Spar­kas­se Coburg – Lich­ten­fels: Nach­fra­ge nach Wohn­ei­gen­tum ist groß

Wei­ter gro­ße Nach­fra­ge nach Wohn­ei­gen­tum im Raum Coburg-Lichtenfels

Markt­ana­ly­se der Spar­kas­se und der LBS Bayern

Marktanalyse Sparkasse Coburg – Lichtenfels Wohneigentum Juni 2022

Im Bild: Vor­stand Roland Vogel, Unter­neh­mens­be­reichs­lei­ter Mar­cus Sei­ler von der Spar­kas­se und Heinz-Peter Hungbaur, stv. Vor­stands­mit­glied der LBS Bay­ern, infor­mie­ren über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im Wohn­im­mo­bi­li­en­markt Coburg-Lich­ten­fels. Foto: Jana Lindner-Okrusch

Das Inter­es­se an Wohn­im­mo­bi­li­en ist im Raum Coburg-Lich­ten­fels wei­ter­hin groß. Die Coro­na-Pan­de­mie hat die Nach­fra­ge noch gestärkt, beton­ten Ver­tre­ter der Spar­kas­se Coburg – Lich­ten­fels und der LBS Bay­ern heu­te bei einem Pres­se­ge­spräch. Gro­ßes Poten­zi­al besteht bei der ener­ge­ti­schen Moder­ni­sie­rung des Gebäudebestands.

„Die Grund­be­din­gung bleibt unver­än­dert: Der Bedarf an Wohn­raum in Bay­ern wächst. Laut der Bevöl­ke­rungs­vor­aus­be­rech­nung des Lan­des­amts für Sta­ti­stik wer­den 2040 über eine hal­be Mil­li­on mehr Men­schen im Frei­staat leben als heu­te“, erklär­te Heinz-Peter Hungbaur, stv. Vor­stands­mit­glied der LBS Bayern.

Das aus dem Grund­er­werb­steu­er­auf­kom­men errech­ne­te Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men zeigt: 2021 sind in Stadt und Land­kreis Coburg sowie dem Land­kreis Lich­ten­fels Wohn- und Gewer­be­im­mo­bi­li­en mit einem Wert von 589 Mil­lio­nen Euro ge- und ver­kauft wor­den. „Seit 2016 ist der Gesamt­markt um über 60 Pro­zent gewach­sen. Die­se dyna­mi­sche Ent­wick­lung ist auch ein Aus­weis für die Attrak­ti­vi­tät unse­rer Regi­on“, so Roland Vogel, stv. Vor­stands­vor­sit­zen­der der Spar­kas­se Coburg – Lichtenfels.

Die Pan­de­mie hat den Wunsch nach einem eige­nen Zuhau­se noch deut­lich ver­stärkt. Im Auf­trag der LBS-Grup­pe hat das Markt­for­schungs­un­ter­neh­men Infas Quo Men­schen zwi­schen 25 und 55 Jah­ren befragt. In Bay­ern haben dabei 70 Pro­zent der Wohn­ei­gen­tü­mer gesagt, dass für sie die eige­nen vier Wän­de durch die Pan­de­mie noch wich­ti­ger gewor­den sind. Von den Mie­tern wie­der­um haben 71 Pro­zent erklärt, dass sie lie­ber in Wohn­ei­gen­tum leben wür­den. Und mehr als die Hälf­te von ihnen hält es auch für rea­li­stisch, sich die­sen Wunsch künf­tig erfül­len zu können.

Gene­rell erken­nen die Men­schen hier­zu­lan­de in Wohn­ei­gen­tum einen gro­ßen Wert. Bun­des­weit sehen 79 Pro­zent der Men­schen Wohn­ei­gen­tum als siche­re Alters­vor­sor­ge und 64 Pro­zent sogar als die beste Alters­vor­sor­ge, wie der Kan­t­ar Trend­in­di­ka­tor 2021 erge­ben hat. Für drei Vier­tel der Men­schen ist Wohn­ei­gen­tum zudem die beste Geldanlage.

