Zwei neue Groß­fahr­zeu­ge für die Feu­er­wehr Wunsiedel

Sie freuen sich über die beiden neuen Hightech-Fahrzeuge, v.l.n.r.: 2. Bürgermeister Manfred Söllner, 1. Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Vereinsvorsitzender Markus Philipp, Kommandant Florian Barthmann und Landrat Peter Berek
Sie freuen sich über die beiden neuen Hightech-Fahrzeuge, v.l.n.r.: 2. Bürgermeister Manfred Söllner, 1. Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Vereinsvorsitzender Markus Philipp, Kommandant Florian Barthmann und Landrat Peter Berek (Foto: Stadt Wunsiedel)

Am Sonn­tag erhiel­ten Erster Kom­man­dant Flo­ri­an Barth­mann und Erster Vor­sit­zen­der Mar­kus Phil­ipp aus den Hän­den von Erstem Bür­ger­mei­ster Nico­las Lahov­nik die Schlüs­sel für eine neue Dreh­lei­ter und einen neu­en Ver­sor­gungs-LKW für die Feu­er­wehr Wunsiedel.

Erster Bür­ger­mei­ster Nico­las Lahov­nik mach­te deut­lich, dass die Stadt Wun­sie­del nach Kräf­ten ver­sucht, die Wun­sied­ler Weh­ren opti­mal aus­zu­rü­sten. Das sei kein Geschenk an die Feu­er­wehr, mach­te er klar, son­dern eine Not­wen­dig­keit für die Sicher­heit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Er beton­te wei­ter­hin, dass es eine Pflicht­auf­ga­be sei, die Feu­er­wehr mit allem aus­zu­stat­ten, was benö­tigt wird. „Der Dank gilt Euch und Eurem ehren­amt­li­chen Ein­satz für unse­re Stadt“, ver­si­cher­te Nico­las Lahov­nik. Dabei schloss er deren Fami­li­en und Ange­hö­ri­ge ein, denn sie müss­ten auf ihre Män­ner und Frau­en ver­zich­ten, wenn der Ruf zum Ein­satz kommt. „Ihr seid hoch­tech­ni­sier­te Pro­fis und Euer guter Ruf geht weit über die Stadt­gren­zen hin­aus“, lob­te der Erste Bür­ger­mei­ster die Wun­sied­ler Wehr. Beson­ders freu­te er sich, dass trotz Coro­na-Pan­de­mie der Zusam­men­halt inner­halb der Wehr unge­bro­chen sei.

Mar­kus Phil­ipp, Vor­stand der Wun­sied­ler Feu­er­wehr, begrüß­te die zahl­rei­chen Ehren­gä­ste und bedank­te sich bei sei­nem Team für die auf­wän­di­ge Vor­ar­beit, die gelei­stet wer­den musste.

Für den Ersten Kom­man­dan­ten Flo­ri­an Barth­mann war es ein ganz beson­de­rer Tag, wie er zu Beginn sei­ner Fest­re­de erklär­te. Ein beson­de­res Ereig­nis für einen Kom­man­dan­ten, dass gleich zwei Groß­fahr­zeu­ge an ein und dem­sel­ben Tag über­ge­ben werden.

„Die Dreh­lei­ter“, erläu­ter­te Kom­man­dant Flo­ri­an Barth­mann, „gilt als Sinn­bild für die Feu­er­wehr“. Sie ist das Ret­tungs­ge­rät Num­mer 1, mit dem so vie­le in Not befind­li­che Bür­ger geret­tet wer­den, wie mit kei­nem ande­ren feu­er­wehr­tech­ni­schen Gerät“, so der Kom­man­dant weiter.

Auf dem Weg nach oben mit der neuen Drehleiter, v.l.n.r.: 1. Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Stadtkämmerer Udo Kilgert, Kulturbürgermeister Alexander Fuchs und Kommandant Florian Barthmann

Testen die neue Dreh­lei­ter: v.l.n.r.: 1. Bür­ger­mei­ster Nico­las Lahov­nik, Stadt­käm­me­rer Udo Kil­gert, Kul­tur­bür­ger­mei­ster Alex­an­der Fuchs und Kom­man­dant Flo­ri­an Barthmann

Die neue Lei­ter erreicht in aus­ge­fah­re­nem Zustand eine Arbeits­hö­he von 32 m, wobei der Ret­tungs­korb mit 500 kg bela­stet wer­den kann. Mit der neu­en Tra­gen­kon­struk­ti­on am Korb kön­nen nun auch adi­pö­se Per­so­nen aus höhe­ren Eta­gen geret­tet wer­den. Die größ­te Neue­rung ist zwei­fels­frei die jetzt zusätz­li­che 4,65 m lan­ge abwin­kel­ba­re Lei­ter­spit­ze und der fron­tal zu öff­nen­de Ret­tungs­korb. Damit kön­nen Berei­che und Fen­ster ange­fah­ren wer­den, die mit der alten Lei­ter unmög­lich zu errei­chen waren, wie abge­wand­te Dach­flä­chen oder zurück­ver­setz­te Dachgauben.

