Kunst­ver­ein Kulm­bach prä­sen­tiert Aus­stel­lung „natur­form“ mit Wer­ken von Harun Kloppe

Kunstverein Kulmbach Ausstellung „naturform" Werke Harun Kloppe Juni 2022
„Aufbruch“ lautet der Titel dieses Werks von Harun Kloppe. Foto: Privat

Aus­stel­lung wird bis Frei­tag, 5. August 2022 in der Haupt­stel­le der Spar­kas­se Kulm­bach-Kro­nach gezeigt

In die­sem Jahr lädt der Kunst­ver­ein Kulm­bach e.V. erst­mals nach zwei­jäh­ri­ger Pau­se wie­der in die Haupt­stel­le der Spar­kas­se Kulm­bach-Kro­nach ein: Der bil­den­de Künst­ler Harun Klop­pe hat nicht nur sei­nen Lebens­mit­tel­punkt, son­dern damit ein­her­ge­hend sei­nen zen­tra­len Werk­stoff Holz im durch den Kli­ma­wan­del gepräg­ten Wester­wald gefunden.

Die Aus­stel­lung „natur­form“ ist noch bis Frei­tag, 5. August 2022, in der Schal­ter­hal­le zu sehen. Sie zeigt die Begeg­nung des Künst­lers mit der Fra­gi­li­tät der Natur auf ein­drück­li­che Weise.

Kunstverein Kulmbach Ausstellung „naturform" Werke Harun Kloppe Juni 2022

Wer­ke wie „gebro­chen I“ (im Bild) zei­gen, dass die Bear­bei­tun­gen des Künst­lers gekenn­zeich­net sind von Reduk­ti­on und hap­ti­schen Ein­drücken, die enorm stim­mungs­vol­le Wir­kung haben. Foto: Privat

„Durch mei­ne Kunst for­me ich mich aus“, betont Harun Klop­pe in Bezug auf sei­nen Schaf­fens­pro­zess. Dass die­ser ele­men­tar von der ersten Wir­kung sei­nes Mate­ri­als, der intui­ti­ven künst­le­ri­schen Bear­bei­tung durch das Schlei­fen, Polie­ren, For­men und Fär­ben bestimmt ist, zeig­ten bereits sei­ne frü­he­ren Arbei­ten, die im Zen­trum die Ver­ar­bei­tung des Mate­ri­als u.a. Acryl­glas hat­ten. Die­se waren bei­spiels­wei­se bei ver­schie­de­nen Mit­glie­der­aus­stel­lun­gen des Kunst­ver­eins in Kulm­bach zu sehen.

Die­ses Indu­strie­ma­te­ri­al und das Licht, wel­ches sich in Far­be ver­wan­delt, tritt mit dem inten­si­ven Erleb­nis der Natur des Wester­wal­des in den neue­ren Arbei­ten vor­erst zurück. Der Künst­ler wid­met sich nun dem Natur­ma­te­ri­al Holz. Hier­bei ver­wen­det er vor­wie­gend gefun­de­ne Höl­zer, wel­che den Bild­hau­er einer­seits durch ihre orga­ni­sche Form mit Fär­bun­gen, Ris­sen und Ver­let­zun­gen for­dern, die ande­rer­seits aber auch als Über­bleib­sel von Holz­fäll­ar­bei­ten einen ersten Ein­griff des Men­schen in die Natur erzäh­len. Die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Natur und ihrer Ver­gäng­lich­keit trei­ben Klop­pe, für den Spi­ri­tua­li­tät eine wich­ti­ge Rol­le spielt, in sei­nem Schaf­fens­pro­zess an.

Wer­ke wie „Spie­gel der Natur“ oder „gebro­chen I“ zei­gen, dass die Bear­bei­tun­gen des Künst­lers gekenn­zeich­net sind von Reduk­ti­on und hap­ti­schen Ein­drücken, die enorm stim­mungs­vol­le Wir­kung haben. Archa­ik trifft hier auf Fra­gi­li­tät, über Genera­tio­nen gewach­se­ne Natur begeg­net dem mensch­li­chen Ein­griff. Eben­so wie die For­men spie­len erneut Far­ben, die der Bild­hau­er gezielt ein­setzt, eine wich­ti­ge Rol­le. So stand in der letz­ten Woche vor Ostern für den Klop­pe das The­ma Auf­bruch im Mit­tel­punkt. Ent­stan­den ist das gleich­na­mi­ge Kunst­werk, wel­ches aus sie­ben Seg­men­ten besteht, die ihre eige­ne natür­lich gewach­se­ne Form behal­ten haben. Die schein­ba­re Unter­schied­lich­keit wird durch Zuschnitt des Künst­lers in eine ein­drück­li­che Begeg­nung über­führt. „Zur­zeit bricht die Welt gera­de aus­ein­an­der und vie­les scheint unüber­brück­bar“, so Klop­pe, „mit AUF­BRUCH möch­te ich ein Zei­chen set­zen, das Mut macht zur Begegnung“.

So zeigt sich ein roter Faden in Klop­pes Werk, wel­ches neben den genann­ten Acryl­glas­skulp­tu­ren, sowie Papier- und Buch­kunst, modu­la­re Holz­ob­jek­te und Farb­klang­bil­der eine immense Wan­del­bar­keit vor­weist: im Mit­tel­punkt steht die Begeg­nung, nie das pla­ka­ti­ve Anpran­gern, son­dern Frie­den und Gemeinschaft.

Gebo­ren 1957, absol­vier­te Harun Klop­pe zunächst eine Leh­re als Maschi­nen­bau­er. Dar­an schloss sich ein Stu­di­um an der Hoch­schu­le für gestal­ten­de Kunst und Musik in Bre­men an, das er 1983 abschloss. Seit­her arbei­tet er als Künst­ler und Gra­fik-Desi­gner. Sei­ne Lebens- und Schaf­fens­mit­tel­punk­te führ­ten von Bre­men über Mainz nach Bilk­heim im Westerwald.

Alle Kunst­in­ter­es­sier­ten sind zur Ver­nis­sa­ge am Mon­tag, den 27. Juni um 17 Uhr ein­ge­la­den, die Aus­stel­lung ohne aktu­el­le Schutz- & Hygie­ne­maß­nah­men zu besu­chen. In einem Künst­ler­ge­spräch mit der zwei­ten Vor­sit­zen­den des Kunst­ver­ein Kulm­bach e.V. Cor­ne­lia Morsch wird Harun Klop­pe in sein Werk ein­füh­ren. Kla­ra Schwarz und Kar­sten Fried­rich wer­den mit Gesang und am Pia­no die Ver­nis­sa­ge musi­ka­lisch beleben.

Die Aus­stel­lung in der Haupt­stel­le der Spar­kas­se Kulm­bach-Kro­nach ist zu den übli­chen Schal­ter­zei­ten geöff­net. Mehr Infos: www​.kunst​ver​ein​-kulm​bach​.de

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