und sei­nen Fol­gen sind lücken­haft wie bei Gesprä­chen und unter­schied­li­chen Ver­an­stal­tun­gen fest­ge­stellt wur­de. „Wir von der Bür­ger­initia­ti­ve ver­ste­hen uns als die Stim­me der Bür­ger und for­dern, die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Bay­reuth auf die zahl­rei­chen Beden­ken und Stel­lung­nah­men ernst zu neh­men und zum Woh­le sei­ner Bür­ger und Bür­ge­rin­nen zu entscheiden!“.

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