Bele­bung in der Bautätigkeit

Einen spür­ba­ren Eng­pass stellt in vie­len Regio­nen wei­ter­hin das Ange­bot an Wohn­raum dar. Trotz der Pan­de­mie ist die Ten­denz beim Neu­bau posi­tiv. Die Zahl der Fer­tig­stel­lun­gen hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein deut­lich höhe­res Niveau erreicht. Aber sie ist immer noch von den 70.000 Wohn­ein­hei­ten pro Jahr ent­fernt, die Immo­bi­li­en­markt­for­scher und Staats­re­gie­rung in Bay­ern als not­wen­dig anse­hen. Auch auf­grund des auf­ge­stau­ten Nach­hol­be­darfs wird das Ange­bot am Markt vie­ler­orts nicht der Nach­fra­ge gerecht. Die Zahl der neu­en Bau­ge­neh­mi­gun­gen ist im ver­gan­ge­nen Jahr auf über 80.000 gestie­gen. Das ist der höch­ste Wert seit 1995 und gibt Anlass zur Hoff­nung, dass sich die Bau­tä­tig­keit wei­ter dyna­misch ent­wickeln wird.

Auf­fäl­lig ist dabei, dass die Zahl der Bau­frei­ga­ben in den größ­ten Städ­ten rück­läu­fig war, wäh­rend sie in den Land­krei­sen deut­lich gestie­gen ist. „Hier deu­tet sich eine Ver­schie­bung in Fol­ge der Pan­de­mie an. Weit mehr Men­schen als zuvor kön­nen von Zuhau­se aus arbei­ten und wer­den das auch künf­tig regel­mä­ßig tun. Die Nähe zum Arbeit­ge­ber ver­liert dadurch bei der Wahl des Wohn­orts an Bedeu­tung. Wer nur ein- oder zwei­mal pro Woche ins Büro muss, kann län­ge­re Pen­del­strecken in Kauf neh­men. Gleich­zei­tig ist Wohn­raum außer­halb der Städ­te in der Regel leich­ter finanzierbar.

Der Wunsch nach einem eige­nen Büro, einem Hob­by­raum oder einem Gar­ten lässt sich also im länd­li­chen Raum leich­ter rea­li­sie­ren. Und letzt­lich hat es sich in Zei­ten von Aus­gangs- und Rei­se­be­schrän­kun­gen als gro­ßer Vor­teil erwie­sen, die Natur vor der Haus­tür genie­ßen zu kön­nen. All das sind Grün­de dafür, dass sich die hohe Immo­bi­li­en­nach­fra­ge stär­ker in die Flä­che ver­la­gert“, erklär­te Hungbaur.

„Natur­ge­mäß unter­liegt die Bau­tä­tig­keit regio­nal stär­ke­ren Schwan­kun­gen – ins­be­son­de­re getrie­ben von der Ver­füg­bar­keit von Bau­land. Ins­ge­samt ist die Zahl der Bau­fer­tig­stel­lun­gen in der Regi­on aber deut­lich gestie­gen und hat inzwi­schen ein hohes Niveau erreicht. Den­noch wird das Ange­bot der Nach­fra­ge teil­wei­se nicht gerecht“, sag­te Vogel.

Trotz des knap­pen Ange­bots haben sich die Immo­bi­li­en­ver­mitt­lun­gen der Spar­kas­se sehr gut ent­wickelt. Der Wert der Kauf­ob­jek­te hat 25,1 Mil­lio­nen Euro erreicht – und das trotz der Ein­schrän­kun­gen in der Coro­na-Zeit. Auch die Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­run­gen befin­den sich wei­ter­hin auf hohem Niveau. „Die Spar­kas­se hat im ver­gan­ge­nen Jahr Wohn­bau­kre­di­te in Höhe von 206 Mil­lio­nen Euro zuge­sagt. Damit wur­de erneut ein sehr gutes Ergeb­nis erreicht“, erklär­te Mar­cus Sei­ler, Unter­neh­mens­be­reichs­lei­ter Zen­tra­ler Ver­trieb bei der Spar­kas­se Coburg – Lichtenfels.

