Füh­rung in Bam­berg „Was­ser als Lebens­eli­xier des Klo­sters“ kam gut an

Symbolbild Heimatkunde

Auf reges Inter­es­se stieß die Füh­rung „Was­ser als Lebens­eli­xier des Klo­sters“, zu der der Ver­ein „Bewahrt die Berg­stadt“ ein­ge­la­den hat­te. Rund 60 Inter­es­sier­te folg­ten den Aus­füh­run­gen der Stadt­hei­mat­pfle­ge­rin Ste­pha­nie Eiß­ing M.A., die im Klo­ster­hof von St. Micha­el erläu­ter­te, wie das Klo­ster den hohen Was­ser­be­darf zu decken ver­stand. Schließ­lich stell­te es einen gro­ßen Wirt­schafts­be­trieb dar, der vie­le Men­schen zu ver­sor­gen hat­te. Küche, Braue­rei, und die dazu­ge­hö­ri­ge Hal­tung von Arbeits­tie­ren, die Pfer­de­trän­ke, Feu­er­lösch­teich und Wäsche­rei, aber auch der Brun­nen im Kreuz­gang und im Hof sowie die Abtei­gär­ten waren auf eine siche­re Was­ser­ver­sor­gung angewiesen.

Da sie durch gegra­be­ne Brun­nen nicht zu decken war, ver­leg­te man schon im 11. Jahr­hun­dert eine Holz­rohr­lei­tung und 1130 unter Bischof Otto I., eine aus Blei­roh­ren zu einer Quel­le im Michels­ber­ger Wald. Den Auf­zeich­nun­gen des Klo­sters las­sen sich in der Fol­ge lau­fen­de Repa­ra­tur- und Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men ent­neh­men, bis die Lei­tung um 1970 durch eine aus PVC ersetzt wur­de. Sie ist aber immer noch funk­ti­ons­tüch­tig und ver­sorgt den unter­ir­di­schen Lösch­was­ser­be­häl­ter und den Mer­kur­brun­nen im Hof mit ca. 7000 m³ im Jahr.

Das Was­ser ent­springt einer Brun­nen­stu­be im Wald, die etwa 30m in den Fels getrie­ben ist. Das Immo­bi­li­en­ma­nage­ment hat­te freund­li­cher­wei­se den Zugang zu dem Stol­len ermög­licht, so dass man einen Ein­druck von der Bau­lei­stung der dama­li­gen Arbei­ter gewin­nen konnte.

Auf dem Weg der Lei­tungs­tras­se von St. Micha­el durch die Klo­ster­land­schaft beton­te Eiß­ing immer wie­der deren hohen Denk­mal­wert. Die­se sei über tau­send Jah­re durch das Wirt­schaf­ten der Bene­dik­ti­ner geprägt wor­den. Ihre Struk­tu­ren sind heu­te noch deut­lich erkenn­bar an den Wege­füh­run­gen mit beglei­ten­den Hecken, die zur Füh­rung der Wei­de­tie­re dien­ten, die man zur Eichel­mast in den Wald und auf die Wie­sen trieb. Ehe­ma­li­ge Wein- und Hop­fen­fel­der, die sich mit Streu­obst­wie­sen abwech­seln, bil­den eine Mosa­ik­land­schaft von höch­ster Qua­li­tät, die es zu bewah­ren gilt.

Kri­ti­sche Wor­te fand die Stadt­hei­mat­pfle­ge­rin zur Bedro­hung durch die immer wei­ter her­an­rücken­de Rand­be­bau­ung, die sowohl im Stil als auch in ihren Dimen­sio­nen meist kei­ne Rück­sicht auf die angren­zen­de Natur- und Kul­tur­land­schaft nimmt. So muss­te erst vor Kur­zem ein Bebau­ungs­plan an der Ket­ten­stra­ße wegen völ­lig unan­ge­pass­ter Pla­nung nach den Pro­te­sten denk­mal- und natur­schüt­zen­der Ver­ei­ne in die Neu­pla­nung ver­wie­sen wer­den. Es bleibt nur zu hof­fen, dass Bau­her­ren ihre Ver­pflich­tung zu nach­hal­ti­ger Bau­wei­se aner­ken­nen, die die Denk­mal­land­schaft nicht beschä­digt. Eine kla­re Posi­tio­nie­rung der Stadt durch die selbst­ver­pflich­ten­de Ein­füh­rung einer Puf­fer­zo­ne für das Welt­erbe wäre hier ein erster Schritt.

Micha­el Rieger

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