Bay­reuth: „Grüß Gott und Scha­lom – Mit­ein­an­der in Oberfranken“

Logo 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Gemein­sa­mer Emp­fang der Regie­rung von Ober­fran­ken, des Bezirks Ober­fran­ken und der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Bay­reuth K.d.ö.R.

Unter dem Leit­ge­dan­ken „Grüß Gott und Scha­lom – Mit­ein­an­der in Ober­fran­ken.“ stand ein gemein­sa­mer Emp­fang von Regie­rung von Ober­fran­ken, Bezirk Ober­fran­ken und Israe­li­ti­scher Kul­tus­ge­mein­de Bay­reuth anläss­lich des Jubi­lä­ums „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutschland“.

Bezirkstagspräsident von Oberfranken Henry Schramm, Staatsminister a.D. Dr. Ludwig Spaenle, MdL (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung gegen Antisemitismus), Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz, Dr. Jakob Gonczarowski (Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Hof), Felix Gothart (Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth) und Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold (Bezirk Oberfranken). Foto: Kristina Lang, Regierung von Oberfranken

Bezirks­tags­prä­si­dent von Ober­fran­ken Hen­ry Schramm, Staats­mi­ni­ster a.D. Dr. Lud­wig Spa­en­le, MdL (Beauf­trag­ter der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung gegen Anti­se­mi­tis­mus), Regie­rungs­prä­si­den­tin von Ober­fran­ken Hei­drun Piwer­netz, Dr. Jakob Gon­c­za­row­ski (Vor­sit­zen­der der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Hof), Felix Gothart (Vor­sit­zen­der der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Bay­reuth) und Bezirks­hei­mat­pfle­ger Prof. Dr. Gün­ter Dip­pold (Bezirk Ober­fran­ken). Foto: Kri­sti­na Lang, Regie­rung von Oberfranken

In ihrer Begrü­ßung stell­te Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz die gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung her­aus: „Jüdi­sche Tra­di­ti­on ist auch in Ober­fran­ken seit Jahr­hun­der­ten fest in der Gesell­schaft ver­an­kert. Groß­ar­ti­ge Lei­stun­gen jüdi­scher Men­schen bei­spiels­wei­se in Kunst und Kul­tur, Wis­sen­schaft und For­schung haben die Ent­wick­lung unse­res Gemein­we­sens maß­geb­lich berei­chert. Wir wol­len uns dafür ein­set­zen, dass jüdi­sches Leben in unse­rer Gesell­schaft als völ­lig nor­mal, als gleich­be­rech­tigt und ver­traut wahr­ge­nom­men wird. Lei­der ist der all­täg­li­che, an Ste­reo­ty­pen anknüp­fen­de, rela­ti­vie­ren­de oder gar leug­nen­de Anti­se­mi­tis­mus in sei­nen unter­schied­lich­sten Aus­prä­gun­gen real. Es gibt eine klu­ge Metho­de, Vor­be­hal­ten zu begeg­nen: Mit­ein­an­der reden! Las­sen Sie uns gemein­sa­me Momen­te schaf­fen, Mög­lich­kei­ten zur Begeg­nung orga­ni­sie­ren, um zu einer selbst­ver­ständ­li­chen Nor­ma­li­tät zwi­schen Juden und Nicht­ju­den zu fin­den. Jüdi­sches Leben soll in unse­rer Gesell­schaft noch sicht­ba­rer und erleb­ba­rer wer­den. Das ‚Nie wie­der!‘ muss auf einer brei­ten gesell­schaft­li­chen Basis und in gemein­sa­mer Ver­ant­wor­tung und mög­lichst kon­kret vor Ort von Mensch zu Mensch zum Aus­druck gebracht und mit Leben erfüllt werden.“

Staatsminister a.D. Dr. Ludwig Spaenle, MdL (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung gegen Antisemitismus) während seiner Rede. Foto: Kristina Lang, Regierung von Oberfranken

