Aus der Klein­sen­del­ba­cher Leser­post: Leser­brief zu geplan­ten Orts­um­ge­hun­gen in Neun­kir­chen und Dormitz

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Der Kli­ma­wan­del ist ange­kom­men – Orts­um­ge­hun­gen sind in jeder Hin­sicht unverantwortlich

Die wohl größ­te Dür­re seit 500 Jah­ren in Euro­pa, 19 der 20 wärm­sten Som­mer in den letz­ten 20 Jah­ren und ein Viel­fa­ches an Unwet­ter­er­eig­nis­se und Umwelt­ka­ta­stro­phen seit den 80er Jah­ren, Ten­denz stei­gend. Und das bei einer „nur“ 1,2 Grad Erwär­mung in Deutsch­land gegen­über der vor­in­du­stri­el­len Zeit. Kaum aus­zu­den­ken, wie es erst (so wie es der­zeit aus­sieht) bei einer Erd­er­wär­mung von > 3 Grad sein wird. Das Pari­ser-Kli­ma­schutz­ziel, die Erd­er­wär­mung auf deut­lich unter 2 Grad, mög­lichst 1,5 Grad, zu begren­zen, ist kaum noch rea­li­stisch. Das ver­blei­ben­de CO2-Budet dafür ist ein­fach zu gering. Für alle die glau­ben ein hal­bes Grad hin oder her sei uner­heb­lich, sei gesagt, dass die­ses ein Mehr­fa­ches an Unwet­ter­er­eig­nis­sen/-kata­stro­phen mit sich bringt, auch hier in Fran­ken. Statt sich nur mit Anpassungsstrategien/​Adaption nach dem Mot­to „eh zu spät zu beschäf­ti­gen, soll­te alles für eine öko­lo­gisch-sozia­le Trans­for­ma­ti­on mit nied­ri­gen Emis­sio­nen getan wer­den. Es geht schließ­lich um Schadensbegrenzung.

War­um schrei­be ich das ? Weil es immer noch eini­ge Unver­bes­ser­li­che gibt, die aus rein ego­isti­schen und/​oder wirt­schaft­lich moti­vier­ten Inter­es­sen an Umge­hungs­stra­ßen wie in Neun­kir­chen a. Br. und Dormitz fest­hal­ten. Die­se den Kli­ma- und Arten­schutz mas­siv nega­tiv beein­träch­ti­gen­den Ver­kehrs­pro­jek­te sind in kein­ster Wei­se mehr zu recht­fer­ti­gen. Sie zer­stö­ren nicht nur wert­vol­le Nah­erho­lungs­ge­bie­te, Lebens­räu­me und CO2-Sen­ken, son­dern ver­ur­sa­chen immer mehr Ver­kehr. Wei­ter­hin wird damit die unver­meid­li­che Ver­kehrs­wen­de blockiert. Und wer mit dem Pseu­do-Argu­men­ten Sicher­heit kommt, dem sei gesagt, dass ver­kehrs­meh­ren­de Umge­hungs­stra­ßen mehr Unfäl­le gene­rie­ren als ver­kehrs­be­ru­hig­te inner­ört­li­che Stra­ßen oder der ÖPNV. Dar­an wer­den die OU-Befür­wor­ter wohl lei­der erin­nert wer­den müs­sen, wenn der ver­meid­bar gewe­se­ne Scha­den ein­tre­ten soll­te. Inso­fern rich­te ich einen wei­te­ren Appell an alle poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger von Neun­kir­chen a. Br. und Dormitz, zum Woh­le von Kli­ma und natür­li­cher Lebens­grund­la­gen, end­lich von den Plä­nen der bei­den Orts­um­ge­hun­gen abzurücken.

Dirk Peter­sen, Kleinsendelbach

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