Charles-Bukow­ski-Festi­val in Bamberg

Charles-Bukowski-Festival in Bamberg. Foto: Michael Montfort

Vom Unter­grund-Poe­ten zum geschätz­ten Literaten

Ursprüng­lich war es als gro­ßes Festi­val zum 100. Geburts­tag geplant, dann jedoch kam Coro­na dazwi­schen. Zwei Jah­re spä­ter ist es nun soweit: Der ame­ri­ka­ni­sche Schrift­stel­ler Charles Bukow­ski (1920 – 1994) wird in Bam­berg mit einem fünf­tä­gi­gen Festi­val gefeiert.

Unter dem Mot­to und Zitat des Dich­ters „endu­ran­ce is more important than anything“, über­setzt „Aus­dau­er ist wich­ti­ger als sonst­was“, prä­sen­tiert die Charles-Bukow­ski-Gesell­schaft von Diens­tag, 21. Juni 2022 bis Sams­tag, 25. Juni 2022, das Bukowski-Festival.

Es wird kosten­freie Vor­trä­ge der inter­na­tio­nal füh­ren­den Charles Bukow­ski-For­scher und Lite­ra­tur-Exper­ten Prof. David Calon­ne und Dr. Abel Debrit­to geben. Zudem Lesun­gen, Film­vor­füh­run­gen sowie eine Kon­zert­le­sung mit der preis­ge­krön­ten Lyri­ke­rin Nora Gom­rin­ger und den Aka­de­mi­sten der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker. Ehren­gast des Festi­vals ist Mari­na Bukow­ski, die Toch­ter von Charles Bukow­ski, die aus Kali­for­ni­en anreist. Außer­dem wird der erste deut­sche Ver­le­ger von Charles Bukow­skis Gedich­ten, Ben­no Käs­mayr, zusam­men mit sei­ner Toch­ter, Sarah Käs­mayr, einen Vor­trag halten.

Charles Bukow­ski wur­de 1920 in Ander­nach bei Koblenz gebo­ren. Im Alter von drei Jah­ren zog er mit sei­nen Eltern nach Los Ange­les, wo er mit zeit­wei­li­gen Unter­bre­chun­gen bis zu sei­nem Tod im Jahr 1994 leb­te. Bukow­ski ver­dien­te sei­nen Lebens­un­ter­halt mit Gele­gen­heits­jobs, spä­ter als Post-Ange­stell­ter. Neben­her schrieb er ab den 1940er Jah­ren vor allem Kurz­ge­schich­ten, Gedich­te, spä­ter auch Kolum­nen, und avan­cier­te zum Unter­grund-Poe­ten. Im Alter von 50 Jah­ren konn­te er sich ganz dem Schrei­ben wid­men und ver­fass­te auch Romane.

Eine grö­ße­re Bekannt­heit erlang­te Charles Bukow­ski in Deutsch­land mit sei­nen Kurz­ge­schich­ten- und Gedicht­bän­den. In sei­nen sprach­rea­li­sti­schen Tex­ten beschreibt er die Schat­ten­sei­ten des ame­ri­ka­ni­schen Traums. Lan­ge Zeit war Bukow­ski auf­grund sei­ner teil­wei­se dra­sti­schen Schil­de­run­gen als Sex- und Suff-Poet ver­schrien. Dies änder­te sich vor allem nach sei­nem Tod. „Seit knapp zwei Jahr­zehn­ten wird Bukow­ski im Lite­ra­tur­be­trieb als ernst­zu­neh­men­der Schrift­stel­ler aner­kannt“, wie der Vor­sit­zen­de der Bukow­ski-Gesell­schaft, Roni, sagt.

Wie sehr Charles Bukow­ski mitt­ler­wei­le als viel­schich­ti­ger Lite­rat geschätzt wird, zeigt auch der Umstand, dass die Bam­ber­ger Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar Schirm­her­rin des Festi­vals ist. „Bukow­ski selbst hat das Bild des sau­fen­den Dich­ter­ge­nies nach Kräf­ten geför­dert. Mitt­ler­wei­le wird er aber auch in der Lite­ra­tur­welt gebüh­rend gefei­ert“, so Siebenhaar.

Alle Infor­ma­tio­nen sowie das Festi­val-Pro­gramm gibt es unter:
www​.bukow​ski​-gesell​schaft​.de

Das Bukow­ski-Festi­val wird geför­dert durch die Arbeits­ge­mein­schaft Lite­ra­ri­scher Gesell­schaf­ten und Gedenk­stät­ten, das Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst und die Kul­tur­för­de­rung der Stadt Bamberg.

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