Fo4F lud zum nach­hal­ti­gen Som­mer­fest in Neu­ses ein

Das neue Logo von „Forchheim for Future“
Das neue Logo von „Forchheim for Future“

Bis­her hat­ten sich immer nur rela­tiv weni­ge Mit­glie­der von „Forch­heim for Future (Fo4F)“ zu den monat­li­chen Zoom Mee­tings getrof­fen und die Organisator*innen des Som­mer­fe­stes am/​im Schüt­zen­heim in Neu­ses (Markt Eggols­heim) waren eini­ger­ma­ßen gespannt, ob und wie die Ein­la­dung zu die­sem „Live­tref­fen“ ange­nom­men würde.

Geplant war ein Som­mer­fest zum Ken­nen­ler­nen und zum Erfah­rungs­aus­tausch. Die Organisator*innen hat­ten Geträn­ke besorgt und die Gäste brach­ten jeweils Spei­sen fürs Buf­fet mit. So kam es zu einer reich­hal­ti­gen Spei­sen­aus­wahl und ab 17 Uhr waren die drau­ßen auf­ge­stell­ten Bän­ke an den mit Son­nen­blu­men geschmück­ten Bier­ti­schen schnell besetzt mit etwa 30 Gela­de­nen samt mit­ge­brach­ten Freun­den und eini­gen Kindern.

Som­mer­fest Forch­heim for Future (Kla­ra Günther/​Elisabeth Görner)

Bei schön­stem, nicht zu hei­ßem Som­mer­wet­ter war die Stim­mung von vorn­her­ein gut, auch wenn sich kei­nes­wegs alle kann­ten. Kla­ra Gün­ther, die „Front­frau““ von Fo4F, wuss­te aber auch das bald zu behe­ben, indem sie nach ihren Begrü­ßungs­wor­ten jeden auf­for­der­te, sich kurz vor­zu­stel­len und zu erläu­tern, wie er/​sie zu Fo4F gesto­ßen sei. Es stell­te sich her­aus, dass nicht nur Eggols­hei­mer und Forch­hei­mer anwe­send waren, son­dern z.B. auch jun­ge Leu­te, die zur Zeit in Erlan­gen stu­die­ren, oder Pox­dor­fer, die von der Grup­pe gehört hatten.

Das so lebens­wich­ti­ge The­ma: Umwelt/​Umweltschutz/​Klimaschutz/​Artenschutz (sozia­le Aspek­te mit­ein­ge­schlos­sen) macht – Gott sei Dank – im Moment noch Men­schen mobil, auch wenn die Pro­ble­me sich momen­tan ins­ge­samt bedroh­lich zu über­la­gern schei­nen. Umso erfreu­li­cher und vor allem not­wen­di­ger sind gute Zusam­men­ar­beit und Netz­wer­ke, mit wel­chen Gleich­ge­sinn­ten auch immer, wie die Ver­sam­mel­ten fest­stell­ten. Dass auch ein gebür­ti­ger Fran­zo­se sowie ein Rus­se – bei­de aber schon seit Jah­ren in der Regi­on lebend – zu den Gästen gehör­ten, war beson­ders schön und mach­te deut­lich, dass die Sor­ge um die Erde viel mehr mit den Men­schen als mit Natio­nen zu tun hat. So wur­de denn berich­tet, wie die Anwe­sen­den über das schon län­ger exi­stie­ren­de Repa­ra­tur Café, über die Clean Up – Aktio­nen und man­che auch ganz pri­vat über Ein­zel­erfah­run­gen auf Forch­heim for Future auf­merk­sam wur­den und sich nun mehr enga­gie­ren wollen.

