Land­kreis Wun­sie­del: Radon­schutz am Arbeits­platz: Erste Etap­pe im ersten Radon-Vor­sor­ge­ge­biet Bay­erns ist geschafft

Radon ist im Fich­tel­ge­bir­ge als Heil­mit­tel bekannt und geschätzt. In zu hohen Kon­zen­tra­tio­nen kann es sich aber nach­tei­lig auf die Gesund­heit aus­wir­ken. Um sich und ande­re bei der Arbeit vor dem radio­ak­ti­ven Edel­gas zu schüt­zen, wird im Land­kreis seit dem ver­gan­ge­nen Jahr an allen Arbeits­plät­zen im Erd- und Kel­ler­ge­schoss für einen Zeit­raum von ins­ge­samt zwölf Mona­ten die Radon­kon­zen­tra­ti­on gemes­sen. Die­se erste Etap­pe in Sachen Gesund­heits­schutz ist damit fast geschafft. In den näch­sten Wochen und Mona­ten heißt es nun: Mess­ge­rä­te ein­sam­meln, Ergeb­nis­se bewer­ten und bei Inter­es­se die ange­bo­te­ne Pau­scha­le beantragen.

Der Grund­ge­dan­ke des Radon­vor­sor­ge­ge­biets ist ein­fach: Nur eine lang­fri­sti­ge Radon­mes­sung schafft Klar­heit über die Radon­si­tua­ti­on. Um Beschäf­tig­te, aber auch Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­bern wie auch Selbst­stän­di­ge zu schüt­zen, sieht das Strah­len­schutz­ge­setz vor, dass die Radon­kon­zen­tra­ti­on an allen Arbeits­plät­zen im Erd- und Kel­ler­ge­schoss gemes­sen wird. Grund ist, dass der Land­kreis seit 11.02.2021 vom Bay­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz als Radon-Vor­sor­ge­ge­biet fest­ge­legt ist. Ver­pflich­tend sind Mes­sun­gen an Arbeits­plät­zen im Erd- und Kel­ler­ge­schoss über zwölf Mona­te mit Mess­ge­rä­ten von einer aner­kann­ten Stel­le. Am besten ver­wen­det man soge­nann­te Exposimeter.

„Um die Ver­ant­wort­li­chen mit die­sen neu­en Pflich­ten nicht allein­zu­las­sen, hat der Land­kreis vor­ge­sorgt. Im Land­rats­amt ist unse­re Kol­le­gin Eva Bay­reu­ther seit letz­tem Jahr kom­pe­ten­te Ansprech­part­ne­rin bei Fra­gen rund um die Radon­mes­sun­gen“, so Land­rat Peter Berek. „Unse­re Anlauf­stel­le wur­de gut ange­nom­men. Nach der Fest­le­gung als Radon-Vor­sor­ge­ge­biet hat Frau Bay­reu­ther zahl­rei­che Anfra­gen ent­ge­gen­ge­nom­men und Unter­neh­men mit Rat und Tat unterstützt.“

In die­sem Jahr nähern sich vie­le, die für einen Arbeits­platz ver­ant­wort­lich sind, dem näch­sten Schritt hin zum Radon­schutz: Sie sam­meln ihre Mess­ge­rä­te nach der zwölf­mo­na­ti­gen Mes­sung wie­der ein und schicken sie an die aner­kann­te Stel­le zur Aus­wer­tung zurück. Wich­tig ist, dass die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Mess­dau­er von zwölf Mona­ten ein­ge­hal­ten wird. Denn nur so wer­den auch die jah­res­zeit­li­chen Schwan­kun­gen der Radon­kon­zen­tra­ti­on erfasst.

Was die Ver­ant­wort­li­chen nach eini­ger Zeit von der aner­kann­ten Stel­le zurück­er­hal­ten, sind die Mess­ergeb­nis­se. Die­se ver­glei­chen sie dann mit dem Refe­renz­wert von 300 Bec­que­rel pro Kubik­me­ter Luft (Bq/​m3). Wird der Refe­renz­wert unter­schrit­ten, muss am Arbeits­platz nichts wei­ter getan werden.

Wird der Refe­renz­wert jedoch über­schrit­ten, müs­sen Maß­nah­men umge­setzt wer­den, um die Radon­kon­zen­tra­ti­on dau­er­haft zu sen­ken. Um die pas­sen­de Radon-Schutz­maß­nah­me für das jewei­li­ge Gebäu­de zu fin­den, kön­nen Radon­spe­zia­li­sten hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Infor­ma­tio­nen zu Radon-Schutz­maß­nah­men fin­den Sie auf der Inter­net­sei­te des Baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Umwelt (LfU) unter www​.lfu​.bay​ern​.de: Strah­lung > Radon in Gebäu­den > Maß­nah­men > Bestandsgebäude.

Unab­hän­gig von der Höhe der Mess­ergeb­nis­se ist die Teil­nah­me am Pilot­pro­jekt „Radon­kon­zen­tra­tio­nen an Arbeits­plät­zen im Land­kreis Wun­sie­del im Fich­tel­ge­bir­ge“ des LfU mög­lich. Über die­ses Pilot­pro­jekt kön­nen Teil­neh­men­de eine Pau­scha­le in Höhe von 25 Euro je Mess­ergeb­nis und den zuge­hö­ri­gen Gebäu­de­da­ten erhal­ten. Dafür müs­sen sie die Ergeb­nis­se der Radon­mes­sun­gen sowie Infor­ma­tio­nen zum Gebäu­de an das LfU über­mit­teln. Die ein­ge­sen­de­ten Daten hel­fen dem LfU dabei, die Daten­grund­la­ge zur räum­li­chen Ver­tei­lung von Radon in Bay­ern und in ganz Deutsch­land wei­ter zu verbessern.

Alle Infor­ma­tio­nen zu den Vor­aus­set­zun­gen wie auch die Doku­men­te zur Teil­nah­me fin­den Sie eben­falls auf der Inter­net­sei­te des LfU unter: Pilot­pro­jekt ‚Radon­kon­zen­tra­tio­nen an Arbeits­plät­zen im Land­kreis Wun­sie­del im Fich­tel­ge­bir­ge‘ – LfU Bayern

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