BN Forch­heim infor­miert: „Paa­rungs­zeit der Igel“

Igel-Straße©Gehret
Liebestolle Igelmänner unterwegs. Achtung Autofahrer. Foto: Igel-Straße. Fotograf: Martina Gehret

Ach­tung Auto­fah­rer – lie­bes­tol­le Igel­män­ner unterwegs

Man­che Igel­män­ner legen wei­te Strecken zurück und über­que­ren vie­le Stra­ßen, um ein pas­sen­des Weib­chen zu fin­den. Beson­ders vie­le ver­kehrs­to­te Igel gibt es des­halb in der Paa­rungs­zeit. Der BUND Natur­schutz gibt Tipps, was jeder jetzt tun kann.

Die Paa­rungs­zeit der Igel ist Regio­nen-abhän­gig von April bis Anfang Sep­tem­ber – beson­ders aber im Juli. In die­ser Zeit kön­nen lie­bes­tol­le Igel­män­ner bis zu fünf Kilo­me­ter in einer Nacht zurück­le­gen, um ein wil­li­ges Igel Weib­chen zu fin­den. Dabei begeg­nen ihnen vie­le Gefah­ren. „Haupt­to­des­ur­sa­che wäh­rend der Paa­rungs­zeit ist der Ver­kehr. Laut einer Unter­su­chung in den 90er Jah­ren, haben sen­der­mar­kier­te Igel damals schon bis zu 28 Stra­ßen in einer Nacht über­quert. Durch die seit­dem gestie­ge­ne Stra­ßen­dich­te sind das heu­te ver­mut­lich viel mehr Über­que­run­gen“, weiß Edith Fie­ßer von der Kreis­grup­pe Forchheim.

Doch war­um über­que­ren Igel so häu­fig Stra­ßen? Der Grund dafür ist laut BUND Natur­schutz ein­fach erklärt. „Unser hei­mi­scher Braun­brust­igel lebt über­wie­gend in besie­del­ten Gebie­ten. Die zuneh­men­de Ver­dich­tung des städ­ti­schen Lebens­raums und die Undurch­läs­sig­keit vie­ler Gar­ten­zäu­ne zwingt die Igel auf die Stra­ße“. Auch die Öko­lo­gie der Tie­re spielt eine Rol­le. Das Streif­ge­biet eines Igels ist durch­schnitt­lich 33 Hekt­ar groß und ver­grö­ßert sich wäh­rend der Paa­rungs­zeit auf über 100 Hekt­ar bei männ­li­chen Tie­ren. Beim Weib­chen bleibt es das gan­ze Jahr über gleich. Des­halb liegt die Ver­mu­tung nahe, dass im Som­mer mehr männ­li­che Igel über­fah­ren wer­den. „Wirk­lich hel­fen kann nur vorraus­schau­en­des Fah­ren mit einer ange­mes­se­nen Geschwin­dig­keit“, Fie­ßer. „Jedes Auto, das nicht fährt, schützt unser Kli­ma und Igelleben“.

Igel sind auf ihrer nächt­li­chen Tour nicht unbe­dingt auf Samt­pfo­ten unter­wegs. Hat ein Männ­chen die Dame sei­ner Wahl gefun­den, kann er mäch­tig Lärm machen. Stun­den und sogar Näch­te kann es dau­ern, bis es zu einer erfolg­rei­chen Paa­rung kommt. „Bei der Balz umkrei­sen Igel­männ­chen die Weib­chen, was die­se zunächst mit Box­hie­ben und generv­tes Fau­chen quit­tiert. Die­ses Umwer­ben wird Igel­ka­rus­sell genannt. Erst wenn das Weib­chen in Paa­rungs­stim­mung ist, darf der männ­li­che Igel auf­rei­ten“. Wenn man also jetzt zwei Igel tuckern und dampf­lo­kar­tig puf­fern hört, dann han­delt es sich ver­mut­lich um ein Lie­bes­paar. Übri­gens: Nach der Paa­rung macht sich der Igel Mann aus dem Staub und sucht sich ein neu­es Weib­chen. Die gefähr­li­che Part­ner­su­che geht weiter.

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