Bam­berg: Bahn­aus­bau und Kli­ma­wan­del als Her­aus­for­de­rung für den Stadtwald

Bamberg Waldbegehung 2022
Forstamtsleiter Johannes Hölzel (links) und stellvertretender Forstamtsleiter Dieter Bierlein (Mitte) informierten den Stadtrat bei der Waldbegehung über aktuelle Entwicklungen im Stadtwald. Fotonachweis: Stadtarchiv, Sina Schraudner

Die Forst­ver­wal­tung infor­miert den Stadt­rat über den drin­gend not­wen­di­gen Wald­um­bau und wie mehr Bio­di­ver­si­tät erreicht wer­den kann.

Wie wich­tig der Stadt­wald für Bam­berg ist, ist man­chem viel­leicht gar nicht bewusst: Das gut 340 Hekt­ar gro­ße Gebiet im Süden Bam­bergs bie­tet nicht nur einen natür­li­chen Erho­lungs­raum, es sichert vor allem die Trink­was­ser­ver­sor­gung für die Bam­ber­ger Bevöl­ke­rung. Doch der Stadt­wald steht vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen – das ver­deut­lich­ten der städ­ti­sche Forst­amts­lei­ter Johan­nes Höl­zel und sein Stell­ver­tre­ter Die­ter Bier­lein unlängst bei der Wald­be­ge­hung des Stadtrats.

Die städ­ti­sche Forst­ver­wal­tung hat schon vor über 30 Jah­ren damit begon­nen, den Stadt­wald zu einem Misch­wald umzu­bau­en. „Wir sind damit Vor­rei­ter“, erklärt Forst­amts­lei­ter Höl­zel. Die­ser Umbau ist aber längst noch nicht abge­schlos­sen. Ein Pro­blem: Rei­ne Kie­fer­kul­tu­ren sind anfäl­lig für Schäd­lin­ge, Hit­ze schwächt die Kie­fern, Trocken­heit führt dazu, dass „der Boden ver­ascht“, wie der für den Stadt­wald zustän­di­ge För­ster Die­ter Bier­lein schil­dert. Das Boden­le­ben wird dadurch zer­stört, die Spei­cher­ka­pa­zi­tät für Was­ser und Nähr­stof­fe lei­det. Es sei eine der drin­gend­sten Auf­ga­ben, die Rege­ne­ra­ti­ons­kraft des Wal­des durch Misch­kul­tur mit einem hohen Anteil an Laub­bäu­men wie­der­her­zu­stel­len und zu sichern, so Bierlein.

Eine ande­re Her­aus­for­de­rung stellt der Bahn­aus­bau dar. Mit­ten durch den Stadt­wald ver­läuft die Tras­se, die bekannt­lich auf vier Glei­se aus­ge­baut wer­den soll. Zwi­schen 9 bis 12 Hekt­ar Bann­wald gehen dadurch ver­lo­ren. Die Stadt for­dert im Gegen­zug eine drin­gend not­wen­di­ge Grün­brücke über die Glei­se, damit Wild gefahr­los von einer Sei­te zur ande­ren wech­seln kann. Eine sol­che Brücke könn­ten auch Wild­kat­ze und Luchs nut­zen, so Hölzel.

Beson­ders erfreu­lich: Über den SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Andre­as Schwarz hat die Stadt eine För­de­rung über 1,1 Mil­lio­nen Euro für ein Bio­di­ver­si­täts­pro­jekt an Land gezo­gen. Teil des Pro­jekts ist die Ver­näs­sung der aus frü­he­rer Zeit vor­han­de­nen, aber trocke­nen Ver­sicke­rungs­an­la­gen. Die­se sol­len zu Bio­to­pen umge­wan­delt wer­den. Eine Viel­zahl an Amphi­bi­en wie Unken und Krö­ten kann laut Forst­amts­lei­ter Höl­zel so wie­der im Stadt­wald ange­sie­delt, gleich­zei­tig das Grund­was­ser ange­rei­chert werden.

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