Pon­ti­fi­kal­amt mit Weih­bi­schof Her­wig Gössl zum Patro­zi­ni­um der Basi­li­ka Göß­wein­stein zur Hei­lig­sten Dreifaltigkeit

Pontifikalamt mit Weihbischof Herwig Gössl. Foto: Thomas Weichert
Pontifikalamt mit Weihbischof Herwig Gössl. Foto: Thomas Weichert

„Sei gelobt und hoch­ge­prie­sen, hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit!“ Aus unge­zähl­ten Keh­len erklang das Lob des drei­fal­ti­gen Got­tes am Drei­fal­tig­keits­sonn­tag in Göß­wein­stein. Mit die­sem Hoch­fest wird gleich­zei­tig das Patro­zi­ni­um der Basi­li­ka gefei­ert, die der Hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit geweiht ist. Ins­ge­samt 18 Wall­fahr­ten pil­ger­ten am Drei­fal­tig­keits­wo­chen­en­de zur Gna­den­stät­te nach Gößweinstein.

In die Schar der Pil­ger reih­te sich auch der Bam­ber­ger Weih­bi­schof Her­wig Gössl ein. Er war nach Göß­wein­stein gekom­men, um mit den vie­len Gläu­bi­gen das Pon­ti­fi­kal­amt zu fei­ern. Schon in sei­nen Begrü­ßungs­wor­ten freu­te sich Gössl, dass es ein Geschenk sei, im Erz­bis­tum das Hei­lig­tum der Drei­fal­tig­keit zu haben. Die­ses Gna­den­bild mit Maria, der Mut­ter Jesu, die als Vor­bild für die Men­schen, die Gna­den­ga­be in Emp­fang nimmt. So wie Maria voll Demut Gott lobt, so kön­nen sich auch die Men­schen Gott nähern, um ihn zu erfah­ren. Auch die Got­tes­dienst­ge­mein­de habe dies mit der zwei­ten Stro­phe des Lie­des zum Aus­druck gebracht: „Vol­ler Demut wir erschei­nen, Vater, hier vor dei­nen Thron,“ so der Weihbischof.

In sei­ner Pre­digt führ­te Gössl aus, dass der Glau­be an den einen Gott in drei Per­so­nen das gro­ße Unter­schei­dungs­merk­mal des Chri­sten­tums sei. Schon die Tau­fe wer­de „im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes“ gespen­det. Und auch in der Lit­ur­gie rich­te­ten sich die mei­sten Gebe­te an „den Vater durch den Sohn im Hei­li­gen Geist“. Er habe aller­dings den Ein­druck, dass für vie­le Chri­sten die­se zen­tra­le Glau­bens­ge­heim­nis eher bedeu­tungs­los sei, da es wohl als zu abstrakt ange­se­hen wird. So stell­te er die Fra­ge in den Raum, was die Leh­re von der gött­li­chen Drei­fal­tig­keit, was die­ses Got­tes­bild für unser Leben als Chri­sten und als Kir­che bedeute.