Dank der gemein­sa­men Beschaf­fung mit der Stadt Wei­ßen­stadt, die ein glei­ches Fahr­zeug erhält, konn­te ein höhe­rer Zuschuss erzielt werden.

Die neue Dreh­lei­ter wird in weni­gen Wochen „Lie­se­lot­te“ erset­zen, wie die alte Dreh­lei­ter lie­be­voll genannt wird. Es bedarf noch eini­ger Schu­lun­gen und Ein­ar­bei­tungs­zeit, bis das High­tech­ge­rät opti­mal bedient wer­den kann. Dann wird „Lie­se­lot­te“ ver­stei­gert und darf einer ande­ren Feu­er­wehr hel­fen, Leben zu retten.

An die­sem Tag konn­te auch ein brand­neu­er Ver­sor­gungs­last­kraft­wa­gen (V‑LKW) in Betrieb genom­men wer­den. Bis zu 12 Roll­con­tai­ner fin­den dar­in Platz und kön­nen je nach Bedarf gela­den werden.

Haupt­ein­satz­ge­biet für den V‑LKW ist der Umwelt­schutz. Kom­plett neu hin­zu­ge­kom­men ist zum Bei­spiel die Ein­satz­stel­len­hy­gie­ne. So führt der V‑LKW jetzt auch einen klei­nen Wasch­platz für Ein­satz­kräf­te, Rei­ni­gungs­e­quip­ment und Ver­packungs­ma­te­ri­al mit, mit dem kon­ta­mi­nier­te Gerät­schaf­ten, vor allem Atem­schutz und Schutz­klei­dung die mit Brand­rauch beauf­schlagt wur­den, luft­dicht ver­packt wer­den kön­nen. Die­se Hygie­nekom­po­nen­te wird jetzt bei nahe­zu jedem Feu­er­wehr­ein­satz, egal ob Brand, Gefahr­stoff­aust­ritt oder tech­ni­scher Hil­fe benö­tigt. Damit kann der Gesund­heits­schutz der Ein­satz­kräf­te in opti­ma­ler Wei­se vor Ort sicher­ge­stellt werden.

Der Grund­stein für die Neu­be­schaf­fung des V‑LKW reicht noch in die Amts­zeit von Alt­bür­ger­mei­ster Karl-Wil­li Beck zurück. Für sein 18-jäh­ri­ges Enga­ge­ment um die Feu­er­wehr als Bür­ger­mei­ster haben sich die Feu­er­wehr­ler ein beson­de­res Dan­ke­schön ein­fal­len las­sen. Der neue V‑LKW wur­de auf den Namen „Char­ly“ getauft. „Char­ly soll uns wie Du nie im Stich las­sen“, begrün­de­te Kom­man­dant Flo­ri­an Barth­mann die Entscheidung.

Von einer unge­heu­ren Vor­ar­beit berich­te­te Land­rat Peter Berek in sei­nem Gruß­wort. Er zeig­te sich beein­druckt, wie detail­liert die Fahr­zeu­ge geplant, die finan­zi­el­le Kom­po­nen­te abge­wo­gen und dar­auf geach­tet wur­de, dass letzt­end­lich alles mit dem Gesamt­ge­fü­ge der Kreis­feu­er­wehr über­ein­stimmt. Auch er lob­te das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment. Vie­le Stun­den müss­ten neben den Ein­sät­zen zum Bei­spiel in Trai­ning, War­tung und Pfle­ge inve­stiert werden.

Nach der Schlüs­sel­über­ga­be und der öku­me­ni­schen Seg­nung durch die Pfar­rer Klaus Göp­fert und Gün­ter Vogl ging die Ver­an­stal­tung naht­los über in ein Fest für die gesam­te Feu­er­wehr­fa­mi­lie. Auch Kreis­brand­rat Wie­land Schletz zoll­te der Wun­sied­ler Wehr sei­nen Respekt für ihre Leistungen.

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