AStA Bam­berg und Initia­ti­ve #Not­MyH­SchG Bam­berg kri­ti­sie­ren Hochschulgesetz-Reform

Der AStA Bam­berg und die Initia­ti­ve #Not­MyH­SchG Bam­berg kri­ti­sie­ren die ver­ab­schie­de­te Reform des Hochschulgesetzes

Im Zuge der High­tech Agen­da Bay­ern soll das Baye­ri­sche Hoch­schul­ge­setz refor­miert wer­den. Dazu wur­de im Okto­ber 2020 vom baye­ri­schen Wis­sen­schafts­mi­ni­ste­ri­um ein erstes Eck­punk­te­pa­pier ver­öf­fent­licht. Seit­her wur­de rege Kri­tik von diver­sen Interessensvertreter*innen geäu­ßert. Die Staats­re­gie­rung zeig­te hier­auf wenig Reak­ti­on und Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft. Gesprä­che fan­den zwar statt, die Anlie­gen und Sor­gen stu­den­ti­scher Vertreter*innen wur­den aller­dings nicht ernst genom­men. Zuletzt erreich­ten kaum mehr Infor­ma­tio­nen zum Gesetz­ge­bungs­pro­zess die Öffentlichkeit.

In der heu­ti­gen Ple­nar­sit­zung des baye­ri­schen Land­ta­ges wur­de die Geset­zes­no­vel­le mit Stim­men von CSU und FW, unter Ent­hal­tung der FDP, ange­nom­men. Unse­re Arbeit trifft das hart: Die (stu­den­ti­sche) Mit­be­stim­mung, Selbst­ver­wal­tung und eine chan­chen­ge­rech­te Bil­dung wer­den unse­rer Mei­nung nach im neu­en Gesetz nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt. Eine öko­no­mi­sche und auf Wett­be­werb aus­ge­rich­tet Hoch­schu­le ist zen­tra­ler Bestand­teil der Novelle.

Stu­den­ti­sche Gre­mi­en haben zwar Anhö­rungs- und Infor­ma­ti­ons­recht, aber ihre Beschlüs­se sind damit wei­ter­hin nicht bin­dend. Stu­den­ti­sches Enga­ge­ment wird mit die­sem Geset­zes­text mit Füßen getre­ten, denn ein Recht auf Anhö­rung ist kei­ne ech­te Mit­be­stim­mung. Die Selbst­ver­wal­tung in Form einer ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft, wie sie in allen 15 ande­ren Bun­des­län­dern exi­stiert, wird vom Staats­mi­ni­ste­ri­um als „Zwangs­kor­po­ra­ti­on“ bezeich­net und abge­lehnt. AStA-Vor­stands­mit­glied Yan­nick sagt dazu: “Demo­kra­tie und Selbst­ver­wal­tung sind kein Zwang, son­dern zen­tra­ler Bestand­teil einer fort­schritt­li­chen Hoch­schul­land­schaft.” Wei­ter hält er stell­ver­tre­tend für den AStA und die Grup­pe Not­MyH­SchG fest: „Wir for­dern eine demo­kra­ti­sche Mit­be­stim­mungs­struk­tur auf loka­ler und lan­des­wei­ter Ebe­ne. Die Ver­an­ke­rung einer ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft in der baye­ri­schen Hoch­schul­land­schaft ist längst über­fäl­lig. Der baye­ri­sche Son­der­weg hin­sicht­lich der ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft muss been­det wer­den!“ Ein wei­te­rer her­ber Rück­schlag ist die Wie­der­ein­füh­rung von Stu­die­ren­den­ge­büh­ren für Nicht-EU-Stu­die­ren­de. 2013 wur­den durch ein Volks­be­geh­ren die Stu­di­en­ge­büh­ren in Bay­ern abge­schafft. „Die Ein­füh­rung die­ser selek­ti­ven Gebüh­ren ist eine akti­ve Dis­kri­mi­nie­rung von Nicht-EU-Bürger*innen und trägt wei­ter zur Bil­dungs­un­ge­rech­tig­keit und Dis­kri­mi­nie­rung in unse­rer Gesell­schaft bei“, meint Ron­ja von der Initia­ti­ve NotMyHSchG.

Mit dem neo­li­be­ra­len Kampf­be­griff der „Exzel­lenz“ wird erst­mals ein zum Teil ent­de­mo­kra­ti­sier­tes Beru­fungs­ver­fah­ren ohne öffent­li­che Aus­schrei­bung mög­lich. Die Rele­vanz von Grund­la­gen­for­schung darf nicht aus den Augen gelas­sen wer­den, mahnt Ron­ja: „Wir brau­chen Grund­la­gen­for­schung und gute Leh­re für alle Hoch­schul­stand­or­te statt Exzel­lenz­stel­len exklu­siv für Top-Stu­di­en­gän­ge und Uni­ver­si­tä­ten. Klei­ne­re Uni­ver­si­tä­ten und Stu­di­en­gän­ge wer­den ein­fach nicht mit­ge­dacht, das von schwer kapi­ta­li­sier­ba­ren Gei­stes- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten gepräg­te Bam­berg ist hier ein sehr pas­sen­des Bei­spiel.“ Die pre­kä­ren Arbeits­si­tua­tio­nen von stu­den­ti­schen Hilfs­kräf­ten und wis­sen­schaft­li­chem Per­so­nal wer­den vom Staats­mi­ni­ste­ri­um wei­ter­hin nicht in Angriff genom­men. „Wir for­dern im Zuge einer Umstruk­tu­rie­rung der Hoch­schul­land­schaft die Ein­füh­rung eines Tarif­ver­trags für Stu­die­ren­de, auch bekannt unter TVSTUD, und ein Ende der Dau­er­be­fri­stun­gen!“ zeigt sich Ron­ja zum Abschluss kämpferisch.

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