Höhe­re Prei­se für Eigenheime

Wie sich die Preis­si­tua­ti­on vor Ort dar­stellt, geht aus dem Markt­spie­gel der Spar­kas­sen-Finanz­grup­pe her­vor. Die­ser ent­hält detail­lier­te Markt­da­ten zu allen baye­ri­schen Regio­nen. Dem­nach kosten Bau­grund­stücke in der Regi­on zwi­schen 80 und 300 Euro pro Qua­drat­me­ter. Neue Dop­pel- und Rei­hen­häu­ser sind für 300.000 bis 600.000 Euro zu haben und neue Eigen­tums­woh­nun­gen für 2800 bis rund 5000 Euro pro Qua­drat­me­ter. Gebrauch­te frei­ste­hen­de Häu­ser sind zwi­schen 80.000 und 650.0000 Euro ver­füg­bar, gebrauch­te Dop­pel­haus­hälf­ten und Rei­hen­häu­ser kosten 80.000 bis 350.000 Euro und gebrauch­te Eigen­tums­woh­nun­gen zwi­schen 1000 und 3800 Euro pro Quadratmeter.

Die wei­te­re Preis­ent­wick­lung wird stark von der kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung – auch in Fol­ge des Kriegs in der Ukrai­ne und der Sank­tio­nen gegen Russ­land – sowie der dar­aus resul­tie­ren­den Lage am Arbeits­markt abhän­gen. Gleich­zei­tig dürf­te unse­re Regi­on von der Ver­brei­te­rung der Immo­bi­li­en­nach­fra­ge in die Flä­che pro­fi­tie­ren. Trotz der Preis­stei­ge­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re bekom­men die Men­schen hier mehr Immo­bi­lie fürs Geld als in Groß­städ­ten. Das macht es gera­de für Fami­li­en attrak­tiv, sich hier anzu­sie­deln“, so Seiler.

Gro­ßes Poten­zi­al bei Modernisierungen

Wäh­rend der ener­ge­ti­sche Zustand von Neu­bau­ten in der Regel einem hohen Niveau ent­spricht, klafft im Bestand eine Sanie­rungs­lücke. In Bay­ern sind drei Vier­tel der 6,4 Mil­lio­nen Woh­nun­gen vor 30 oder mehr Jah­ren gebaut wor­den. Ein Groß­teil davon ist bis­lang nicht umfas­send ener­ge­tisch moder­ni­siert wor­den. Das muss sich nun ändern. Der „Green Deal“ der Euro­päi­schen Uni­on und das Kli­ma­schutz­ge­setz der Bun­des­re­gie­rung geben ambi­tio­nier­te Zie­le vor. Bis 2030 muss der CO2-Aus­stoß im Gebäu­de­sek­tor um knapp die Hälf­te sin­ken, bis 2045 sol­len alle Gebäu­de in Deutsch­land kli­ma­neu­tral sein.

Im Raum Coburg-Lich­ten­fels sind rund 43.000 Wohn­ge­bäu­de älter als 30 Jah­re. „Eini­ge Objek­te sind moder­ni­siert wor­den – man­che mehr und man­che weni­ger. Aber es bleibt immer noch eine gro­ße Zahl von Häu­sern, die nicht dem heu­ti­gen ener­ge­ti­schen Stan­dard ent­spre­chen. Gera­de ange­sichts der enorm gestie­ge­nen Prei­se für Öl und Gas lohnt es sich, in eine Ver­bes­se­rung der ener­ge­ti­schen Aus­stat­tung zu inve­stie­ren. Zudem liegt dar­in ein gro­ßes Poten­zi­al, mit umfas­sen­den Moder­ni­sie­run­gen die Bau­sub­stanz in der Regi­on zu stär­ken und gleich­zei­tig akti­ven Kli­ma­schutz zu betrei­ben“, sag­te Seiler.

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