Offe­ner Brief: Belei­di­gen­de Äuße­run­gen von Mit­glie­dern des Bam­ber­ger CSU Kreisvorstandes

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An den CSU Kreis­ver­band Bam­berg-Stadt, Kreisvorstand:

Belei­di­gen­de Äuße­run­gen von Mit­glie­dern des CSU-Kreisvorstandes

Sehr geehr­te Mit­glie­der des CSU Kreis­vor­stan­des Bamberg-Stadt,

wir wen­den uns mit die­sem Schrei­ben an Sie alle mit gro­ßer Besorg­nis über das Auf­tre­ten meh­re­rer Funk­ti­ons­trä­ger der CSU Bamberg-Stadt.

Der poli­ti­sche Dis­kurs wird bis­wei­len zuge­spitzt geführt und auch ein­mal mit mar­ki­gen Wor­ten. Die inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung, die Mei­nungs­frei­heit und das Rin­gen um die besten Ideen sind ein zen­tra­les Wesens­merk­mal unse­rer Demo­kra­tie. Der demo­kra­ti­sche Anstand gebie­tet es jedoch, dass die­se Aus­ein­an­der­set­zung mit einem Min­dest­maß an Respekt verläuft.

Screenshot Baerbock

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Bereits am 24. Juli hat­ten wir Herrn Kreis­vor­sit­zen­den Wolf­gang Heim dar­um per­sön­lich in einem Schrei­ben (sie­he Anhang) gebe­ten, mäßi­gend auf den Kreis­ge­schäfts­füh­rer der CSU Bam­berg-Stadt, Flo­ri­an Köhn, ein­zu­wir­ken. Aus unse­rer Sicht hat die­ser die Ebe­ne des demo­kra­ti­schen Anstands am 17. Juli lei­der zum wie­der­hol­ten Male ver­las­sen. Er äußer­te sich auf Face­book in sehr abfäl­li­ger Wei­se über die Bun­des­mi­ni­ste­rin des Aus­wär­ti­gen, Anna­le­na Baer­bock, indem er sie als „irre“ bezeichnete.

Lei­der haben wir bis­lang kei­ne Ant­wort von Herrn Heim erhal­ten. Statt­des­sen muss­ten wir seit­dem fest­stel­len, dass sich der Kreis­vor­sit­zen­de der CSU auf Face­book seit­dem eben­falls mehr­fach deut­lich im Ton ver­grif­fen hat.

Screenshot Pfadenhauer

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Auf einen Bei­trag von Grü­nen-Mit­glied Peter Gack mit Link auf einen Arti­kel mit dem Titel „‚Klei­ne Sen­sa­ti­on‘: Sel­te­ne Krö­te in Bam­berg ent­deckt“ frag­te der CSU Kreis­vor­sit­zen­de am GRÜ­NES BAM­BERG · Post­fach 11 02 64 · 96030 Bam­berg An CSU Kreis­ver­band Bam­berg-Stadt Kreis­vor­stand GRÜ­NES BAM­BERG BÜND­NIS 90/DIE GRÜ­NEN Kreis­ver­band Bam­berg-Stadt Post­fach 11 02 64 96030 Bam­berg Tel.: +49 (951) 50 900 60 (AB) kreisverband@gruenes-bamberg.de29. Juli mit einem Kom­men­tar: „Pfa­den­hau­er?“. Die­ser Kom­men­tar zielt offen­bar auf unse­re grü­ne Stadt­rä­tin Leo­nie Pfa­den­hau­er ab.

Ste­hen die­se ver­ächt­li­chen und respekt­lo­sen Äuße­run­gen für die Posi­tio­nen und den Stil der CSU Bam­berg? In der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung soll­ten wir am Ende Lösun­gen für Sach­pro­ble­me fin­den, statt ande­re Men­schen zu dis­kre­di­tie­ren. Das erwar­ten die Men­schen in Bam­berg von uns allen. Gera­de in einer Zeit, in der ein Krieg in Euro­pa herrscht und wir auf einen unsi­che­ren Win­ter zusteu­ern, soll­ten wir, die wir in Bam­berg poli­ti­sche Ämter beklei­den oder aktiv sind, uns mit einem Min­dest­maß an gegen­sei­ti­gem Respekt begegnen.

