Coburg: Tagung der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft der baye­ri­schen Gleichstellungsbeauftragten

22_06_28_PM_LandestagungGleichstellungsbeauftragte_(c)Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser
Landestagung Gleichstellungsbeauftragte Foto: Copyright Stadt Regensburg Stefan Effenhauser

Am 23. und 24. Juni 2022 tag­te die Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft der baye­ri­schen Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten zum Leit­the­ma „Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf“ in Regens­burg. Die Sit­zung wur­de hybrid aus­ge­rich­tet, so dass sich etwa die Hälf­te der rund fünf­zig teil­neh­men­den Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten im Sit­zungs­saal des Neu­en Rat­hau­ses ein­fan­den und die ande­re Hälf­te digi­tal zuge­schal­tet wurde.

Ulri­ke Scharf, Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­rin für Fami­lie, Arbeit und Sozia­les eröff­ne­te die Tagung mit einem digi­ta­len Gruß­wort. Ihre Bot­schaft dabei war deut­lich: „Wir brau­chen fle­xi­ble­re Arbeits­zeit­mo­del­le, gen­der­sen­si­ble Aus­wahl­ver­fah­ren und wir wol­len noch lau­ter über „Füh­ren in Teil­zeit“ nach­den­ken.“ Zudem dank­te sie den Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten für ihr uner­müd­li­ches Enga­ge­ment mit dem sie die Gleich­stel­lung im täg­li­chen Leben mit Kom­pe­tenz und Selbst­be­wusst­sein vor­an­brin­gen. Die Mini­ste­rin bezog sich außer­dem auf eine aktu­el­le Stu­die, die zeigt, dass sich auch Väter mehr Mög­lich­kei­ten der Teil­zeit­ar­beit wün­schen: „Die Väter sol­len sich die­sen Wunsch erfül­len kön­nen. Ich will, dass aus ihrem Wunsch Nor­ma­li­tät wird. Und dafür brau­chen wir einen Bewusst­seins­wan­del in der Arbeits­welt, ein Umden­ken im Kopf – über die Geschlech­ter und Genera­tio­nen hinweg.“

Damit lie­fer­te sie bereits das Stich­wort für den ersten inhalt­li­chen Input der Tagung durch Eve­lyn Stoll von der Pro­g­nos AG, die den neu­en Väter­re­port vor­stell­te. Die­ser vom Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend ver­öf­fent­lich­te Bericht zeich­net ein aktu­el­les Bild der Lebens­la­gen, Wün­sche und Ein­stel­lun­gen von Vätern in Deutschland.

Nach einer Dis­kus­si­on in ver­schie­de­nen Arbeits­grup­pen wie in der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on die Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf ver­bes­sert wer­den kön­nen, folg­te ein Vor­trag von Dr. Regu­la Stämpf­li („Die Pod­ca­stin“), die über Defi­zi­te beim The­ma Gleich­stel­lung in digi­ta­len und ana­lo­gen Medi­en referierte.

Den Abschluss des ersten Sit­zungs­ta­ges bil­de­te der Bericht der Spre­che­rin­nen der LAG.

Am zwei­ten Sit­zungs­tag erfolg­ten nach einer Ein­füh­rung in die bay­ern­wei­te LAG-Infor­ma­ti­ons- und Aus­tausch-Platt­form für kom­mu­na­le Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te, mit dem Bei­trag von Aria­ne Wiß­mei­er-Unver­richt der Bericht aus der Leit­stel­le für die Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern im Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Fami­lie, Arbeit und Sozia­les sowie im Anschluss der Bericht der Spre­che­rin­nen der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft kom­mu­na­ler Frau­en- und Gleichstellungsbeauftragter.

„Ich freue mich, dass ich mich nach 2 Jah­ren Pan­de­mie mit den Kol­le­gin­nen vor Ort per­sön­lich aus­tau­schen, gemein­sam Zie­le und Pro­jek­te in der Gleich­stel­lungs­ar­beit erar­bei­ten und mich mit den baye­ri­schen Kol­le­gin­nen ver­net­zen konn­te“ beton­te die städ­ti­sche Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te und eine der baye­ri­schen Spre­che­rin­nen, Susan­ne Müller.

Ober­bür­ger­mei­ste­rin Ger­trud Mal­tz-Schwarz­fi­scher brach­te zum Ende der Tagung noch­mal ihre Aner­ken­nung für das viel­fäl­ti­ge Enga­ge­ment der baye­ri­schen Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten zum Aus­druck. Sie beton­te ins­be­son­de­re die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie, die „der Digi­ta­li­sie­rung einen enor­men Vor­schub gege­ben hat, ins­be­son­de­re auch in der Ver­wal­tung. Hier­bei wür­den zwar neue Her­aus­for­de­run­gen, aber eben auch neue Chan­cen ent­ste­hen, die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf vor­an­zu­trei­ben. Gleich­zei­tig besteht aber die Gefahr, dass die Arbeit zu stark in den per­sön­li­chen Lebens­be­reich ein­dringt. Und sich somit die Bela­stung von Eltern, ins­be­son­de­re Müt­tern wei­ter erhöht“. Um den Spa­gat zwi­schen fle­xi­bler Arbeits­zeit­ge­stal­tung und dem Schutz der Pri­vat­sphä­re zu schaf­fen, wird in der Stadt­ver­wal­tung Regens­burg der­zeit die Dienst­ver­ein­ba­rung für Home­of­fice und mobi­les Arbei­ten überarbeitet.

Den Abschluss der Tagung bil­de­te schließ­lich ein Bericht über die Arbeits­grup­pe zur Novel­lie­rung des Baye­ri­schen Gleichstellungsgesetzes.

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