Som­mer­fest Forch­heim for Future (Kla­ra Günther/​Elisabeth Görner)

Ein Mit­glied des Senio­ren­bei­rats der Stadt Forch­heim beton­te das Genera­tio­nen­über­grei­fen­de: so wie er sel­ber bemüht sei, den Jün­ge­ren die Welt in halb­wegs gutem Zustand zu hin­ter­las­sen, so ver­su­che er – über Bewe­gun­gen wie Fri­days for Future hin­aus – jun­ge Men­schen durch kon­kre­te Kon­takt­auf­nah­me mit ein­zu­be­zie­hen und für eine „Zukunfts­werk­statt“ zu begeistern.

Auch Kla­ra Gün­ther bestä­tig­te nach der Vor­stel­lung der Gäste, dass bei Fo4F Men­schen jeder Alters­stu­fe will­kom­men sind – Kin­der (z.B. beim Clean Up) genau­so, wie man auch für die älte­ren Genera­tio­nen offen sei, schließ­lich ist Fo4F auch eine Regio­nal­grup­pe der „Omas for Future“. Zur Ent­wick­lung der Initia­ti­ve erläu­ter­te sie, dass die­se im Okto­ber 2019 noch als „Tran­si­ti­on Forch­heim“ gegrün­det wur­de. Im Dezem­ber 2021 ent­schloss man sich zur Umbe­nen­nung, weil mit dem Aus­druck „Tran­si­ti­on“ doch sehr gefrem­delt wur­de oder in Gesprä­chen sogar mit grund­sätz­lich Inter­es­sier­ten zu vie­le Erklä­run­gen zu der ursprüng­lich von Irland aus­ge­hen­den inter­na­tio­na­len Umwelt­in­itia­ti­ve nötig waren.

Bis­her han­delt es sich bei Forch­heim for Future noch um eine locke­re Ver­bin­dung – auch prak­tisch enga­gier­ter – Gleich­ge­sinn­ter, aber man strebt eine Ver­eins­grün­dung an und nach Vor­be­spre­chung der Bedin­gun­gen und der Kon­zep­ti­on einer Ver­eins­sat­zung soll noch in die­sem Jahr, am 18. 10. 2022, die Grün­dungs­ver­samm­lung stattfinden.
Dann stell­te Kla­ra Gün­ther auch die bis­he­ri­gen Akti­vi­tä­ten von Fo4F vor: Zunächst das älte­stes Pro­jekt der Grup­pe, das schon erwähn­te monat­li­che Repa­ra­tur Café. Die­ses gibt es schon län­ger als Fo4F, aber mit Ent­ste­hen der Initia­ti­ve wur­de es aus­ge­wei­tet. Neben den bis dahin vier Ter­mi­ne im Jahr bei Pack mer’s gibt es jetzt sie­ben wei­te­re Ter­mi­ne im Pfarr­zen­trum Ver­klä­rung Chri­sti. Für bei­de Ver­an­stal­tungs­or­te ste­hen ins­ge­samt 20 tech­nisch ver­sier­te Hel­fer (von denen fünf zum Som­mer­fest gekom­men waren) ehren­amt­lich zur Ver­fü­gung, die abwech­selnd tätig wer­den, um so ein Zei­chen gegen die Weg­werf­men­ta­li­tät zu set­zen und Werk- bzw. Wert­stof­fe zu sparen.

