Land­kreis Forch­heim: 410 neue Woh­nun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr gebaut

Eisenflechter beim Wohnungsneubau: Damit trotz steigender Baupreise mehr bezahlbarer Wohnraum in der Region entsteht, fordert die IG BAU Oberfranken zusätzliche Anstrengungen von der Politik
Eisenflechter beim Wohnungsneubau: Damit trotz steigender Baupreise mehr bezahlbarer Wohnraum in der Region entsteht, fordert die IG BAU Oberfranken zusätzliche Anstrengungen von der Politik. (Foto: IG BAU, Tobias Seifert)

Vom Eigen­heim bis zum Mehr­fa­mi­li­en­haus: Im Land­kreis Forch­heim wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 410 neue Woh­nun­gen gebaut. Das teilt die Indu­strie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Beru­fung auf aktu­el­le Zah­len des Sta­ti­sti­schen Bun­des­am­tes mit. Danach flos­sen in den Neu­bau Inve­sti­tio­nen in Höhe von rund 151 Mil­lio­nen Euro. „Zusätz­li­che Woh­nun­gen sind ein wich­ti­ger Bei­trag gegen stei­gen­de Mie­ten. Wich­tig ist dabei das bezahl­ba­re Seg­ment. Und es kommt vor allem dar­auf an, dass im sozia­len Woh­nungs­bau noch mehr getan wird“, sagt Uwe Behrendt.

Der Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Ober­fran­ken sieht ins­be­son­de­re die Poli­tik in der Pflicht. Der Woh­nungs­bau in der Regi­on kön­ne nur dann Power zei­gen, wenn in Ber­lin und Mün­chen die rich­ti­gen Wei­chen gestellt wür­den. „Die Bun­des­re­gie­rung hat 400.000 neue Woh­nun­gen pro Jahr ver­spro­chen. Ein Vier­tel davon sol­len Sozi­al­woh­nun­gen sein. Von die­sem Ziel ist die Ampel-Koali­ti­on noch weit ent­fernt. Hier ist aber auch die Lan­des­po­li­tik gefor­dert“, so Beh­rendt. Im ver­gan­ge­nen Jahr sind laut Sta­ti­stik bun­des­weit ledig­lich 293.400 neue Woh­nun­gen ent­stan­den – 4,2 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr. Zudem erschwe­ren knap­pe Bau­ma­te­ria­li­en, stei­gen­de Ener­gie­prei­se, Infla­ti­on und stei­gen­de Bau­zin­sen der­zeit den Neu­bau, so die Gewerk­schaft. Hin­zu kämen ein hoher Fach­kräf­te­be­darf und unzu­rei­chen­de staat­li­che Förderungen.

Um vor allem „den lah­men­den Bau von Sozi­al­woh­nun­gen vor­an­zu­brin­gen“, schlägt die IG BAU ein „Son­der­pa­ket sozia­ler Woh­nungs­bau“ vor. Die Mehr­wert­steu­er auf Sozi­al­woh­nun­gen sol­le von 19 auf sie­ben Pro­zent abge­senkt wer­den. Der Bau einer staat­lich geför­der­ten Woh­nung wür­de nach Anga­ben der Gewerk­schaft so um zehn Pro­zent gün­sti­ger. „Außer­dem müs­sen Bund und Län­der drin­gend das Bau­recht ver­ein­fa­chen. Es wird höch­ste Zeit, dass Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren schlan­ker und schnel­ler wer­den. Zwi­schen Bau­an­trag und Bau­be­ginn geht oft wert­vol­le Zeit ver­lo­ren“, betont Behrendt.

Der IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­de ver­weist auf eine enor­me Chan­ce, um zusätz­li­chen Wohn­raum zu gewin­nen: den Umbau bereits bestehen­der Gebäu­de. „Im Kreis Forch­heim schlum­mert ein gro­ßes Poten­ti­al in der Umnut­zung von Alt­bau­ten. So las­sen sich bei vie­len Wohn­ge­bäu­den, Büro‑, Geschäfts- und Park­häu­sern Dach­eta­gen auf­stocken. Dazu kommt – durch mehr Home­of­fice – der Umbau von Büros zu Woh­nun­gen.“ Gera­de auch mit Blick auf den stei­gen­den Wohn­raum­be­darf für die Men­schen, die vor dem Krieg aus der Ukrai­ne geflüch­tet sind, müss­ten alle Mög­lich­kei­ten genutzt werden.

An die Adres­se der hei­mi­schen Bau­bran­che macht der Gewerk­schaf­ter deut­lich: „Vie­le Fir­men suchen drin­gend Fach­kräf­te, um die Auf­trä­ge bewäl­ti­gen zu kön­nen. Aber qua­li­fi­zier­te Mau­rer und Zim­mer­leu­te gewinnt nur, wer anstän­di­ge Löh­ne zahlt und gute Arbeits­be­din­gun­gen bie­tet.“ Bau­be­schäf­tig­te soll­ten sich nicht unter Wert ver­kau­fen und auf einer tarif­li­chen Bezah­lung bestehen. Genug zu tun gebe es alle­mal, so Behrendt.

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