Fach­ta­gung in Klo­ster­lang­heim zum The­ma „40 Jah­re Dorferneuerung“

Die 40-jährige erfolgreiche Geschichte der Dorferneuerung war Anlass mit einer Fachtagung, in die Zukunft zu blicken, die Herausforderungen zu benennen und innovative Lösungsansätze vorzustellen. Foto: Michael Ullwer
Die 40-jährige erfolgreiche Geschichte der Dorferneuerung war Anlass mit einer Fachtagung, in die Zukunft zu blicken, die Herausforderungen zu benennen und innovative Lösungsansätze vorzustellen. Foto: Michael Ullwer

Was braucht das Dorf der Zukunft? – Phi­lo­so­phie / Geld oder beides?

„40 Jah­re Dorf­er­neue­rung – Wan­del und Auf­bruch in ein neu­es Zeit­al­ter“ unter die­sem Mot­to fand an der Schu­le der Dorf- und Flur­ent­wick­lung in Klo­ster­lang­heim eine Fach­ta­gung mit Ver­tre­tern der Gemein­den, Pla­ner und Behör­den statt.

„Das Fun­da­ment der 40-jäh­ri­gen Erfolgs­ge­schich­te sind die akti­ven Men­schen in den Dör­fern.“ so eröff­ne­te Lothar Wink­ler die Fachveranstaltung.

Barbara Wunder, Konversionsmanagerin im Landkreis Donau-Ries, zeigte neue Wege beim Flächensparen mit der „Brödla-Lösung“. Foto: Michael Ullwer

Bar­ba­ra Wun­der, Kon­ver­si­ons­ma­na­ge­rin im Land­kreis Donau-Ries, zeig­te neue
Wege beim Flä­chen­s­pa­ren mit der „Bröd­la-Lösung“. Foto: Micha­el Ullwer

Ger­hard Wun­der, seit 26 Jah­ren Erster Bür­ger­mei­ster der Gemein­de Stein­wie­sen eröff­ne­te die Impuls­vor­trags­rei­he: „Es ist ein Segen, dass der Frei­staat in die­sem Rah­men den Kom­mu­nen Gel­der zur Ver­fü­gung stellt.“ Er beton­te, wie wich­tig es ist „die Bür­ger in den Pla­nungs­pro­zes­sen mit ins Boot zu holen.“ Aber auch die gute Orga­ni­sa­ti­on der Dorf­er­neue­rungs­schrit­te durch das Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung ist ein wich­ti­ger Erfolgsfaktor.

Archi­tekt und Pla­ner Peter Kuchen­reu­ther stammt gebür­tig aus einem klei­nen Dorf im Fich­tel­ge­bir­ge. Hier sprach er als Ver­tre­ter der Baye­ri­schen Archi­tek­ten­kam­mer. „Wir Pla­ner muss­ten uns zu Beginn der Dorf­er­neue­rung umstel­len vom Top-Down Prin­zip zur Betei­li­gung der Bür­ger von unten. Das war für uns ein inten­si­ver Lernprozess.“

Die Regie­rung von Ober­fran­ken war ver­tre­ten durch Herrn Chri­sti­an Wun­der­lich. „Die 50-jäh­ri­ge Städ­te­bau­för­de­rung ist gewis­ser­ma­ßen die gro­ße Schwe­ster der Dorf­er­neue­rung.“ Er ver­wies auf die vie­len Gemein­sam­kei­ten der The­men bei­der Pro­gram­me. „Der Schlüs­sel zum Erfolg ist die Ste­tig­keit der För­de­rung und die Bür­ger­be­tei­li­gung.“ .Dr. Tho­mas Gun­zel­mann. Haupt­kon­ser­va­tor am Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge am Schloss See­hof, arbei­tet seit 34 Jah­ren mit den Betei­lig­ten der Dorf­er­neue­rung zusam­men. Sein Fazit: Die Initi­ie­rung der Doku­men­ta­ti­on von histo­ri­schen Bau­sub­stan­zen durch den Denk­mal­pfle­ge­ri­schen Erhe­bungs­bo­gen im Rah­men der Dorf­er­neue­rung war und ist sehr wich­tig und wertvoll.

„Woh­nen der Zukunft“ war das The­ma von Bar­ba­ra Wun­der, Kon­ver­si­ons­ma­na­ge­rin im Land­kreis Donau-Ries. Sie beton­te, dass die Struk­tur der Dör­fer im äuße­ren Bereich die glei­che sein muss wie im inne­ren. „Zur Ver­an­schau­li­chung habe ich dazu den Begriff Sem­mel­lö­sung oder für Fran­ken – die Bröd­la-Lösung – erfunden.“

Knut Ket­tel und Nico­le Back­er vom Sach­ge­biet Dorf­er­neue­rung und Bau­we­sen am Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Ober­fran­ken schlos­sen die Vor­trags­rei­he ab. Ket­tel refe­rier­te zum The­ma „Res­sour­cen­scho­nen­des Bau­en“. „Der Bau­sek­tor ver­braucht 50 % aller natür­li­chen Res­sour­cen und erzeugt 60% des Mülls“, so Ket­tel. „Bau­en im Bestand ist der wich­tig­ste Bei­trag zum Flä­chen­s­pa­ren“, erklär­te Back­er. Ihr Vor­trag nahm das The­ma Innen­ent­wick­lung ins Visier.

Im Anschluss an die Fach­vor­trä­ge folg­te eine Podi­ums­dis­kus­si­on zur Zukunfts­ge­stal­tung der Dörfer.

Christine Bardin und Martin Finzel verliehen im Namen der Initiative Rodachtal die Auszeichnung „Botschafterin des Rodachtals“ Dr. Christiane Schilling und Abteilungsleiter Wolfgang Kießling. Foto: Michael Ullwer

Chri­sti­ne Bar­din und Mar­tin Fin­zel ver­lie­hen im Namen der Initia­ti­ve Rodach­tal die Aus­zeich­nung „Bot­schaf­te­rin des Rodach­tals“ an Dr. Chri­stia­ne Schil­ling und Abtei­lungs­lei­ter Wolf­gang Kieß­ling. Foto: Micha­el Ullwer

Den Abschluss der Ver­an­stal­tung bil­de­te die Ver­ab­schie­dung von Dr. Chri­stia­ne Schil­ling, Sach­ge­biets­lei­te­rin „Dorf­er­neue­rung und Bau­we­sen“ und Abtei­lungs­lei­ter Wolf­gang Kieß­ling vom Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Ober­fran­ken in den Ruhe­stand. Amts­lei­ter Wink­ler: „Ich dan­ke bei­den für die wun­der­schö­ne Zusam­men­ar­beit“. Chri­sti­ne Bar­din und Mar­tin Fin­zel ver­lie­hen bei­den im Namen der Initia­ti­ve Rodach­tal die Aus­zeich­nung „Bot­schaf­te­rin des Rodachtals“.

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