Auch die eben­falls ein­mal im Monat statt­fin­den­den Clean-Up Aktio­nen die­nen der Bewusst­seins­än­de­rung. Die Akti­ven tref­fen sich an jeweils fest­ge­leg­ten Orten und sam­meln – jeweils mit Grei­fer und Müll­beu­tel „bewaff­net“ – weg­ge­wor­fe­nes Ver­packungs­ma­te­ri­al und beson­ders auch die für die Umwelt so schäd­li­chen Ziga­ret­ten­kip­pen sowie ande­ren Müll auf und sorgt so für etwas mehr Sau­ber­keit. Der Stadt­bau­hof Forch­heim holt schließ­lich an einer jeweils ver­ein­bar­ten Stel­le alle Müll­säcke ab und ent­sorgt sie vor­schrifts­mä­ßig. Schon mehr­fach wur­de in der regio­na­len Pres­se über die­se Aktio­nen berich­tet – ein­mal sogar in einem Film­bei­trag der Fran­ken­schau im Fern­se­hen. Das The­ma: Ziga­ret­ten­kip­pen ist ein wich­ti­ges Anlie­gen von Fo4F, näm­lich noch mehr Bewusst­sein für die Fol­gen oft unbe­dach­ten Ver­hal­tens zu schaf­fen: wie gefähr­lich es gera­de hier ist, wenn die geball­ten Rest­stof­fe wie Arsen, Kup­fer, Blei neben dem Ner­ven­gift Niko­tin ent­we­der von klei­nen Kin­dern oder auch von Tie­ren auf­ge­nom­men oder vom näch­sten Regen in die Kana­li­sa­ti­on bzw. ins Grund­was­ser gespült wer­den. Dazu soll auch die schon ange­lau­fe­ne Akti­on „Taschen­ascher“ einen Bei­trag lei­sten. Fo4F sam­melt bei den ört­li­chen Schüt­zen­ver­ei­nen die lee­ren Luft­ge­wehr­mu­ni­ti­ons­do­sen und fer­tigt dar­aus Taschen­ascher, die in jede Hosen­ta­sche pas­sen­den und den Rau­chern ermög­li­chen, ihre Kip­pen zu Hau­se in der Müll­ton­ne zu entsorgen.

Wei­te­re Pro­jek­te von Forch­heim for Future sind das „Urban Gar­de­ning“ in Zusam­men­ar­beit mit Weber & Ott: die Grup­pe bepflanzt die Beton­kü­bel in der Kon­rad-Ott-Stra­ße mit Gemü­se zum Naschen für die Bevöl­ke­rung und auch mit insek­ten­freund­li­chen Blüh­pflan­zen. Eine Akti­vi­stin von Fo4F hat ein Grund­stück in Lan­gen­sen­del­bach, das sie mit ande­ren Akti­ven gemein­sam als Gemein­schafts­gar­ten betreibt.

Auch der in Koope­ra­ti­on mit dem Bür­ger­zen­trum zwei­mal jähr­lich ver­an­stal­te­te Ver­schen­ke­ba­sar im Mehr­ge­nera­tio­nen­haus dient dazu, Müll zu ver­mei­den und Res­sour­cen zu scho­nen. Din­ge, die jemand nicht mehr braucht fin­den dort einen neu­en Besit­zer und manch ein Besu­cher fin­det dort Nütz­li­ches oder ein­fach Schö­nes, was sonst im Müll lan­den wür­de. Der näch­ste Ver­schen­ke­ba­sar fin­det am 9. Okto­ber die­ses Jah­res statt. Schon wäh­rend ihrer Aus­füh­run­gen kam es zu Fra­gen und ergän­zen­den Anmer­kun­gen, die zur Leben­dig­keit der Situa­ti­on bei­tru­gen. Als Über­ra­schung hat­te ein klei­ner Kreis von den Akti­ven ein Geschenk für Kla­ra Gün­ther vor­be­rei­tet, das die Medi­zi­ne­rin Karin Hof-Schüss­ler mit herz­li­chen Dan­kes­wor­ten an die Front­frau von Forch­heim for Future über­gab. Noch bis fast zum Dun­kel­wer­den saßen die mei­sten – auch mit Speis und Trank bestens ver­sorg­ten – Gäste bei guten und sich gegen­sei­tig Mut machen­den Gesprä­chen zusam­men. Es war viel, aber hoch inter­es­sant, was Kla­ra Gün­ther den Som­mer­fest­gä­sten zu berich­ten hat­te, zumal denen, die noch wenig über Fo4F wuss­ten. Deut­lich wur­de ein nach­hal­ti­ger Ein­druck dafür hin­ter­las­sen, dass sich Forch­heim for Future sich für die Zukunft in Stadt und Land­kreis Forch­heim einsetzt.

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