UBT-Absol­ven­ten erhal­ten EXIST-Gründerstipendium

Prof. Dr. Christan Laforsch, Valentin Meiler, Jens Pfeiffer und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fischerauer . © Jennifer Opel / UBT
Prof. Dr. Christan Laforsch, Valentin Meiler, Jens Pfeiffer und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fischerauer . © Jennifer Opel / UBT

Jens Pfeif­fer und Valen­tin Mei­ler wer­den mit dem EXIST-Grün­dersti­pen­di­um des Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz und des Euro­päi­schen Sozi­al­fonds (ESF) geför­dert. Die För­der­sum­me für „MYT­RA – Mes­sung von Mikro­pla­stik“ beträgt über 100.000 Euro.

Das Grün­der­team bis­her bestehend aus Jens Pfeif­fer und Valen­tin Mei­ler wird in den näch­sten zwölf Mona­ten das selbst ent­wickel­te Mess­ver­fah­ren für Mikro­pla­stik­ar­ti­kel ver­fei­nern und es zur indu­stri­el­len Anwend­bar­keit wei­ter­ent­wickeln. Ent­stan­den ist die Grün­dungs­idee im Zuge der Master­ar­bei­ten an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth. „Mikro­pla­stik­par­ti­kel sind qua­si über­all zu fin­den und kön­nen über Lebens­mit­tel und Atem­luft auch von uns Men­schen auf­ge­nom­men wer­den. Um Ursa­chen und Ein­trags­pfa­de zu erken­nen, muss man zuver­läs­sig, flä­chen­deckend, schnell und vor allem kosten­gün­stig die Mikro­pla­stik­par­ti­kel mes­sen“, erklärt Valen­tin Mei­ler. „Das ent­wickel­te Ver­fah­ren auf Grund­la­ge der Impe­danz­spek­tro­sko­pie ermög­licht es, Grö­ße, Anzahl Kunst­stoffsor­te und even­tu­ell auch Form von Par­ti­keln in Was­ser zu bestim­men, wäh­rend die Pro­be durch das Mess­ge­rät läuft.“ Bei der Impe­danz­spek­tro­sko­pie wird der Wech­sel­strom­wi­der­stand im Was­ser bei ver­schie­de­nen Fre­quen­zen gemes­sen. Befin­den sich im Was­ser Par­ti­kel, so ver­än­dert sich der Mess­wert in Abhän­gig­keit von der Par­ti­kel­grö­ße, ‑anzahl und der ‑sor­te.

Genau die­se Mes­sung im Durch­lauf ist auch das Span­nen­de an der Metho­de. Das Mess­sy­stem von Jens Pfeif­fer und Valen­tin Mei­ler lei­tet Was­ser durch eine Mess­zel­le. Am Com­pu­ter wer­den dann die Ergeb­nis­se ange­zeigt. Aus der Master­ar­beit von Jens Pfeif­fer ging her­vor, dass eine Mes­sung im Durch­fluss funk­tio­niert. Nun geht es dar­um, das Mess­sy­stem für ver­schie­de­ne Anwen­dun­gen zu opti­mie­ren. „Es gibt bereits vie­le Metho­den, um Mikro­pla­stik zu mes­sen“, sagt Jens Pfeif­fer. „Aber wir haben bei der Arbeit an den Master­ar­bei­ten auch gelernt, dass die­se Metho­den vie­le Pro­ble­me mit sich brin­gen. So müs­sen bei­spiels­wei­se bis­her die Pro­ben oft hän­disch sor­tiert und mit extrem teu­ren Gerä­ten ana­ly­siert wer­den. Wir wol­len daher mit unse­rer Metho­de ein Mess­ge­rät ent­wickeln, das kosten­ef­fek­ti­ver, um ein Viel­fa­ches schnel­ler und durch Auto­ma­ti­sie­rung auch breit­flä­chig anwend­bar ist.“

