Auf­takt­ver­an­stal­tung am Staf­fel­berg: 20 Jah­re Gebiets­be­treu­ung in Bay­ern – „Natur­schutz. Für Dich. Vor Ort.“

Gemeinsamer Kuchenanschnitt zu 20. Jahren Gebietsbetreuung von StM Thorsten Glauber und Bezirkssprecherin Stefanie Jessolat sowie der Oberfränkischen Gebietsbetreuung und GB-Sprecherin Isolde Miller (ganz rechts) Quelle: StMUV/ Ralf Rödel
Gemeinsamer Kuchenanschnitt zu 20. Jahren Gebietsbetreuung von StM Thorsten Glauber und Bezirkssprecherin Stefanie Jessolat sowie der Oberfränkischen Gebietsbetreuung und GB-Sprecherin Isolde Miller (ganz rechts) Quelle: StMUV/ Ralf Rödel

Der Staf­fel­berg ist bei jedem Wet­ter ein heiß begehr­tes Wan­der­ziel in Ober­fran­ken. Der Baye­ri­sche Umwelt­mi­ni­ster Thor­sten Glau­ber sowie die Ober­frän­ki­sche Gebiets­be­treu­ung mit des­sen Trä­ger und Unter­stüt­zer von Bay­ern­Tour­Na­tur erhiel­ten bei bestem Wet­ter eine Son­der­füh­rung und anschlie­ßend bei bester Aus­sicht eine klei­ne Geburtstagsfeier.

Ver­gan­gen Don­ners­tag, den 31.Mai 2022, hat­te für die Auf­takt­ver­an­stal­tung zum 22. Mal Bay­ern­Tour­Na­tur und 20. Jah­ren Gebiets­be­treu­ung das Umwelt­mi­ni­ste­ri­um zum Staf­fel­berg nach Ober­fran­ken gela­den. Neben den regio­na­len Grö­ßen, wie Bür­ger­mei­ster Mario Schön­wald und dem stell­ver­tre­ten­den Land­rat Herr Hel­mut Fischer, gra­tu­lier­te die Ober­frän­ki­sche Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz und Natur­schutz­fond-Vor­stand­ver­tre­ter Wolf­ram Güth­ler. Unter der Füh­rung der dor­ti­gen Gebiets­be­treue­rin Miri­am Wiblishau­ser des Land­schafts­pfle­ge­ver­ban­des Land­kreis Lich­ten­fels e.V. ging es gemein­sam auf den Staf­fel­berg hin­auf mit Berich­ten zu Histo­rie als auch zur Arbeit der Gebiets­be­treue­rin, wie Besu­cher­len­kung für Wan­de­rer und Moun­tain­bi­ker oder die gute Zusam­men­ar­beit mit den Kin­dern der Klas­se 5a und Umwelt­grup­pe der Vik­tor-von-Schef­fel-Real­schu­le, wel­che ihr Pro­jekt dem Umwelt­mi­ni­ster per­sön­lich vor­stel­len konn­ten. Im Anschluss durf­te der Geburts­tags­ku­chen natür­lich nicht fehlen.

Vor 20 Jah­ren hat sich die Gebiets­be­treu­ung in Bay­ern als koope­ra­ti­ves Natur­schutz­pro­jekt zwi­schen Behör­den, Ver­bän­den und Natur­nut­zern eta­bliert. Ermög­licht wird die­ser inno­va­ti­ve baye­ri­sche Weg durch die Stif­tung Baye­ri­scher Natur­schutz­fonds und eine Fül­le loka­ler Trä­ger wie Natur­schutz­ver­bän­den, Land­schafts­pfle­ge­ver­bän­den, loka­len Natur­schutz­ver­ei­nen oder auch Kom­mu­nen. Das Mot­to der Gebiets­be­treu­ung „Natur­schutz. Für Dich. Vor Ort.“ drückt deut­lich aus, wor­um es geht: Im guten Kon­takt zu den Men­schen vor Ort agie­ren, um ihnen den Natur­schutz­ge­dan­ken nahe zu brin­gen, Akteu­re zu ver­net­zen und dazu bei­zu­tra­gen, dass Natur­ju­we­le gepflegt und erhal­ten bleiben.

Die Idee der Gebiets­be­treu­ung in Bay­ern ent­stand in einem Pilot­pro­jekt zur haupt­amt­li­chen Betreu­ung des Ram­s­ar­ge­biets Ammer­see mit Pro­jekt­start 1997. Ab 2002 leg­te der Baye­ri­sche Natur­schutz­fonds mit Kofi­nan­zie­rung durch den Euro­päi­schen Sozi­al­fonds dann ein bay­ern­wei­tes För­der­pro­gramm auf. Das Pro­gramm ermög­lich­te in den ersten drei Jah­ren die Ein­rich­tung von 24 Gebiets­be­treu­un­gen sowie die Finan­zie­rung des baye­ri­schen Biber­ma­nage­ments. Bis zum Aus­lau­fen der Kofi­nan­zie­rung im Jah­re 2015 wuchs die Zahl der Gebie­te auf 36 an. 2018 konn­te die För­de­rung auf 55 Gebie­te, und 2021 um wei­te­re fünf aus­ge­baut wer­den. Somit sind aktu­ell über 70 Gebietsbetreuer*innen in 60 Gebie­ten sowie jeweils eine Biber­ma­na­ge­rin in Nord- und ein Biber­ma­na­ger in Süd­bay­ern im Ein­satz, um ihr selbst for­mu­lier­tes Mot­to „Natur­schutz. Für Dich. Vor Ort.“ mit gro­ßer Tat­kraft umzusetzen.