Zum einen ver­wei­se die Leh­re vom einen Gott in drei Per­so­nen dar­auf, dass Gott für die Men­schen immer ein Geheim­nis blei­ben wer­de. Gott blei­be dem Ver­stand der Men­schen ent­zo­gen, nur ein Nähern sei mög­lich. Die ein­zi­ge Wei­se, sich Gott zu nähern, sei daher die lie­be­vol­le Anbe­tung, genau so, wie es die Wall­fah­re­rin­nen und Wall­fah­rer durch den Got­tes­dienst und ihr Gebet prak­ti­zier­ten. Den­noch gebe es so vie­les, was den Glau­ben ver­un­si­che­re, wie die Erfah­rung von Unrecht und Leid. Gera­de in die­sen Situa­tio­nen könn­ten wir im Glau­ben vor­an­kom­men, wenn wir an Gott fest­hal­ten, die Hoff­nung und die Lie­be nicht ver­lie­ren. Dann könn­ten wir auch die Kraft spü­ren, die von Gott zuflie­ße. Ein Mensch, der das Geheim­nis Got­tes respek­tie­re, wer­de, trotz allem Bedroh­li­chen, das ihn umgibt, mit Hoff­nung und Zuver­sicht beschenkt. Eine wei­te­re wich­ti­ge Bedeu­tung für uns sei die Leh­re von der gött­li­chen Drei­fal­tig­keit des­halb, weil sie besagt, dass Gott nicht ein­sam, son­dern Bezie­hung, dass Gott Lie­be ist. Ein­sam­keit sei für die Men­schen ein Pro­blem. Dies wüss­ten wir nicht erst seit in der Coro­na-Pan­de­mie. Schon heu­te warn­ten man­che davor, dass auf­grund der hohen Anzahl an Sin­gles nicht nur die Fra­ge der Pfle­ge, son­dern auch die Ver­ein­sa­mung im Alter auf die Gesell­schaft zukom­men könn­te. „Wir wür­den ver­küm­mern ohne mensch­li­che Bezü­ge, ohne die Erfah­rung geliebt zu sein und ande­re zu lie­ben“, zeig­te sich Gössl über­zeugt. Dabei sei Bezie­hung zu ande­ren auch anstren­gend. Sie erfor­de­re Auf­merk­sam­keit und Fru­stra­ti­ons­to­le­ranz. Dies war auch schon bei den Jün­gern Jesu so, als sie bei­spiels­wei­se um die besten Plät­ze im Reich Got­tes strit­ten oder ihn nach sei­ner Ver­haf­tung im Stich lie­ßen. „Des­halb hal­ten wir auch heu­te dar­an fest, dass es eine Kir­che als ver­bind­li­che Gemein­schaft der Glau­ben­den braucht, weil das vom Herrn der Kir­che so gewollt ist und dass es unmög­lich ist, Christ zu sein, ohne Kir­che zu sein“, stell­te der Weih­bi­schof klar. Die Wall­fah­re­rin­nen und Wall­fah­rer gäben dafür ein Zei­chen. Auch wenn Sie sich viel­leicht nicht als beson­ders kirch­lich bezeich­ne­ten oder regel­mä­ßig sonn­tags den Got­tes­dienst mit­fei­er­ten. „Sie geben durch die Wall­fahrt ein Zei­chen dafür, was Kir­che ist und aus­macht: Eine Gemein­schaft unter­wegs, die mit­ein­an­der betet, schweigt, redet und fei­ert. Wo man sich auf­ein­an­der freut, in der man auf­ein­an­der Rück­sicht nimmt und sich gegen­sei­tig ermu­tigt. Wo jede und jeder die eige­nen Stär­ken und Fähig­kei­ten ein­brin­gen kann und mit den Schwä­chen und Feh­lern akzep­tiert wird. Wo man weiß: Wir wer­den erwar­tet, am Wall­fahrts­ort und zu Hau­se,“ dank­te Weih­bi­schof Her­wig Gössl. Der Gott, den wir fei­ern, sei nicht am Ende mit sei­ner Geduld. Er beglei­te und stär­ke uns auf unse­rem Weg und er erwar­te uns am Ziel, wo wir IHN einst schau­en und immer tie­fer erken­nen dürften.

Pontifikalamt mit Weihbischof Herwig Gössl. Foto: Thomas Weichert

Pon­ti­fi­kal­amt mit Weih­bi­schof Her­wig Gössl. Foto: Tho­mas Weichert

Auf dem Ein­zug vom Pfarr­haus Göß­wein­stein zur Basi­li­ka und wie­der zurück beglei­te­te der Musik­ver­ein Göß­wein­stein unter Lei­tung von Tho­mas Mül­ler den fest­li­chen Zug musi­ka­lisch. Das Tages­evan­ge­li­um nach Johan­nes wur­de von Pater Lud­wig Mazur ver­kün­det. Am Ende des Got­tes­dien­stes dank­te er auch den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Markt­ge­mein­de­rats, des Pfarr­ge­mein­de­rats und der Kir­chen­ver­wal­tung, an deren Spit­ze 1. Bür­ger­mei­ster Hanngörg Zim­mer­mann, Kath­rin Heckel und Georg Lang teil­nah­men. Die musi­ka­li­sche Gestal­tung des Fest­got­tes­dien­stes oblag sowohl an der Orgel wie auch als Kan­tor Georg Schäff­ner. Da das Pon­ti­fi­kal­amt gleich­zei­tig auch als Wall­fahrts­amt für die Wall­fahrt aus Wei­lers­bach, St. Anna, gefei­ert wur­de, tru­gen die Lesun­gen aus dem Buch der Sprich­wör­ter und dem Römer­brief Bern­hard Hack und die Für­bit­ten Wall­fahrts­füh­rer Nor­bert Sei­ler vor. Die Freu­de, den Pon­ti­fi­k­al­got­tes­dienst ohne Coro­na-Beschrän­kun­gen in einer gefüll­ten Basi­li­ka fei­ern zu kön­nen, war spür­bar. Als das „Gro­ßer Gott, wir loben dich“ vor dem Aus­zug aus der Basi­li­ka erklang, stimm­te die Gemein­de kräf­tig mit Weih­bi­schof Gössl zum Klang der Orgel ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.