Küps-Johan­nis­thal: BN hofft auf Signal für die Mobi­li­täts­wen­de – „Ler­chen­hof­tra­sse von Kro­nach nach Lich­ten­fels vor Gericht“

Der Frei­staat Bay­ern plant wei­ter­hin den Neu­bau der Ler­chen­hof­tra­sse (B303) und den vier­spu­ri­gen Aus- und Neu­bau der B173 bei Küps-Johan­nis­thal. Der BUND Natur­schutz stemmt sich seit vie­len Jah­ren gegen das Pro­jekt, es ist land­schafts­ver­brau­chend und kli­ma­schäd­lich und beein­träch­tigt den Hoch­was­ser­raum der Rodach. BN und BI haben vor Jah­ren Kla­ge gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss ein­ge­reicht. Am 21.06.2022 wird dazu die Ver­hand­lung vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mün­chen stattfinden.

Seit den 1980er Jah­ren kämpft der BUND Natur­schutz zusam­men mit der ört­li­chen Bür­ger­initia­ti­ve aus Johan­nis­thal gegen den Neu­bau der soge­nann­ten „Ler­chen­hof­tra­sse“ und gegen den auto­bahn­ähn­li­chen Neu­bau der B 173 von Kro­nach nach Lichtenfels.

„Ange­sichts der zurück­ge­hen­den Bevöl­ke­rungs­zah­len in der Regi­on und des abneh­men­den KFZ-Ver­kehrs hal­ten wir den vier­spu­ri­gen Aus­bau der B 173 zwi­schen Lich­ten­fels und Kro­nach und den Bau der Ler­chen­hof­tra­sse an der B 303 für ver­fehlt. Er wäre in Zei­ten der Kli­ma­kri­se das völ­lig fal­sche Signal. Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mün­chen könn­te näch­ste Woche ein posi­ti­ves Signal Rich­tung Mobi­li­täts­wen­de sen­den. Dar­auf hof­fen wir“, so Mar­tin Geil­hu­fe, Lan­des­be­auf­trag­ter des BN

„Die drei­spu­rig geplan­te Ler­chen­hof­tra­sse im Zuge der B 303, die von Westen her an die B 173 bei Johan­nis­thal anbin­den soll, ist völ­lig unnö­tig, weil es mit der bestehen­den Staats­stra­ße zwi­schen Bei­kheim und dem Anschluss nörd­lich Johan­nis­thal bereits eine Stra­ße gibt, die umwelt­ver­träg­lich aus­ge­baut wer­den könn­te. Auch die B 173 bei Johan­nis­thal wäre mit zwei Spu­ren und even­tu­el­len Über­hol-Abschnit­ten im 2+1‑Querschnitt völ­lig aus­rei­chend dimen­sio­niert“, so Chri­sti­ne Neu­bau­er, Vor­sit­zen­de der BN-Kreis­grup­pe Kronach.

Inge­borg Sei­del, Spre­che­rin der Bür­ger­initia­ti­ve Johan­nis­thal, ergänzt: „Der geplan­te rie­si­ge Kno­ten zwi­schen B 173 und B 303 soll im Hoch­was­ser­be­reich des Rodach­tals gebaut wor­den. Den Johan­nis­tha­lern und den Bewoh­nern von Au bei Küps dro­hen damit Ver­schär­fun­gen des Hoch­was­sers. Es ist schon heu­te schlimm genug. Die Rodach darf nicht wei­ter ver­baut wer­den. Mit den enor­men Brücken­bau­wer­ken und der Auto­bahn wären wir in Johan­nis­thal auch noch völ­lig umzingelt.“

Der BUND Natur­schutz hat sich seit den 1990er Jah­ren immer wie­der enga­giert in die Pla­nungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht und umwelt- und natur­freund­li­che­re Alter­na­tiv­vor­schlä­ge vor­ge­tra­gen. Im Raum­ord­nungs­ver­fah­ren war die Ler­chen­hof­tra­sse zu Recht ver­wor­fen und der Aus­bau der Staats­stra­ße Bei­kheim-Johan­nis­thal favo­ri­siert wor­den. Das hat man dann bei der Regie­rung von Ober­fran­ken ein­fach ohne öffent­li­che Debat­te über den Hau­fen geworfen.

„Wür­de man bei Johan­nis­thal über­di­men­sio­niert aus­bau­en, wür­de das in Küps, bei Zett­litz und an den Gaabs­wei­hern bei Lich­ten­fels eben­falls zur Pla­nungs­vor­ga­be wer­den. Der damit ver­bun­de­ne Flä­chen­fraß und die Zer­stö­rung euro­pä­isch geschütz­ter Gebie­te wären dann vor­pro­gram­miert. Dem wol­len wir einen Rie­gel vor­schie­ben, wie wir das erfolg­reich auch schon bei der damals geplan­ten Umfah­rung von Trieb und Hoch­stadt durch das Vogel­schutz­ge­biet Naß­an­ger gemacht haben“, so Anton Rein­hardt, 1. Vor­sit­zen­der der benach­bar­ten Kreis­grup­pe Lichtenfels.

Die Kla­ge gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss kon­zen­triert sich auf fol­gen­de Tatbestände:

Nicht­durch­füh­rung eines Raum­ord­nungs­ver­fah­rens als Ver­stoß gegen das Raum­ord­nungs­ge­setz und unter­las­se­ne Lini­en­be­stim­mung nach Fern­stra­ßen­ge­setz als zwin­gen­de Rechtsvorschriften.

Ver­stoß gegen das bin­den­de Ziel des Lan­des­ent­wick­lungs­pro­gramms zur Beach­tung eines umwelt­ver­träg­li­chen und res­sour­cen­scho­nen­den Bau­es, weil nicht die umwelt­ver­träg­lich­ste Vari­an­te (der Bestand­sau­bau der Staats­stra­ße), son­dern die im Vari­an­ten­ver­gleich an 4. Stel­le ste­hen­de Ler­chen­hof­tra­sse gewählt wurde.

Ver­stoß gegen das Was­ser­haus­halts­ge­setz wegen des geplan­ten Bau­es des Kno­tens im teil­wei­se fest­ge­setz­ten und teil­wei­se vor­läu­fig gesi­cher­ten Über­schwem­mungs­ge­biet der Rodach ohne gebo­te­ne Abwä­gung bei Vor­han­den­sein geeig­ne­ter Alternativen.
Kei­ne ordent­li­che Betei­li­gung des aner­kann­ten Natur­schutz­ver­ban­des BUND Natur­schutz nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz.
Feh­ler­haf­te Abwä­gun­gen lan­des­pla­ne­ri­scher Belan­ge wie Siche­rung der unver­bau­ten Fluss­aue der Rodach, der wei­ter nach Süden anschlie­ßen­den Aus­bau­va­ri­an­ten, des mög­li­chen Kreis­ver­kehrs nörd­lich Johan­nis­thal, der Wirt­schaft­lich­keit bei der Tras­sen­wahl, einer Alt­la­sten­flä­che (ehem. Teer­werk), der Kes­sel­wir­kung für Johan­nis­thal und Lärmschutzbelange.

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