Staats­mi­ni­ster ersucht Bay­erns Wirt­schaft, Gas ein­zu­spa­ren und eine Betriebs­um­stel­lung auf alter­na­ti­ve Brenn­stof­fe zu prüfen

Aiwan­ger: „Unter­neh­men und Ver­brau­cher soll­ten prü­fen, wie sie den Gas­ver­brauch redu­zie­ren kön­nen. Die Lage ist ernst und angespannt“

Bay­erns Wirt­schafts- und Ener­gie­mi­ni­ster Hubert Aiwan­ger hat die baye­ri­sche Wirt­schaft ange­sichts der Gas­man­gel­la­ge ersucht, sämt­li­che Ein­spar­mög­lich­kei­ten sowie eine Betriebs­um­stel­lung auf Alter­na­ti­ven zum Gas zu prü­fen. Aiwan­ger: „Die Gas­ver­sor­gung ist in Deutsch­land der­zeit noch sta­bil und die Ver­sor­gungs­si­cher­heit aktu­ell gewähr­lei­stet. Die Lage ist aber ernst und ange­spannt, eine Ver­schlech­te­rung der Situa­ti­on kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den und ist im wei­te­ren Ver­lauf des Ukrai­ne­kriegs sogar zu befürch­ten. Daher gilt es nun, sich vor­aus­schau­end auf den kom­men­den Win­ter und danach vor­zu­be­rei­ten, wenn die Gas­spei­cher mög­li­cher­wei­se auf­ge­braucht sind. Die Be-fül­lung der Gas­spei­cher hat hier ober­ste Priorität.“

In sei­nem Schrei­ben ersuch­te der Staats­mi­ni­ster die baye­ri­schen Unter­neh­men, Vor­sor­ge für eine mög­li­che Gas­man­gel­la­ge zu tref­fen und alles zu tun, um sich auf ein sol­ches Sze­na­rio vor­zu­be­rei­ten. Aiwan­ger: „Mit der Aus­ru­fung der Alarm­stu­fe geht das kla­re Signal an alle Ver­brau­cher und somit auch an die Unter­neh­men, den Gas­ver­brauch aus Vor­sor­ge­grün­den wei­ter zu redu­zie­ren. Es muss uns allen bewusst sein, dass Ein­spa­run­gen beim Gas­ver­brauch bei vie­len Unter­neh­men, bei­spiels­wei­se in der Glas- oder che­mi­schen Indu­strie, nicht oder nur sehr begrenzt mög­lich sind. Umso wich­ti­ger ist es, dass alle Unter­neh­men ihr Mög­lich­stes tun, um Gas zu spa­ren und dadurch even­tu­ell auch ande­ren Unter­neh­men hel­fen, ihren Geschäfts­be­trieb über den Win­ter auf­recht zu erhal­ten. Ich appel­lie­re hier an die Soli­da­ri­tät unse­rer Unter­neh­men, auf die auch in der Ver­gan­gen­heit stets Ver­lass war.“

In dem Aiwan­ger-Schrei­ben heißt es wei­ter: „Brenn­stoff­wech­sel, der zum Bei­spiel auch eine Wie­der­nutz­bar­ma­chung von Lager- oder Abfüll­an­la­gen für Heiz­öl oder Flüs­sig­gas ein­schließt, ist eine Mög­lich­keit. Ich appel­lie­re daher an die Indu­strie, Fuel-Switch-Mög­lich­kei­ten zu prü­fen. Mög­lich­kei­ten sehe ich etwa beim Brenn­stoff­wech­sel bei nie­der­tem­pe­rier­ter Pro­zess­wär­me, aber auch bei der Raum­wär­me, indem Heizungs‑, Lüf­tungs- und Kli­ma­an­la­gen opti­miert wer­den, sowie der Warm­was­ser­be­reit­stel­lung. Wir müs­sen, wo irgend­wie mög­lich, Abwär­me nut­zen und brau­chen ener­gie­ef­fi­zi­en­te Gerä­te sowie eine moder­ne Steue­rung des Energieverbrauchs.“

Gleich­zei­tig sei klar, dass der Bund vor allem für Anla­gen mit beson­ders hohem Erd­gas­ein­spar­po­ten­zi­al den Weg für rasche und unbü­ro­kra­ti­sche umwelt- und geneh­mi­gungs­recht­li­che Rege­lun­gen schaf­fen muss, um einen Fuel-Switch rechts­si­cher zu ermög­li­chen. Aiwan­ger: „Gemein­sam mit Staats­mi­ni­ster Thor­sten Glau­ber habe ich bereits mehr­fach gegen­über dem Bund gefor­dert, dass die­ser die Vor­aus­set­zun­gen beim Immis­si­ons­schutz­recht sicher­stel­len muss. Ich hof­fe hier auf bal­di­ge Klar­stel­lung im Sin­ne der Wirt­schaft durch den Bund.“

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