Was wird aus dem Leu­ten­ba­cher Krämersanwesen?

Die Ratsmitglieder vor dem Krämershaus das von außen noch sanierungsfähig aussieht. Foto: Thomas Weichert
Die Ratsmitglieder vor dem Krämershaus das von außen noch sanierungsfähig aussieht. Foto: Thomas Weichert

Erneut war das von der Gemein­de einst erwor­be­ne Krä­mers­an­we­sen in der Dorf­stra­ße 16 Gegen­stand der Bera­tun­gen im Gemein­de­rat. Der Neue Wie­sent­bo­te berich­te­te mehr­mals. Nach­dem eine Bür­ger­ver­samm­lung nur zu die­sem The­ma statt­ge­fun­den hat­te zu der 69 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kamen und sich 34 für den Erhalt von Haus und Sta­del aus­ge­spro­chen hat­ten, muss­te der Gemein­de­rat nun über die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se abstimmen.

23 Teil­neh­mer der Bür­ger­ver­samm­lung hat­ten sich für einen Abriss der Gebäu­de aus­ge­spro­chen, der Rest ent­hielt sich der Stim­me. Bür­ger­mei­ster Flo­ri­an Kraft (FW) ist wei­ter­hin für sei­nen Vor­schlag alles abzu­rei­ßen und dann einen Platz mit Park­plät­zen und Auf­ent­halts­qua­li­tät anzu­le­gen. Es sei denn, es fin­det sich eine Nut­zung für die dann sanier­ten Gebäu­de. Kraft berich­te­te von vie­len ver­schie­de­nen Vor­schlä­gen der Bür­ger. So könn­te ein Café mit Back­wa­ren­ab­tei­lung oder ein Bistro unten ein­zie­hen, eine Trach­ten­stu­be mit klei­nem Hei­mat­mu­se­um, ein Dorf­la­den oder die Scheu­ne könn­te von Ver­ei­nen genutzt wer­den. Auch ein Teil­ab­riss der Scheu­ne wäre denk­bar an deren Stel­le ein klei­ner Vor­platz für Begeg­nun­gen in der war­men Jah­res­zeit ent­ste­hen könn­te. „Eine Sanie­rung ist nur dann sinn­voll wenn sich die­se und auch der spä­te­re Unter­halt wirt­schaft­lich dar­stel­len las­sen“, so Kraft zur Ein­lei­tung der Beratung.

Drit­ter Bür­ger­mei­ster Bernd Held plä­dier­te dafür erst Zah­len ein­zu­ho­len was eine Sanie­rung kosten wür­de. „Ich bin der glei­chen Mei­nung“, gab ihm Rein­hard Weber recht, der auch die Bür­ger mit ein­be­zie­hen will. „Wir müs­sen prü­fen ob man es erhal­ten kann“, so Weber. Rai­mund Dörf­ler plä­dier­te für ein Gut­ach­ten, auch wenn es 12 000 Euro kostet. „Ich traue mir durch­aus aber auch zu sagen dass das Haus in einem schlech­tem Zustand ist und nur noch drei Außen­mau­ern ste­hen blei­ben“, so Dörf­ler der eine Zahl von 1,2 Mil­lio­nen Euro für eine Sanie­rung in den Raum warf. Alex­an­der Kaul übte Kri­tik am letz­ten Pres­se­be­richt in dem von einem kata­stro­pha­lem Gebäu­de­zu­stand die Rede war. „Uns feh­len die Grund­la­gen für eine Ent­schei­dung“, beton­te der Rat­haus­chef der nun dar­über abstim­men lies, ob die­se geprüft wer­den sol­len. Zwei Räte waren dage­gen, zehn dafür.

Nun ging es dar­um, was man ein­mal dar­aus machen könn­te. Zwei­ter Bür­ger­mei­ster Roland Schmitt riet, unter Ein­be­zie­hung der Bür­ger einen Arbeits­kreis zu bil­den. Schmitt ist der Mei­nung dass das Krä­mers­haus orts­bild­prä­gend ist, ent­schei­dend wer­de aber sein, wie der Bür­ger das Gan­ze annimmt. Weber schlug vor einen Fach­be­ra­ter für eine künf­ti­ge Nut­zung ein­zu­schal­ten und zu prü­fen ob im Ober­ge­schoss eine jun­ge Fami­lie ein­zie­hen kann. „Wenn wir eine För­de­rung haben wol­len, brau­chen wir eine Zweck­bin­dung“, dazu Kraft. „Gibt es Kauf­in­ter­es­sen­ten“, woll­te Kaul nun wis­sen. „Bis jetzt nicht“, so Schmitt, „wir brau­chen in der Orts­mit­te kei­ne Park­plät­ze“, so Weber, „Bür­ger­wunsch ist ein Treff­punkt“, so Kraft – dies waren wei­te­re Mei­nun­gen. Chri­sti­an Mal­ten­ber­ger war nun für eine Bür­ger­be­fra­gung, da nur vier Pro­zent aller Gemein­de­bür­ger bei der Bür­ger­ver­samm­lung waren. Man soll­te drei bis vier Vor­schlä­ge aus­ar­bei­ten und dann die Bür­ger fra­gen was sie haben wol­len. „Eure dau­ern­de Lamen­tie­re­rei geht mir auf die Ner­ven“, fuhr Jochen Kubik dazwi­schen und beton­te, das man den Kopf nicht in den Sand stecken dür­fe. Schmitt ver­wies auf Kun­reuth. „Die haben sogar ihre Braue­rei akti­viert, da ist Leben drin“, so Schmitt, der beton­te dass man opti­mi­stisch sein müs­se. Mit 8 zu 4 Stim­men ent­schei­den sich die Räte schließ­lich prü­fen zu las­sen wel­che künf­ti­gen Nut­zun­gen nach einer Sanie­rung in Fra­ge käm­men. Für die Bil­dung eines Arbeits­krei­ses mel­de­ten sich Kubik, Weber, Schmitt und Ulri­ke Götz an.

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