Flashmob auf dem Max­platz in Bam­berg macht auf Kin­der­rech­te aufmerksam

Flashmob Maxplatz Bamberg Kinderrechte Juli 2022
Tanzen gegen Gewalt an Frauen und Kindern: Bamberger Schüler:innen haben einen Flashmob initiiert, um auf darauf aufmerksam zu machen, dass auch heute noch Kinder und Jugendliche unter Gewalttaten zu leiden haben. Foto: Stadtarchiv Bamberg/Sina Schraudner

„Gesicht zei­gen gegen Gewalt an Kin­dern und Jugendlichen“

Flashmob auf dem Maxplatz

Flashmob Maxplatz Bamberg Kinderrechte Juli 2022

Sie zei­gen Ihr Gesicht: Bam­ber­ger Schüler:innen zei­gen mit Pla­ka­ten im Rah­men des Gewalt­prä­ven­ti­ons­pro­jek­tes Flag­ge gegen Gewalt. Foto: Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit, Ste­pha­nie Schirken-Gerster

Mit einem lau­ten und schril­len Flashmob auf dem Max­platz haben heu­te rund 430 Schüler:innen aus Bam­berg ihr Gesicht gegen Gewalt an Kin­dern und Jugend­li­chen gezeigt. Ziel ihrer Akti­on war es, mit ihrem bun­ten Pro­test auf Kin­der­rech­te auf­merk­sam zu machen. Die Auf­füh­rung bil­de­te den Abschluss eines Schul­pro­jek­tes des Initia­tiv­krei­ses Gewalt­prä­ven­ti­on der Stadt Bam­berg, in dem sich Bam­ber­ger Schüler:innen auf ganz unter­schied­li­che Art und Wei­se inten­siv mit dem The­ma „Gewalt“ aus­ein­an­der­ge­setzt haben.

Wie aus dem Nichts stan­den heu­te pünkt­lich zur Mit­tags­zeit 430 jun­ge Men­schen in wei­ßen T‑Shirts mit der Auf­schrift „Gesicht zei­gen! Gegen Gewalt an Kin­dern und Jugend­li­chen“ auf dem Max­platz. Aus dem Laut­spre­cher tön­te plötz­lich Shake it off von Tay­lor Swift und dann ging es los: Einen Schritt nach links, einer nach rechts, Dre­hung, bei­de Arme in die Luft – und wur­de mit jeder Men­ge Spaß getanzt und laut gesungen.

Die Cho­reo­gra­fie die­se mit­rei­ßen­den Flashmobs hat­te die Bam­ber­ger Tanz­päd­ago­gin Wieb­ke Zet­sche ent­wickelt und gemein­sam mit den Schüler:innen, Lehrer:innen und Jugendsozialarbeiter:innen in der Bas­KID­hall ein­stu­diert. Und so dau­er­te es auch nicht lan­ge, bis die Stim­mung trotz Nie­sel­re­gens über­schwapp­te: Hier und da sah man Pas­san­ten, die mit­wipp­ten. Ande­re haben sich ein­fach ein­ge­reiht und mit­ge­tanzt – auch wenn sie der Schritt­kom­bi­na­ti­on nicht unbe­dingt fol­gen konn­ten. Dar­um ging es auch gar nicht. Sie woll­ten sich ein­fach mit den Schüler:innen soli­da­risch zei­gen und nur das zählt.

Wie wich­tig es ist, die Auf­merk­sam­keit auf das The­ma Gewalt gegen Kin­der und Jugend­li­che zu len­ken weiß auch der Lei­ter des Stadt­ju­gend­am­tes Tobi­as Kobold. „Die Zunah­me von Gewalt gegen Kin­dern und Jugend­li­che steigt ste­tig. Im Jahr 2021 die die Zahl von Gewalt­ta­ten im häus­li­chen Umfeld um 6,3 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr gestie­gen. Die Dun­kel­zif­fer liegt weit­aus höher“, so Kobold und weist noch­mal dar­auf hin, dass kör­per­li­che Bestra­fung, see­li­sche Ver­let­zun­gen und ande­re ent­wür­di­gen­de Maß­nah­men seit dem Jahr 2000 gesetz­lich ver­bo­ten sei­en. „Umso wich­ti­ger ist es, dass mit Aktio­nen wie dem heu­ti­gen Flashmob dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass Kin­der und Jugend­li­che nach wie vor Gewalt erfah­ren“, so der Stadtjugendamtsleiter.

Der Initia­tiv­kreis Gewalt­prä­ven­ti­on der Stadt Bam­berg wur­de bereits vor 26 Jah­ren gegrün­det. Coro­nabe­dingt muss­te die gro­ße Fei­er zu 25. Jubi­lä­um aus­ge­fal­len – heu­te wur­de sie nach­ge­holt und das mit einem lau­ten und schril­len Auf­ruf dazu, dass die Gesell­schaft bei Gewalt gegen Kin­dern und Jugend­li­chen nicht weg­schau­en darf.

Info

Der Initia­tiv­kreis hat sich aus Fach­kräf­ten und Expert:innen der Sozia­len Arbeit und den Jugend­kon­takt­be­am­ten der Poli­zei gebil­det, die sich regel­mä­ßig aktiv mit dem viel­schich­ti­gen The­ma Gewalt aus­ein­an­der­set­zen. In Schu­len, Jugend­ein­rich­tun­gen und Fami­li­en sowie der Gesell­schaft im All­ge­mei­nen, soll das The­ma „Gewalt an Kin­dern und Jugend­li­chen“ durch pri­mär­prä­ven­ti­ve Pro­jek­te im Bewusst­sein gehal­ten wer­den. Feder­füh­rend für den Arbeits­kreis und Zusam­men­schluss ist das Stadt­ju­gend­amt die Jugend­schutz­stel­le, wel­che für die Koor­di­na­ti­on und Durch­füh­rung und der Grün­dung ver­ant­wort­lich ist.

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