„Aktu­ell wer­den bei der Ana­ly­se der Mikro­pla­stik­be­la­stung der Umwelt meist nur Stich­pro­ben genom­men. Zudem ist die Pro­ben­vor­be­rei­tung für die nach­fol­gen­de che­mi­sche Iden­ti­fi­ka­ti­on der Par­ti­kel noch sehr zeit­auf­wen­dig“, erklärt Prof. Dr. Chri­sti­an Laforsch, Spre­cher des Son­der­for­schungs­be­reichs SFB 1357 Mikro­pla­stik an der Uni Bay­reuth, Lehr­stuhl­in­ha­ber Tier­öko­lo­gie I und Co-Men­tor der bei­den Grün­der. „Durch die neue Metho­de könn­ten die Par­ti­kel direkt an der Bepro­bungs­stel­le vor Ort kon­ti­nu­ier­lich ana­ly­siert werden.“

Die Grün­dungs­idee fußt dabei auf den Master­ar­bei­ten von Jens Pfeif­fer und Valen­tin Mei­ler. Sie haben bei­de am Lehr­stuhl Mess- und Regel­tech­nik bei Prof. Dr.-Ing. Ger­hard Fischer­au­er und sei­nem Dok­to­ran­den Luca Bifa­no, ihre Abschluss­ar­bei­ten geschrie­ben. „Die Auto­ma­ti­sie­rung und opti­ma­le Anpas­sung von Mess­ver­fah­ren an kon­kre­te Pro­blem­stel­lun­gen ist in der Mess- und Regel­tech­nik ein gro­ßes The­ma“, sagt Prof. Fischer­au­er, Men­tor der bei­den. „Mit MYT­RA soll eine sol­che auto­ma­ti­sier­te Mess­tech­nik für die Mikro­pla­stik­erfas­sung im Feld ent­wickelt werden.“

Beim Antrag auf das EXIST-Grün­dersti­pen­di­um wur­den Jens Pfeif­fer und Valen­tin Mei­ler durch das Insti­tut für Entre­pre­neurship und Inno­va­ti­on an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth unter­stützt. Es ist die zen­tra­le Anlauf­stel­le für Gründer*innen an der Uni­ver­si­tät. Ihr Grün­dungs­be­ra­ter Dr. Andre­as Kokott erklärt: „Beim EXIST-Grün­dersti­pen­di­um han­delt es sich um einen nicht-zurück­zu­zah­len­den Zuschuss. Ein idea­les För­der­pro­gramm, das jeder­zeit für bis zu drei­köp­fi­ge Grün­der­teams bean­tragt wer­den kann.“

Das EXIST-Grün­dersti­pen­di­um für MYT­RA ist am 1. August gestar­tet. Der­zeit arbei­ten sie neben der tech­ni­schen Ent­wick­lung auch an einem aus­ge­reif­ten Busi­ness­plan. „Wir suchen der­zeit auch noch nach einem drit­ten Team­mit­glied, das uns mit betriebs­wirt­schaft­li­chen Kennt­nis­sen unter­stützt“, ergänzt Mei­ler. „Als hard­ware­ba­sier­tes Start­up hat für uns natür­lich die Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung ober­ste Prio­ri­tät“, erklärt Pfeif­fer. Daher wird eine Unter­neh­mens­grün­dung von den bei­den Erfin­dern erst zum Ende des För­der­zeit­raums ange­strebt. Inner­halb der näch­sten zwölf Mona­te kön­nen sich die bei­den UBT-Absol­ven­ten voll dar­auf kon­zen­trie­ren: Labor­räu­me stellt ihnen der Lehr­stuhl von Prof. Fischer­au­er zur Ver­fü­gung, im Insti­tut für Entre­pre­neurship & Inno­va­ti­on haben sie ein Büro. Aus dem EXIST-Pro­gramm wer­den die bei­den Absol­ven­ten mit einer För­der­sum­me von 105.000 Euro gefördert.

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