Staats­mi­ni­ster a.D. Dr. Lud­wig Spa­en­le, MdL (Beauf­trag­ter der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung gegen Anti­se­mi­tis­mus) wäh­rend sei­ner Rede. Foto: Kri­sti­na Lang, Regie­rung von Oberfranken

Die Fest­re­de hielt MdL Dr. Lud­wig Spa­en­le, Beauf­trag­ten der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung für jüdi­sches Leben und gegen Anti­se­mi­tis­mus, für Erin­ne­rungs­ar­beit und geschicht­li­ches Erbe. Mit „Vergelt’s Gott“ und „toda raba“ dank­te er den Ver­an­stal­tern für den Impuls, mit der gemein­sa­men Ver­an­stal­tung das gute Mit­ein­an­der in den Blick­punkt zu rücken: „Das Fest­jahr 1.700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land hat gezeigt: Auch Fran­ken war „hot spot“ des jüdi­schen Lebens. Das Land­ju­den­tum hat über Jahr­hun­der­te mit den christ­li­chen Nach­barn koexi­stiert – oft ange­fein­det und aus­ge­grenzt, aber eben auch über lan­ge Pha­sen in fried­li­chem Mit­ein­an­der. Nach dem histo­ri­schen Tief­punkt der Shoa ist es ein Wun­der, dass wir heu­te blü­hen­des jüdi­sches Leben in Deutsch­land und Bay­ern haben – in Ober­fran­ken sicht­bar an vier leben­di­gen Gemein­den in Bay­reuth, Bam­berg und Hof. Des­halb freue ich mich ganz beson­ders, dass die Regie­rung und der Bezirk Ober­fran­ken gemein­sam mit der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Bay­reuth zu einem Emp­fang ein­ge­la­den haben, der Gele­gen­heit zum Ken­nen­ler­nen und zum per­sön­li­chen Aus­tausch gibt.“

Jüdi­sche Tra­di­tio­nen in Ober­fran­ken beleuch­te­te Bezirks­hei­mat­pfle­ger Prof. Dr. Gün­ter Dippold.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Quintett des Jewish Chamber Orchestra Munich. Foto: Kristina Lang, Regierung von Oberfranken

Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung sorg­te das Quin­tett des Jewish Cham­ber Orche­stra Munich. Foto: Kri­sti­na Lang, Regie­rung von Oberfranken

In sei­nem Gruß­wort beton­te Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm: „Vie­le Orte unse­rer Hei­mat kön­nen auf eine rei­che, aber auch wech­sel­vol­le jüdi­sche Geschich­te ver­wei­sen. Zu vie­len Zei­ten hat das Zusam­men­le­ben zwi­schen Juden und Chri­sten gut funk­tio­niert. Es gab aber auch immer wie­der Pha­sen, die von Dif­fa­mie­run­gen, von Gewalt und Ver­trei­bun­gen geprägt waren. Ohne die Erin­ne­rung an die schreck­li­chen Gescheh­nis­se der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus kann ein sol­cher Fest­akt nicht statt­fin­den, ohne ste­ti­ge Erin­ne­rung an den Holo­caust ist das moder­ne, demo­kra­ti­sche Deutsch­land nicht denk­bar. Wir alle sind gefor­dert, in unse­rem per­sön­li­chen Umfeld, am Arbeits­platz, im Ver­ein, in der Poli­tik oder wo auch immer, auf­kei­men­dem Anti­se­mi­tis­mus ent­schie­den entgegenzutreten.“

Felix Gothart, Vor­sit­zen­der der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Bay­reuth, ergänz­te: „Immer wenn die jüdi­sche Gemein­de und die Stadt im Ein­klang mit­ein­an­der leb­ten, stand Bay­reuth in hoher Blü­te. Bei 1700 Jah­ren jüdi­schen Leben in Deutsch­land blicken wir in die Ver­gan­gen­heit und sehen gleich­zei­tig die Zukunft vor uns, die im Sin­ne eines guten Mit­ein­an­ders gestal­tet wer­den muss. Wir wol­len kein „Folk­lo­re-Juden­tum“, son­dern ein leben­di­ges Juden­tum darstellen.“

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