IG BAU warnt vor Son­nen­ge­fahr für „Drau­ßen-Job­ber“ im Kreis Forchheim

IG BAU warnt vor Sonnengefahr für „Draußen-Jobber“ im Kreis Forchheim Juli 2022
Nicht nur auf dem Bau ein Muss: Regelmäßiges Wassertrinken ist für Menschen, die im Kreis Forchheim unter freiem Himmel arbeiten, in den heißen Monaten des Jahres besonders wichtig, so die IG BAU. Die Gewerkschaft appelliert an Beschäftigte und Betriebe, die Sonnengefahr nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Foto: IG BAU, Tobias Seifert

1.400 Beschäf­tig­te in Bau- und Agrar­bran­che tra­gen hohes Risiko

Vom Gerüst­bau­er bis zur Land­schafts­gärt­ne­rin: Men­schen, die im Kreis Forch­heim unter frei­em Him­mel arbei­ten, haben ein beson­ders hohes Risi­ko, durch Son­ne und Hit­ze im Job krank zu wer­den. Dar­auf macht die Indu­strie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf­merk­sam – und appel­liert an Beschäf­tig­te, sich aus­rei­chend zu schüt­zen. „Kei­ner soll­te die hohe UV-Ein­strah­lung auf die leich­te Schul­ter neh­men. Sie kann zu dau­er­haf­ten Schä­den auf der Haut bis hin zu Krebs füh­ren“, sagt IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­der Uwe Beh­rendt. In der Bau- und Agrar­wirt­schaft müss­ten „Drau­ßen-Job­ber“ beson­ders auf­pas­sen. Bei­de Bran­chen beschäf­ti­gen nach Anga­ben der Arbeits­agen­tur allein im Land­kreis Forch­heim der­zeit rund 1.400 Menschen.

Die Gewerk­schaft rät zu einer Son­nen­creme mit Licht­schutz­fak­tor 50. Auch regel­mä­ßi­ges Was­ser­trin­ken sei ein Muss: „Son­nen­milch und Was­ser­fla­sche gehö­ren genau­so zum Job wie Mör­tel und Mau­rer­kel­le“, so Beh­rendt. Denn die Zahl der Hit­ze­ta­ge habe durch den Kli­ma­wan­del in den letz­ten Jah­ren deut­lich zugenommen.

Beson­de­re Vor­sicht sei zur Mit­tags­zeit gebo­ten: Zwi­schen 12 und 14 Uhr soll­te der Groß­teil der Arbei­ten in den Schat­ten ver­legt wer­den. Wich­tig sei außer­dem, mög­lichst vie­le Kör­per­tei­le mit Klei­dung zu bedecken. „Ein am Helm fixier­ter Nacken­schutz ist eine Klei­nig­keit, die aber viel bringt“, so Behrendt.

Der Vor­sit­zen­de der IG BAU Ober­fran­ken ver­weist auf den wei­ßen Haut­krebs, der seit 2015 eine aner­kann­te Berufs­krank­heit ist. „Stän­di­ge UV-Ein­strah­lung schä­digt die Haut, schon lan­ge bevor sich ein Son­nen­brand bemerk­bar macht. Wer einen hel­len Haut­typ hat, trägt ein beson­ders hohes Krebs­ri­si­ko. Klar ist: Das Arbei­ten mit frei­em Ober­kör­per ist nicht sexy, son­dern brand­ge­fähr­lich“, betont Beh­rendt. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft der Bau­wirt­schaft (BG Bau) ver­zeich­ne­te im ver­gan­ge­nen Jahr bun­des­weit rund 2.600 Ver­dachts­an­zei­gen für wei­ßen Hautkrebs.

Unter­neh­men müss­ten den Arbeits- und Gesund­heits­schutz in der hei­ßen Jah­res­zeit ernst neh­men, for­dert Beh­rendt: „Selbst wenn das Haus schnell fer­tig wer­den soll – bei Tem­pe­ra­tu­ren um die 30 Grad kann die Mit­tags­pau­se auch ein­mal län­ger dauern.

Die Arbeit­ge­ber sind in der Pflicht, ihr Per­so­nal vor Gesund­heits­ge­fah­ren im Job zu schüt­zen.“ Aller­dings gebe es auch Tage, an denen das Wet­ter gar kei­ne „Out­door-Arbeit“ zulas­se. „Nicht nur die Zahl extre­mer Hit­ze­ta­ge, son­dern auch Stür­me und Stark­re­gen neh­men zu. Des­halb braucht der Bau Lösun­gen, damit die Beschäf­tig­ten bei einem Arbeits­aus­fall nicht ohne Lohn daste­hen“, so Behrendt.

Ein Bei­spiel aus dem Dach­decker­hand­werk zei­ge, wie es gehe: Zwi­schen April und Novem­ber erhal­ten Beschäf­tig­te eine Aus­fall­zah­lung, wenn sie wegen extre­mer Wet­ter­ereig­nis­se nicht arbei­ten kön­nen. Das „Schlecht­wet­ter­geld für Früh­ling, Som­mer und Herbst“ liegt bei 75 Pro­zent des Brut­to­lohns und wird für maxi­mal 53 Stun­den pro Jahr gezahlt. Wei­te­re Infos fin­den Beschäf­tig­te der Bran­che – neben einem Aus­fall­geld­rech­ner – bei den Sozi­al­kas­sen des Dach­decker­hand­werks im Netz unter: www​.soka​-dach​.de/​l​e​i​s​t​u​n​g​e​n​/​a​u​s​f​a​l​l​g​eld

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