So viel­fäl­tig, wie die Land­schaf­ten in Bay­ern, so viel­fäl­tig sind die Auf­ga­ben die die Gebietsbetreuer*innen erfül­len. Sie sind Netz­wer­ker, sehen sich als Schnitt­stel­le zwi­schen Natur­schutz und Men­schen. Sie pfle­gen den Kon­takt zu allen Akteu­ren in der Land­schaft, spre­chen mit Grund­ei­gen­tü­mern und Land­nut­zern, kom­mu­ni­zie­ren mit Tou­ris­mus­ver­bän­den und Fach­ver­bän­den, arbei­ten auf Augen­hö­he mit Behör­den zusam­men und haben immer ihr Ziel vor Augen: Ein­zig­ar­ti­ge Natur­schät­ze zu bewah­ren und die Sen­si­bi­li­tät dafür zu wecken oder zu stärken.

Dies errei­chen sie über die ver­schie­den­sten viel­fäl­ti­gen Wege: Über inten­si­ve Öffent­lich­keits­ar­beit kön­nen sie die Akzep­tanz für Natur­schutz­maß­na­men stei­gern und Ver­bün­de­te gewin­nen. Durch die Kon­zep­ti­on prak­ti­scher Umset­zungs­pro­jek­te kön­nen sie sowohl Bio­to­pe, wie auch Men­schen ver­net­zen. Bei Fach­kar­tie­run­gen stel­len sie Defi­zi­te oder Erfol­ge fest und erar­bei­ten so die Grund­la­gen für wei­te­re Aktionen.

Jedes Gebiet bekommt mit der Gebiets­be­treu­ung einen „Küm­me­rer“, ein Gesicht und damit eine Per­son, die die Men­schen ins Gebiet oder das Gebiet in die Her­zen der Men­schen bringt. Das funk­tio­niert auch des­halb so gut, weil sich als Trä­ger der Gebiets­be­treu­ung vor Ort jeweils die eta­blier­ten und bekann­ten Natur­schutz­ver­ei­ne oder ‑Ver­bän­de, manch­mal auch kom­mu­na­le Ein­rich­tun­gen fan­den. Die­se stel­len die Infra­struk­tur zur Ver­fü­gung und betei­li­gen sich an den Kosten. Die­se viel­fäl­ti­ge Trä­ger­struk­tur trägt eben­falls zur hohen Akzep­tanz der Gebiets­be­treu­ung in der Öffent­lich­keit bei.

Von der Hohen Rhön im äußer­sten Nor­den Bay­erns bis zum süd­lich­sten Gebiet in den All­gäu­er Hoch­al­pen, vom öst­lich­sten Gebiet an den Donau­lei­ten bei Pas­sau bis ganz nach Westen in den Natur­park Spes­sart, jedes Gebiet hat sei­nen Reiz und sei­ne Her­aus­for­de­run­gen, sei­ne Pro­ble­me und die zuge­hö­ri­gen Lösun­gen, an denen die Gebietsbetreuer*innen arbeiten.
Seit 20 Jah­ren hat sich die­ses Modell für den Natur­schutz bewährt – und lei­stet einen wich­ti­gen Bei­trag zur Umset­zung der Baye­ri­schen Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie. Mit der Gebiets­be­treu­ung hat der Frei­staat Bay­ern eine Vor­rei­ter­rol­le für einen effi­zi­en­ten, koope­ra­ti­ven Natur­schutz eingenommen.

Seit 2008 hat auch der Natur­park Fich­tel­ge­bir­ge eine Gebiets­be­treu­ung. Mit Beset­zungs­än­de­run­gen und Erwei­te­run­gen des Natur­park-Teams erga­ben sich auch Ver­än­de­run­gen in den Auf­ga­ben der Gebiets­be­treu­ung. So stan­den frü­her Auer­hahn und Luchs im Fokus, besteht das heu­ti­ge Augen­merk unter ande­rem auf den Lebens­raum­schutz von Moor und den Natur­schutz­ge­bie­ten sowie das Gar­ten­schlä­fer­mo­ni­to­ring. Doch auch die Fließ­ge­wäs­ser unter­lie­gen dem Augen­merk von Ste­fa­nie Jes­so­lat, wel­che eben­falls Bezirks­spre­che­rin der Gebiets­be­treu­ung in Ober­fran­ken ist. Öffent­lich­keits­ar­beit, Besu­cher­len­kung und das Ansto­ßen und Vor­an­brin­gen von Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­men sind nur eini­ge Auf­ga­ben von Frau Jessolat.

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