Wir rufen den Kreis­vor­stand der CSU Bam­berg-Stadt dar­um nun auch öffent­lich dazu auf, mäßi­gend auf sei­ne Mit­glie­der ein­zu­wir­ken und Kon­se­quen­zen zu zie­hen. Außer­dem erwar­ten wir eine Klar­stel­lung, ob die belei­di­gen­den Äuße­run­gen von Kreis­vor­sit­zen­dem und Kreis­ge­schäfts­füh­rer der CSU Bam­berg-Stadt die Mei­nung des gesam­ten Kreis­vor­stan­des wiedergeben.

Freund­li­che Grüße
Eva-Maria Ste­ger, Timm Schulze
Vorstandssprecher:innen GRÜ­NES BAMBERG

An Wolf­gang Heim, Vor­sit­zen­der CSU Kreis­ver­band Bamberg-Stadt:

Auf­ruf zur Mäßi­gung des Kreis­ge­schäfts­füh­rers der CSU Bamberg

Sehr geehr­ter Herr Heim,

der poli­ti­sche Dis­kurs wird bis­wei­len zuge­spitzt geführt und auch ein­mal mit mar­ki­gen Wor­ten. Die inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung und das Rin­gen um die besten Ideen sind ein zen­tra­les Wesens­merk­mal unse­rer Demokratie.

Aus demo­kra­ti­schem Anstand soll­te die­se Aus­ein­an­der­set­zung jedoch mit einem Min­dest­maß an Respekt ver­lau­fen. Aus unse­rer Sicht hat der Kreis­ge­schäfts­füh­rer der Christ­lich Sozia­len Uni­on (CSU) Kreis­ver­band Bam­berg-Stadt, Flo­ri­an Köhn, die­se Ebe­ne am ver­gan­ge­nen Sonn­tag (17.07.2022) lei­der zum wie­der­hol­ten Male ver­las­sen. Er äußer­te sich in einem öffent­li­chen Bei­trag auf sei­ner Face­book-Sei­te in Bezug auf die grü­ne Poli­ti­ke­rin und Bun­des­au­ßen­mi­ni­ste­rin Anna­le­na Baer­bock wie folgt:

„Die­se Außenminister:*In ist ein­fach nur eines: IRRE!“

Bei der Bewer­tung die­ser Äuße­rung in die­sem Schrei­ben geht es uns weder dar­um, ob Flo­ri­an Köhn als Per­son im Rich­ter­ver­hält­nis damit gegen das Mäßi­gungs­ge­bot nach § 33 Abs. 2 des Beam­ten­sta­tus­ge­set­zes und § 39 des Deut­schen Rich­ter­ge­set­zes ver­sto­ßen haben könn­te. Dem­nach haben Richter:innen bei einer Betä­ti­gung im öffent­li­chen Leben bzw. bei poli­ti­scher Betä­ti­gung Mäßi­gung und Zurück­hal­tung zu wahren.

Noch geht es uns dar­um, ob sei­ne Aus­sa­ge eine ehr­ver­let­zen­de Belei­di­gung nach § 185 Straf­ge­setz­buch oder üble Nach­re­de nach § 186 Straf­ge­setz­buch mit dem Ziel der Her­ab­wür­di­gung von Frau Baer­bock dar­stel­len könnte.

Viel­mehr geht es uns um den oben bereits erwähn­ten Umgang und demo­kra­ti­schen Anstand im poli­ti­schen Dis­kurs. In einer Zeit, in der ein Krieg in Euro­pa herrscht und wir auf einen unsi­che­ren Win­ter zusteu­ern, soll­ten wir, die wir poli­ti­sche Ämter beklei­den oder aktiv sind, nicht aus par­tei­po­li­ti­schem Kal­kül durch wie­der­hol­te Pro­vo­ka­tio­nen eine Spal­tung ver­ur­sa­chen. Wir soll­ten viel­mehr Vor­bild sein. Bei aller Här­te der inhalt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung soll­ten wir uns mit einem Min­dest­maß an gegen­sei­ti­gem Respekt begeg­nen und Lösun­gen für die Sach­pro­ble­me fin­den. Wir den­ken, dass die Men­schen in Bam­berg das von uns allen erwarten.

Als Kreis­vor­sit­zen­den der CSU Bam­berg rufen wir Sie daher dazu auf, mäßi­gend auf Ihre Par­tei ein­zu­wir­ken. Wir set­zen hier auf Ihre Stär­ke und Ihren Ein­fluss inner­halb der CSU Bamberg.

Freund­li­che Grüße
Eva-Maria Ste­ger Timm Schulze
Vorstandssprecher:innen GRÜ­NES BAMBERG

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